Zwischenblutung: Was steckt dahinter?

Redaktion PraxisVITA

Fast jede Frau wird in ihrem Leben irgendwann einmal mit dem Thema Zwischenblutung konfrontiert. Aus diesem Grund ist es gut wissen, was dahinterstecken kann und wann eine Behandlung notwendig wird.

Frau mit Zwischenblutung holt eine Binde aus der Handtasche
Eine Zwischenblutung kann zu jeder Phase des Zyklus auftreten und aus den unterschiedlichsten Gründen ausgelöst werden Foto:  iStock/Artfoliophoto
 

Was ist eine Zwischenblutung?

Eine Zwischenblutung ist eine Blutung, die nicht in den Ablauf des normalen Menstruationszyklus passt, also „zwischen“ zwei normalen Regelblutungen auftritt. Eine Zwischenblutung wird auch als Schmierblutung bezeichnet. Mediziner zählen Zwischenblutungen zu den sogenannten Zyklusstörungen.

Eine Zwischenblutung ist selbst ein Symptom, das darauf hinweist, dass im Körper etwas nicht stimmt. Jedoch ist eine solche Blutung, die zusätzlich zur normalen Periode auftritt, nicht immer gleich.

So können sie etwa zu bestimmten Phasen des Zyklus auftreten. Mediziner unterscheiden den Zeitpunkt der Zwischenblutungen daher wie folgt:

  • Prämenstruelle Blutungen (kurz vor der eigentlichen Periode)
  • Postmenstruelle Blutungen (kurz nach der normalen Regelblutung)
  • Mittzyklische Blutungen (meist um den Zeitraum des Eisprungs)
  • Biphasische Zwischenblutungen (zwei Blutungen pro Zyklus)

Um zu verstehen, wie es zu einer Zwischenblutung kommen kann, ist es wichtig, den normalen Ablauf des weiblichen Monatszyklus zu kennen.

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Weiblicher Monatszyklus verläuft in zwei Phasen

Der Menstruationszyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und endet einen Tag bevor die Blutung des nächsten Zyklus einsetzt. Die Länge des Monatszyklus beträgt etwa 28 Tage, bei manchen Frauen ist er auch einige Tage kürzer oder länger (25 bis 35 Tage) – solche individuellen Abweichungen gelten als normal. Im Prinzip lässt sich der weibliche Monatszyklus in zwei Phasen aufteilen:

  • Proliferationsphase oder Follikelphase: Die Hormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon), LH (Luteinisierendes Hormon) und das weibliche Geschlechtshormon Östrogen bewirken die Reifung von zunächst mehreren Eibläschen (Follikel) an den Eierstöcken. Letztlich reift jedoch nur eines von ihnen zu einem sprungreifen Follikel heran. Etwa um den 14. Zyklustag kommt es zum Eisprung (Ovulation), wobei das Eibläschen platzt und eine Eizelle in den Eileiter entlässt. Der Follikelrest bildet sich zum sogenannten Gelbkörper um.
  • Gelbkörper- oder Lutealphase: Nach dem Eisprung dominieren nun die Hormone LH, sowie das Gelbkörperhormon (Progesteron). Unter ihrem Einfluss nimmt die Gebärmutterschleimhaut an Dicke zu, ist besonders gut durchblutet und sondert vermehrt Drüsensekrete ab. Im Fall einer Befruchtung kann sich die Eizelle nun in die Gebärmutter einnisten. Ist es nicht zu einer Befruchtung gekommen, bewirken die Hormone, dass die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen wird und die Regelblutung einsetzt. Sie dauert bei den meisten Frauen zwischen drei und fünf Tagen.


Kommt es innerhalb dieser beiden Zyklusphasen zu einer Blutung, sprechen Ärzte von einer Zwischenblutung.

 

Was löst eine Zwischenblutung aus?

Eine Zwischenblutung kann aus vielfältigen Gründen ausgelöst werden. Neben meist harmlosen Gründen kommen jedoch manchmal auch ernste Erkrankungen als Ursachen der Zusatzblutung infrage.

