Zur Juckreiz-Behandlung muss die Grunderkrankung klar sein

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung

Zur Juckreiz-Behandlung ist es wichtig, seine Ursache zu kennen. Geht der Pruritus auf eine Erkrankung der Nieren, der Leber, der Schilddrüse oder der Bauchspeicheldrüse zurück, ist die wichtigste Maßnahme eine Therapie der Grunderkrankung. PraxisVITA erklärt, wie die Behandlung erfolgt.

Bei Infektionskrankheiten der Haut sind häufig gezielte Wirkstoffe gegen den jeweiligen Erreger verfügbar, zum Beispiel Antibiotika (gegen Bakterien), Antimykotika (gegen Pilze) oder Antiskabiosa (gegen Krätzemilben).

Juckreiz-Behandlung
Die Juckreiz-Behandlung richtet sich nach den Ursachen, beispielsweise wird bei Kopfläusen ein spezielles Shampoo benutzt© iStock

Auch Kopfläuse, Bettwanzen und andere Parasiten lassen sich zur Juckrez-Behandlung meist mit einer Kombination aus bestimmten Insektiziden und weiteren Maßnahmen (zum Beispiel Nissenkamm) entfernen. Wenn Sie ein Medikament nehmen, auf das Sie mit starkem Juckreiz reagieren, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie das Präparat wechseln oder die Dosis senken können.

In einigen Fällen allerdings bleibt die Ursache des chronischen Juckreizes vorerst unklar oder nicht behandelbar. Dann steht eine symptomatische Juckreiz-Behandlung im Vordergrund. Hierzu verschreibt der Arzt gegebenenfalls Medikamente in Form von Tabletten – sogenannte H1-Antihistaminika. Sie helfen bei Allergien und anderen entzündlichen Prozessen. Ergänzend dazu sind Hydrocortison-Salben oft hilfreich. Außerdem gibt es einige Tipps, die Sie bei anhaltendem Juckreiz selber anwenden können.

 

Schnelle Juckreiz-Behandlung

  • Das Wichtigste ist, dass Sie versuchen, sich so wenig wie möglich zu kratzen. Manchmal ist es hilfreich, stattdessen zum Beispiel einen kühlen Waschlappen auf die Haut zu legen oder die Hände mit etwas anderem zu beschäftigen.
  • Vermeiden Sie Faktoren, die Ihre Haut austrocknen, so gut wie möglich: Heizungsluft, Klimaanlagen, häufiges Waschen (vor allem mit Seifen) und starke Hitze (zum Beispiel in der Sauna) entziehen Ihrer Haut Feuchtigkeit und fördern so den Juckreiz.
  • Zur Hautreinigung besser geeignet sind milde, pH-neutrale Seifen, rückfettende Waschlotionen sowie Dusch- und Badeöle. Achten Sie beim Baden darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist und Sie nicht länger als 20 Minuten in der Wanne bleiben.
  • Trocknen Sie sich vorsichtig ab – besonders, wenn Sie unter einer Hautkrankheit leiden. Ein gründliches „Abrubbeln“ reizt und verletzt die vorgeschädigte Haut. Auch heißes Föhnen kann der Haut während der Juckreiz-Behandlung schaden – bleiben Sie bei einer mittleren Stufe.
  • Tragen Sie weiche, luftige und atmungsaktive Kleidung, zum Beispiel aus Baumwolle.
  • Sehr heißes oder stark gewürztes Essen sowie heiße Getränke können den Juckreiz verstärken. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu sehr „ins Schwitzen geraten“.
  • Cremen Sie sich mindestens einmal täglich ein – am besten sind natürlich Cremes oder Salben, die der Arzt oder Apotheker speziell für Ihre Hautkrankheit empfohlen hat. Wenn keine solche bekannt ist, greifen Sie auf eine Creme oder eine reichhaltige Lotion mit rückfettenden Inhaltsstoffen zurück.
  • Je nach Ursache können bei einer akuten Juckreiz-Behandlung Cremes mit verschiedenen Wirkstoffen helfen, dazu gehören Harnstoff (Urea), Kampher, Menthol oder Polidocanol. Auch für einen Extrakt aus der Mönchsköpfchen-Pflanze (Cardiospermum halicacabum, z. B. in Dermaplant, Apotheke) ist die Wirkung durch Studien belegt. Lassen Sie sich am besten vom Apotheker beraten.
 

Medikamente gegen Juckreiz

Die weiteren Schritte in der Juckreiz-Behandlung hängen ganz von der Erkrankung ab, die ihm zugrunde liegt. Bei Juckreiz durch Leber-/Gallenerkrankungen haben sich beispielsweise Ursodesoxycholsäure und Cholestyramin als wirksam erwiesen. Bei Neurodermitis helfen Medikamente, die das Immunsystem bremsen, wie Kortikosteroide und Cyclosporin A. Verschiedene Formen des Juckreizes sprechen auch auf Capsaicin-Salben, H2-Antihistaminika oder Antidepressiva an. Nicht selten müssen Patienten mit chronischem Juckreiz eine Reihe von Präparaten ausprobieren, bis sie die ideale Behandlung für ihren Juckreiz gefunden haben.

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