Zwingerhusten: Was steckt hinter der Krankheit bei Hunden?

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Der Zwingerhusten beim Hund ist eine schwere Atemwegserkrankung, die durch Viren oder Bakterien, manchmal auch durch beides hervorgerufen wird. Einer Infektion kann jedoch leicht vorgebeugt werden.

Sitzender Hund, der Kopf im Profil
Zwingerhusten beim Hund wird sowohl durch Viren als auch durch Bakterien ausgelöst Foto:  iStock-521134383 Estradaanton
Inhalt
  1. Was ist Zwingerhusten bei Hunden?
  2. Zwingerhusten – welche Symptome verursacht er bei Hunden?
  3. Wie sieht die Zwingerhusten-Behandlung aus?
 

Was ist Zwingerhusten bei Hunden?

Der Zwingerhusten beim Hund ist auch unter dem Namen infektiöse Tracheobronchitis bekannt. Ausgelöst wird er durch verschiedene Viren und Bakterien, meist als Mischinfektion. Zwingerhusten ist hochansteckend, die Übertragung erfolgt per Tröpfcheninfektion. Gerade Hunde, die häufig Kontakt zu Artgenossen haben, können sich schnell anstecken.

Da Hunde in Zwingern oft dicht beieinander leben, infizieren sich diese sich sehr schnell – was der Krankheit ihren Namen gab. Je nach Erregertyp beträgt die Inkubationszeit zwei bis 30 Tage. Zu den häufigsten Bakterien und Viren, die Zwingerhusten bei Hunden auslösen, gehören:

 

Zwingerhusten – welche Symptome verursacht er bei Hunden?

Zu den typischen Symptomen von Zwingerhusten gehört Husten. Der Husten ist laut, trocken und manchmal würgend – sodass Hundehalter zunächst häufig denken, das Tier habe einen Fremdkörper verschluckt. Der Husten ist eine Folge von Entzündungen an Kehlkopf, in der Luftröhre und in den Bronchien. Oft ist es so, dass der Hund nicht dauerhaft hustet, sondern nur nach Belastungen – etwa nach einem Spaziergang oder nach dem Spielen. Zusätzlich kann es zu Ausfluss aus der Nase kommen. Zwingerhusten schwächt den Hund nicht grundsätzlich, meist sind die Tiere trotz der Erkrankung bei gutem Allgemeinbefinden.

Zwingerhusten bei Hunden klingt in der Regel nach einer bis drei Wochen von selbst wieder ab. Ist die Immunabwehr des Tieres jedoch geschwächt, etwa bei sehr alten oder sehr jungen Hunden, kann es Komplikationen geben. Dazu gehören Lungen- oder Rippenfellentzündungen. In diesen Fällen verlängert sich die Krankheitsdauer deutlich.

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Wie sieht die Zwingerhusten-Behandlung aus?

Besteht beim eigenen Hund ein Verdacht auf Zwingerhusten, sollte man den Tierarzt aufsuchen. Er entscheidet, ob eine Behandlung nötig ist oder ob der Husten von selbst abheilen kann. Bei stärkeren Symptomen können diese mit Antibiotika sowie husten- und/oder fiebersenkenden Mitteln gelindert werden. Solange der Hund an Zwingerhusten erkrankt ist, sollte der Kontakt mit Artgenossen vermieden werden.

Die beste Vorbeugung gegen Zwingerhusten ist ein gesundes Immunsystem. Dazu gehört vor allem:

  • Viel Bewegung an der frischen Luft und
  • eine ausgewogene Ernährung 

Darüber hinaus gibt es eine Impfung, die jedoch nur gegen die häufigsten Erreger, die Influenzaviren und Bordetella-Bakterien, wirksam ist. Deshalb besteht trotz Impfung keine gesicherte Immunität. Dennoch ist die Impfung gegen Zwingerhusten beim Hund empfehlenswert, vor allem dann, wenn das Tier oft mit Artgenossen in Kontakt kommt.

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Quellen:

Bucksch, Martin (2013): Praxishandbuch Hundekrankheiten: Vorsorge und Erste Hilfe, Krankheiten erkennen und behandeln, Stuttgart: Kosmos Verlag

Hartmann, Michael (2015): Patient Hund: Krankheiten vorbeugen, erkennen, behandeln, Reutlingen: Oertel & Spörer Verlags-GmbH

Quinten, Doris (2011): Kranker Hund – was tun? Krankheiten erkennen, heilen, vorbeugen, Stuttgart: Ulmer Verlag

Schrey, Christian (2019): Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze: Differenzialdiagnostischer Leitfaden, Stuttgart: Thieme Verlag

Krankheiten beim Hund, in: Bundesverband für Tiergesundheit

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