Mehrere Ursachen können zu einer Zwischenblutung führen:

  • Hormonelle Umstellung: In der Pubertät z. B. muss sich der Zyklus erst einspielen, eine Zwischenblutung ist in dieser Phase nicht selten. Auch in den Wechseljahren ist der Monatszyklus oft unregelmäßig und Schmierblutungen können auftreten.
  • Hormonhaltige Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie etwa die Pille oder Hormonersatzpräparate zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden können in manchen Fällen zu einer Zwischenblutung führen.
  • Intrauterinpessar, IUP ("Spirale"): Dabei handelt es sich um ein kleines Gebilde aus weichem Kunststoff, das zur Empfängnisverhütung in die Gebärmutter eingebracht wird und dort für drei bis fünf Jahre verbleibt. Es gibt hormonfreie und hormonhaltige Varianten, beide haben einen Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut und sind manchmal bei einer Zwischenblutung die Ursache.
  • Hormonstörungen: Gelbkörperschwäche, Östrogenschwankungen, Unregelmäßigkeiten der stimulierenden Hormone LH und FSH.
  • Ovulationsblutung: Nach dem Eisprung sinkt der Östrogenspiegel ab, dadurch kann eine Zwischenblutung, meist in Form einer leichten Schmierblutung auftreten.
  • Myome: Dabei handelt es sich um gutartige Geschwulste in der Gebärmutter. Je nach Größe und Sitz lösen sie Beschwerden wie verstärkte Monatsblutungen oder auch Zwischenblutungen aus.
  • Endometriose: Bei dieser Erkrankung befindet sich Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter, etwa am Muttermund, Gebärmutterhals oder in der Bauchhöhle. Diese "versprengten" Schleimhautbezirke unterliegen ebenso wie die normale Gebärmutterschleim der hormonellen Regulation und können entsprechend bluten.
  • Entzündungen: Entzündungen der weiblichen Geschlechtsorgane können eine Ursache für eine Zwischenblutung sein.
  • Tumore: Sie können sich in der Scheide, Gebärmutterhals, Gebärmutter oder an den Eierstöcken befinden.
  • Verletzungen: Werden kleine Blutgefäße der Scheidenschleimhaut oder des Muttermunds verletzt, z. B. während des Geschlechtsverkehrs, kann es zu Blutungen kommen.
  • Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität): Dabei nistet sich die befruchtete Eizelle statt in der Gebärmutter in einem der Eileiter ein. Neben anderen Symptomen kann auch eine Schmierblutung ein Hinweis auf eine Eileiterschwangerschaft sein.
  • Stoffwechselstörungen: Bestimmte Erkrankungen, wie etwa Schilddrüsenfunktionsstörungen, zählen zu den Ursachen von Zwischenblutungen.
  • Psychische Belastung: Starker Stress, Sorgen und seelische Probleme können den Hormonhaushalt stören und zu Zyklusstörungen führen – und damit auch zu einer Zwischenblutung.

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Wie lange dauert eine Zwischenblutung?

Eine Zwischenblutung kann unterschiedlich stark ausfallen. So kommt es bei manchen Frauen nur zu einer leichten Schmierblutung. Dabei ähnelt die Absonderung aus der Scheide weniger echtem Blut, sondern eher bräunlich gefärbten Scheidenausfluss. Im Gegensatz dazu ist aber auch eine starke, hell- bis dunkelrote Blutung möglich. Sie kann nur kurz anhalten, aber auch lange andauern.

 

Wann sollte man bei einer Zwischenblutung zum Arzt?

Tritt eine Zwischenblutung einmal während des Monatszyklus auf, ist dies nicht gleich ein Grund zur Sorge. Kommt es jedoch häufiger zu Schmierblutungen während der Zyklen, sollten Sie Ihren Gynäkologen aufsuchen. Meist sind es zwar harmlose Gründe, die die Zwischenblutung auslösen, aber auch Entzündungen oder bösartige Geschwulste können für eine Zwischenblutung verantwortlich sein. Ist eine Frau schon seit Langem in den Wechseljahren und bekommt plötzlich wieder eine Blutung, muss diese unbedingt abgeklärt werden, da die Blutung unter Umständen durch einen bösartigen Tumor ausgelöst werden kann.

Checkliste, wann der Arztbesuch notwendig wird
  • Mehrere Schmierblutungen in aufeinander folgenden Zyklen
  • Zwischenblutung nach Ende der Wechseljahre
  • Sehr starke oder besonders lang andauernde Blutungen
  • Schmerzen
  • Plötzlicher Gewichtsverlust
  • Abgeschlagenheit
  • Zwischenblutung in der Schwangerschaft
 

Was bedeutet eine Zwischenblutung in der Schwangerschaft?

Besonders Schwangere sollten bei Zwischenblutungen möglichst schnell ihren Frauenarzt aufsuchen. Gerade in den ersten Wochen leiden sehr viele Frauen an immer wieder auftretenden Zwischenblutungen, sogenannten Spottings. Diese beunruhigen die werdenden Mütter, meist steckt jedoch nur eine leichte hormonelle Schwankung dahinter, da der Körper noch die Hormone der Zyklusregulation frei setzt. Dennoch sollte der behandelnde Gynäkologe über diese Schmierblutung informiert werden, auch dann, wenn die Blutung nur kurz andauert. Hinter einer Schmierblutung kann sich auch eine ernste Komplikation verstecken, die die Fortsetzung der Schwangerschaft gefährden könnte.

