Zwillinge: Gleiche Gene, gleicher Krebs?

Zwillingspaar
Zwillinge erkranken häufig am gleichen Krebs – das ergab eine aktuelle Analyse eines skandinavischen Zwillingsregisters © Fotolia

Zwillingsgeschwister erkranken häufig an der gleichen Krebsart. Das ist das Ergebnis der Analyse eines skandinavischen Registers, das rund 100.000 Zwillingspaare umfasst.

Ausgangspunkt der Analyse war die weltweit größte Zwillingsstudie – die Nordic Twin Study of Cancer (NorTwinCan). Sie untersuchte die Erblichkeit von Krebserkrankungen bei rund 200.000 Kindern (80.000 davon eineiige und 123.000 zweieiig) in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden. Alle Einwohner dieser Länder haben eine persönliche Identifikationsnummer, die in allen Patientenregistern erfasst wird. Damit konnten die Wissenschaftler herausfinden, welche Zwillingsgeschwister an den gleichen Krebstumoren erkrankt waren.

Die Studie ergab, dass 38 Prozent der eineiigen und 26 Prozent der zweieiigen Zwillingspaare im Verlauf ihres Lebens an der gleichen Krebsform erkrankten. Das gilt auch für besonders seltene Krebsarten wie Magen- und Eierstockkrebs.

 

Krebsrisiko bei Zwillingen vererbt

Das Forscherteam von der Harvard T. H. Chan School of Public Health im US-amerikanischen Boston kam außerdem zu dem Schluss, dass das allgemeine Risiko, an Krebs zu erkranken, für einen Zwilling erhöht war. Für die Eineiigen betrug das Risiko 46 Prozent, bei den Zweieiigen erkrankte der krebsfreie Zwilling mit 37-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls an einer Art von Krebs.

Für 20 von 23 untersuchten Krebsarten wiesen die Forscher bei Zwillingen ein erhöhtes familiäres Risiko nach. Ein besonderes Risiko besteht für Hoden- und Prostatakrebs.

Die Studie erschien kürzlich im US-amerikanischen Ärzteblatt Journal of the American Medical Association (JAMA).

Hamburg, 7. Januar 2016

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