Zwillingsstudie: „Mein Bruder hat das Downsyndrom“

Ein Junge mit Downsyndrom spielt im Kindergarten
Zwillingskinder profitieren sogar von Geschwistern mit Downsyndrom – das zeigt eine aktuelle Studie © Imago

Am Samstag ist Welt-Downsyndrom-Tag. Pünktlich zu diesem Anlass erscheint eine Studie deutscher Forscher, die erstmals der Frage nachgeht: Werden Kinder in ihrer Entwicklung benachteiligt, wenn ihre Zwillingsgeschwister das Downsyndrom haben?

Zwillinge haben meist eine engere Beziehung als andere Geschwister – sie wachsen im selben Bauch heran, machen jeden Entwicklungsschritt gemeinsam. Was aber, wenn eines der Kinder das Downsyndrom hat und das andere nicht?

Viele Eltern sind dann verunsichert: Bekommt das Kind ohne Downsyndrom zu wenig Aufmerksamkeit, wird es vielleicht gar in seiner Entwicklung gestört?

 

Wird der Zwilling ohne Downsyndrom benachteiligt?

Dieser Frage sind deutsche Wissenschaftler jetzt erstmals in einer Studie nachgegangen. Dazu besuchten sie 46 Familien mit Zwillingspärchen, von denen ein Kind das Downsyndrom hat und das andere nicht. Sie unterzogen die Kinder Intelligenztests und verglichen die Ergebnisse mit denen von Zwillingspaaren ohne Downsyndrom.

Dabei stellten die Forscher fest: Die Kinder mit Downsyndrom-Geschwistern schnitten in den Tests genauso gut ab wie ihre Altersgenossen. Bei Fähigkeiten wie Empathie, Toleranz und Rücksichtnahme waren sie ihnen sogar voraus.

Die Studienleiter möchten betroffenen Eltern so die Angst davor nehmen, ihr Kind könne durch sein Geschwisterchen Nachteile in der Entwicklung davontragen. In Deutschland leben etwa 50.000 Menschen mit Downsyndrom. Wie die genetische Besonderheit zustande kommt und was das für Betroffene bedeutet, erfahren Sie hier.

Hamburg, 19. März 2015

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.