Weitere Ursachen für eine Zwischenblutung während der Schwangerschaft:

  • Einnistungsblutung: Einmaliges und kurzes Auftreten einer Blutung, sobald die befruchtete Eizelle sich in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet und dabei feine Blutgefäße verletzt hat.
  • Fehlgeburt: Im ersten Schwangerschaftsdrittel kommt eine Fehlgeburt häufiger vor. Wächst und entwickelt sich der Embryo nicht mehr weiter, reagiert der Körper mit Blutungen und Bauchkrämpfen den Embryo abzustoßen. Oft passiert dies so früh in der Schwangerschaft, dass viele Frauen eine Fehlgeburt nicht als solche wahrnehmen, sondern sie für eine normale oder etwas stärkere Regelblutung halten.
  • Extrauterine Schwangerschaft: Hierbei nistet sich die Eizelle fälschlicherweise im Eileiter (Tubargravidität) oder in der Bauchhöhle (Peritonealgravidität) ein. In diesem Fall liegt eine schwere Komplikation, bei der die Schwangerschaft leider beendet werden muss. Starke Unterleibsschmerzen und wässrige Schmierblutungen können auf diese Schwangerschaftskomplikation hindeuten.
  • Blasenmolen: Blasenmolen werden auch als Windei oder Abortivei bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine sehr seltene Komplikation, der sich nur die Plazenta ausbildet, der Embryo aber nicht weiterwächst.
  • Placenta praevia: Hellrote, schmerzlose Schmierblutungen können ab der 24. Schwangerschaftswoche auf eine sogenannte Placenta praevia hindeuten. In diesem Fall überdeckt die Plazenta den Geburtskanal.
  • Vorzeitige Plazentaablösung: starke, dunkelrote Blutungen, heftige Unterleibsschmerzen. In diesem Fall muss sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden.
  • Schmierblutungen ab der 36. Schwangerschaftswoche können ein Anzeichen für den Geburtsbeginn sein, da sich möglicherweise der Schleimpfropf gelöst hat.

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Was macht der Arzt bei einer Zwischenblutung?

Um den Grund für die Zwischenblutung zu finden, stellt der Arzt in einem ausführlichen Gespräch unter anderem folgende Fragen:

  • Seit wann haben Sie Zwischenblutungen?
  • Treten die Zwischenblutungen in jedem Zyklus auf?
  • In welcher Zyklusphase kommt es zu Zwischenblutungen?
  • Wie lange dauern diese an?

An das Arztgespräch schließt sich eine gynäkologische Untersuchung an. Dabei betrachtet der Arzt Scheide und Muttermund mithilfe eines Scheidenspiegels (Spekulum). Zusätzlich tastet er Gebärmutter und Eierstöcke über die Vagina und die Bauchdecke ab. Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke lassen sich durch eine Ultraschalluntersuchung gut beurteilen. So kann der Frauenarzt zum Beispiel Veränderungen wie Myome, Eierstockszysten oder eine Eileiterschwangerschaft im Ultraschall darstellen. Besteht der Verdacht auf eine Endometriose, ist in vielen Fällen auch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) zur Diagnose erforderlich. Gegebenenfalls ist bei Zwischenblutungen zur Diagnose der zugrunde liegenden Ursache sinnvoll, eine Blutuntersuchung durchzuführen. Bestimmte Blutwerte (z. B. CRP, Leukozytenzahl) liefern wichtige Hinweise auf eine Entzündung; auch Veränderungen des Hormonspiegels (v. a. der weiblichen Geschlechtshormone) können für die Diagnose der Zwischenblutungen richtungsweisend sein.

Besonders hilfreich ist es für den Frauenarzt, wenn Sie einen Menstruationskalender führen. Darin vermerken Sie, neben Zeitpunkt und Dauer der Periodenblutung, auch wann die Zwischenblutungen auftreten.

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Wie eine Zwischenblutung behandelt wird, richtet sich ganz nach der Ursache. Ist eine hormonelle Ursache der Auslöser für eine Schmierblutung, können pflanzliche oder künstliche Hormone helfen, den Zyklus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Gutartige Geschwulste oder Myome können, wenn nötig, in einem operativen Eingriff entfernt werden. Bei Pilzinfektionen oder Entzündungen helfen Antimykotika oder Antibiotika.

Quellen:

Breckwoldt Meinert. et al. (2007): Gynäkologie und Geburtshilfe, Stuttgart, Thieme Verlag

Kaufmann, Manfred. et. al (Hrsg.) (2012): Die Gynäkologie, Berlin, Springer Verlag

Kirschbaum, Michael und Münstedt, Karsten (Hrsg.) (2005): Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe, Stuttgart, Thieme Verlag

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