Zweimal an Corona erkrankt: Dramatischer Verlauf

Gaby Scheib

Von einem dramatischen Verlauf seiner Corona-Infektion berichtet jetzt ein Nürnberger: Der Mann war zweimal an Corona erkrankt. Und obwohl es doch heißt, dass eine weitere Infektion mit dem Virus weniger schlimm verläuft, berichtet der Betroffene von heftigen Symptomen. Wie konnte das geschehen?

Mann mit Kapuzenpulli und Maske fasst sich an den Brustkorb
Als ein Nürnberger erneut an Corona erkrankte, stand er Todesängste aus – so schlimm waren die Schmerzen Foto:  iStock/Burak Sür
Inhalt
  1. Die erste Corona-Infektion war im November
  2. Zweimal an Corona erkrankt: Mann in Todesangst
  3. Wie häufig treten Zweitinfektionen auf?
  4. Wie konnte es bei dem Nürnberger so weit kommen?
  5. Wird eine Zweitinfektion von Mutationen begünstigt?

Noch immer wissen wir wenig vom Coronavirus. Warum stecken sich Menschen nach einer überstandenen Infektion erneut an? Eigentlich sollten sie erst mal Antikörper im Blut haben und für eine Weile immun sein. Die neuen Mutationen bedingen jedoch, dass eine Zweitansteckung durchaus möglich ist. Sie soll jedoch weitaus milder verlaufen. Jetzt berichten Medien jedoch von einem dramatischen Fall: Als ein Mann aus Nürnberg zweimal an Corona erkrankte, kann von einem milden Verlauf gar nicht erst die Rede sein. Der 62-jährige Vojtech Valent erklärte sogar, dass er vor Schmerzen geweint habe. Wie kam es dazu?

 

Die erste Corona-Infektion war im November

Demnach wurde der Nürnberger im November vergangenen Jahres positiv auf das Coronavirus getestet. Er hatte deutliche Symptome und litt unter 

• Kopf- und Gliederschmerzen
• Husten
• Fieber 
• Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn 

Nach drei Wochen war er aber wieder genesen und freute sich: „Ich habe mich dann wieder komplett gesund gefühlt.“ Ein weiterer Test am 5. Dezember fiel negativ aus. Doch dann der Schock: Eine Woche drauf bekam Vojtech Valent wieder Symptome – heftiger als zuvor. Und tatsächlich: Ein neuer Corononatest war positiv.

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Zweimal an Corona erkrankt: Mann in Todesangst

Diese zweite Infektion war deutlich schlimmer als die erste. So litt der 62-Jährige unter unerträglichen Kopfschmerzen, außerdem hatte er einen so starken trockenen Husten, dass ihn Todesangst befiel: „Das war so heftig, dass ich nicht mal Luft bekommen habe,“ wird Vojtech Valent auf infranken.de zitiert. Auch Geruchs- und Geschmackssinn hatte er erneut verloren. 
Mehrmals musste der Notarzt kommen. Eine Einlieferung ins Krankenhaus scheiterte, weil es keine freien Betten gab. So blieb der Nürnberger zu Hause unter starken Schmerzmitteln. Seine Todesangst wurde so groß, dass er schon mit dem Schlimmsten rechnete und seinen Nachlass vorbereitete. Ende Dezember besserte sich sein Zustand jedoch, ein erneuter Coronatest fiel negativ aus. Doch noch heute leidet Vojtech Valent unter den Nachwirkungen, hat immer noch Kopfschmerzen und ist kurzatmig. „Ich fühle mich Jahre älter,“ sagt er.

 

Wie häufig treten Zweitinfektionen auf?

Es ist selten, aber schon vorgekommen, dass sich COVID-19-Patienten erneut mit dem Virus anstecken. So gab es im November 2020 nur fünf bekannte Fälle weltweit. Auch eine britische Studie belegt, dass eine Zweitinfektion innerhalb des ersten halben Jahres sehr unwahrscheinlich ist. Wissenschaftler nehmen zudem an, dass eine zweite Infektion milde verläuft, weil die Betroffenen zumindest eine Teilimmunität haben.

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Wie konnte es bei dem Nürnberger so weit kommen?

Warum der Franke in so kurzer Zeit zweimal erkrankte, ist im Nachhinein schwer zu sagen. Möglich ist, dass der 62-Jährige die erste Infektion nicht auskuriert und einen Rückfall erlitten hat. Das könnte auch der Grund für die Schwere der Erkrankung sein – der Körper war noch vorbelastet. Somit war es vielleicht auch gar keine zweite Infektion, denn die erste steckte noch im Körper.

 

Wird eine Zweitinfektion von Mutationen begünstigt?

Eine solche doppelte Corona-Erkrankung mit mutierten Coronaviren ist schon festgestellt worden, zuerst bei einem 33-Jährigen Mann aus Hongkong und auch bei einem älteren Patienten, der ein geschwächtes Immunsystem hatte. Wie genau sich die Mutationen auswirken und ob es dadurch öfter zu zweiten Infektionen kommt, ist noch nicht klar.

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Forscher vermuten, dass das Immunsystem durch die mutierten Spikeproteine der neuen Varianten womöglich weniger gut auf sie reagiert. Sorgen bereitet Medizinern und Wissenschaftlern vor allem die brasilianische Mutante, aber auch die südafrikanische und die britische könnten für erneute Corona-Erkrankungen sorgen. Experten zufolge wird eine Re-Infektion durch zwei Faktoren begünstigt:

• Es ist noch keine ausreichende Immunität durch die erste Corona-Erkrankung entstanden.
• Der Patient hat ein sehr geschwächtes Immunsystem.

Ob es durch die Mutationen vermehrt zu Zweitinfektionen kommt, muss sich also auch erst noch zeigen. Im Fall des zweimal an Corona erkrankten Mannes mit Todesangst war dies wohl nicht ausschlaggebend.

Quellen: 
Zweitinfektion mit Coronavirus - Nürnberger berichtet von „starken Schmerzen“ und Todesangst in: merkur.de
„Vor Schmerzen geweint“: Nürnberger berichtet von zweifacher Corona-Erkrankung in: infranken.de

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