Zysten und Myome: Was man heute alles dagegen tun kann

Zysten mit dem Frauenarzt besprechen
Statt Myome und Zysten gleich zu entfernen, ist es sinnvoll, nach hormonellen Ursachen zu fragen © Fotolia

Bei dem Wort Tumor denken die meisten Menschen automatisch an Krebs. Eierstockzysten sind jedoch fast immer gutartige Geschwülste, die mit Krebs nichts zu tun haben. Gleiches gilt für Myome.

Beide Gebilde, Zysten und Myome, sind weit verbreitet und werden heute immer öfter von den Gynäkologen bei routinemäßigen Ultraschalluntersuchungen entdeckt. In vielen Fällen lässt es der Arzt bei der Diagnose bewenden und empfiehlt seiner Patientin lediglich abzuwarten.

 

Zysten

Das gilt insbesondere für Zysten. Diese flüssigkeitsgefüllten Hohlräume können in jedem Lebensalter auftreten, einzeln oder in größerer Zahl, an einem oder beiden Eierstöcken. Sie wachsen nicht durch Wucherungen von Zellen, sondern durch die Ansammlung von Gewebeflüssigkeit. Häufigste Ursache für eine Zystenbildung am Eierstock ist ein Eibläschen (Follikel), das beim Eisprung nicht wie normal geplatzt ist. Kleine Zysten verursachen meist keine Beschwerden. Manchmal gibt es allerdings einseitige, ziehende Unterbauchschmerzen oder ein unangenehmes Druckgefühl. Auch unregelmäßige oder starke Blutungen kommen vor. Große Zysten können sich um ihren Stiel drehen und plötzlich heftige Schmerzen auslösen. In vielen Fällen lohnt es sich, das Wachstum der Zyste zunächst zu beobachten, weil sie sich oft von allein wieder zurückbildet. Zudem kann die Einnahme der Pille oder anderer Hormonpräparate ihr Wachstum stoppen. Wenn sie besonders schnell wachsen, auf Medikamente nicht ansprechen, der Frau stärkere Beschwerden bereiten oder bei der Ultraschalluntersuchung doch als verdächtig erscheinen, ist eine Entfernung ratsam.

 

Myome

Myome sind gleichfalls häufig ungefährlich und nur hin und wieder ein Grund für einen operativen Eingriff. Diese gutartigen Geschwülste entstehen in der glatten Muskulatur der Gebärmutter und finden sich nach dem 35. Lebensjahr bei fast jeder dritten Frau. Verursachen sie keine Schmerzen, reicht eine regelmäßige gynäkologische Überwachung aus. In den Wechseljahren bilden sie sich wegen der nachlassenden Hormonproduktion meist ganz zurück. Je nach Ausdehnung können Myome jedoch zu starken und verlängerten Regelblutungen sowie Druckgefühl im Unterbauch führen. Mitunter drücken sie auf Blase und Darm und haben oft Kreuzschmerzen zur Folge.

Der Frauenarzt kann versuchen, die Geschwulst mit neuartigen, hormonellen Gegenspielern des Östrogens (sogenannten GnRH-Agonisten) zum Schrumpfen zu bringen. So bleibt heute vielen Frauen eine Operation erspart. In anderen Fällen reicht es schon aus, lediglich einzelne Myome zu entfernen, so dass die Gebärmutter erhalten bleibt.

Die bei der Untersuchung und Behandlung von Zysten und Myomen eingesetzten Verfahren haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Oftmals kann heute ohne einen Bauchschnitt operiert werden. Mit Hilfe der sogenannten „Schlüsselloch-Chirurgie” lassen sich inzwischen viele Zysten und auch manche Myome ohne Öffnung der Bauchdecke im Rahmen einer Bauchspiegelung entfernen.

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