Zusatz für die Gesundheitskarte: ein Gesundheitskonto

Redaktion PraxisVITA
Die elektronische Gesundheitskarte soll in Zukunft alle wichtigen Patientendaten enthalten
Die elektronische Gesundheitskarte soll in Zukunft alle wichtigen Patientendaten enthalten © iStock chombosan

Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte wurde der erste Schritt des E-Health Gesetzes umgesetzt. Dieses soll bis Ende 2018 dafür sorgen, dass medizinische Daten immer für die Behandlung zur Verfügung stehen. Wer nicht so lange warten möchte, kann sich bis dahin ein digitales Gesundheitskonto einrichten.

 

Was bringt mir die elektronische Gesundheitskarte?

Das E-Health Gesetz wurde eingeführt, um die medizinische Versorgung zu verbessern. So sollen zukünftig alle Patientendaten über die elektronische Gesundheitskarte für behandelnde Ärzte abrufbereit sein.
Bis zu 800.000 Klinik-Einweisungen gehen in Deutschland jährlich auf Medikationsfehler zurück. Vor allem bei chronisch Kranken, die zahlreiche verschiedene Präparate einnehmen, kommt es häufig zu gefährlichen Wechsel- und Nebenwirkungen. Diese Zahl ließe sich durch einen besseren Überblick der behandelnden Ärzte verringern. Auch die Behandlung in Notfällen, könnte durch einen schnellen Abruf der Informationen über mögliche Allergien und Vorerkrankungen optimiert werden.

Die Gesundheitskarte enthält zukünftig Informationen über:

  • Aktuelle Versichertendaten
  • Notfalldaten (Allergien und Vorerkrankungen)
  • Medikationsplan (bei mehr als drei (für mehr als 28 Tage) zeitgleich eingenommenen Medikamenten)
Die elektronische Gesundheitskarte soll Ärzten im Notfall ermöglichen schnell an wichtige Informationen über Allergien und Vorerkrankungen zu kommen
Die elektronische Gesundheitskarte soll Ärzten im Notfall ermöglichen schnell an wichtige Informationen über Allergien und Vorerkrankungen zu kommen © iStock vm
 

Wie sicher sind die Daten auf meiner elektronischen Gesundheitskarte?

Die Datensicherheit soll dabei über ein sogenanntes Zwei-Schlüssel-Prinzip gewährleistet werden. So ist zusätzlich zur elektronischen Gesundheitskarte ein elektronischer Heilberufsausweis des Arztes notwendig, um auf die Daten zugreifen zu können. Um den Zugriff eines Arztes zuzustimmen, muss der Patient seine Karte in das Lesegerät einführen und seine PIN eingeben. Eine Ausnahme stellen hier Notfalldaten und der Medikationsplan dar. Auf Wunsch des Patienten können diese im Akutfall von Ärzten auch ohne vorherige Einwilligung abgerufen werden. Die letzten 50 Zugriffe werden auf der Karte gespeichert, sodass immer klar ist, wer Einsicht in die Daten hatte.

 

Wie kann ich meine Daten von der elektronischen Gesundheitskarte abrufen?

Ab 2019 sollen Patienten zusätzlich die Möglichkeit bekommen, die auf der Gesundheitskarte gespeicherten Informationen in ein sogenanntes elektronisches Patientenfach aufnehmen zu lassen. So können sie online ihre eigenen Daten einsehen und weitere hinzufügen (wie etwa ein Tagebuch zu Blutzuckermessungen).

Mehr Informationen zur digitalen Medizin und was sie uns bringt, finden sie hier.

 

Gibt es eine Möglichkeit meine Daten übersichtlich zu speichern, bis die elektronische Gesundheitskarte einsatzbereit ist?

Wer nicht warten möchte, bis die Gesundheitskarte alle wichtigen Informationen erhält kann selber aktiv werden und sich bis dahin ein digitales Gesundheitskonto einrichten. Der Anbieter Vitabook etwa, bietet für 1,95 Euro monatlich die Option all seine medizinisch relevanten Daten online anzulegen. Neben dem Medikationsplan können alle Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre gespeichert werden. Von Blutwerten bis hin zu Röntgenbildern. Unnötige Doppeluntersuchungen gehören der Vergangenheit an. Außerdem: Im Falle eines schweren Unfalls wissen Ärzte sofort, worauf sie achten müssen – etwa auf Allergien, Vorerkrankungen oder eingenommene Medikamente. Weiterer Vorteil: schnell und unkompliziert online Arzttermine vereinbaren.
Ein weiterer Nutzen spart uns Zeit und Nerven: Ärzte können digital um ein Folgerezept gebeten werden – das dann direkt an eine Apotheke übermittelt wird. Diese liefert das Medikament bis an die Haustür. Wer sich noch nicht sicher ist, ob er die Anwendung wirklich nutzen möchte, kann das Gesundheitskonto drei Monate kostenlos testen.

Bis die elektronische Gesundheitskarte voll einsatzbereit ist, lassen sich in einem elektronischen Gesundheitskonto alle relevanten medizinischen Informationen übersichtlich an einem Ort online sammeln
Bis die elektronische Gesundheitskarte voll einsatzbereit ist, lassen sich in einem elektronischen Gesundheitskonto alle relevanten medizinischen Informationen übersichtlich an einem Ort online sammeln © iStock Squaredpixels
 

Wie richte ich mein Vitabook ein?

Schritt 1: Anmeldung und Eingabe der Daten unter vitabook.de (eigenhändig oder durch Ihren Arzt oder Apotheker).

Schritt 2: Vitabook-Aufkleber (Apotheke) auf der Gesundheitskarte anbringen, den darauf sichtbaren Code online eintragen.

Schritt 3: PIN festlegen, bestimmten Ärzten Ihrer Wahl Zugang erlauben.

Schritt 4: Alle wichtigen Gesundheitsdaten hinterlegen. Einen Medikationsplan erstellen und online in der Apotheke überprüfen lassen. Alle Untersuchungsergebnisse beim Arzt anfordern.

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