Zur Hyposensibilisierung Tabletten schlucken

Bei Heuschnupfen ist auch eine Therapie mit Tabletten möglich
Bisher half bei Heuschnupfen nur eine sogenannte Hypersensibilisierung durch Spritzen. Jetzt ist auch eine Therapie mit Tabletten möglich © Corbis

Heuschnupfen-Patienten können aufatmen: Statt mit Spritzen kann die Hyposensibilisierung jetzt auch mit Tabletten durchgeführt werden. Erfahren Sie hier, wie es funktioniert.

 

Tabletten zur Hyposensibilisierung

Bisher wurde der allergieauslösende Stoff in hoher Konzentration dem Patienten eingeimpft. So lernt das Immunsystem, nicht mehr mit Schnupfen, Husten, Bindehautentzündung und Ausschlag auf die Allergieauslöser zu reagieren (Hyposensibilisierung). Erste Erfolge zeigen sich nach einem Jahr. 90 Prozent der Fälle sind nach drei Jahren beschwerdefrei.

Jetzt gibt es für die Hyposensibilisierung Tabletten: Die sogenannten Grastabletten (sublinguale Immuntherapie) funktionieren nach dem gleichen Prinzip und haben eine ähnlich hohe Erfolgsquote. Die Kosten trägt die Kasse. Mit der Therapie kann noch kurz vor der Pollensaison begonnen werden. Bestimmte Präparate versprechen sogar schon nach zehn Tagen bis vier Wochen einen Schutz für die Saison. Eine dauerhafte Beschwerdefreiheit braucht Zeit. „Der Allergiker muss für drei bis fünf Jahre täglich eine Pille schlucken. Das erfordert jedoch ein hohes Maß an Selbstverantwortung", sagt Prof. Thomas Fuchs, Allergologe der Uni-Klinik Göttingen.

 

Regelmäßige Kontrolle

Der Mediziner rät in jedem Fall zu regelmäßigen ärztlichen Kontrollen: „Auch während der Tablettentherapie sollte der Gesundheitszustand überwacht werden. Schließlich wird ein Medikament eingenommen." Noch viel wichtiger ist für den Allergologen, auch Menschen mit leichten Beschwerden in den Praxen zu sehen. „Wird die Pollen-Allergie nicht behandelt, bekommt etwa jeder Zweite Asthma. Auch haben viele Heuschnupfen-Patienten eine sogenannte Kreuzallergie. Sie reagieren gleichzeitig auf bestimmte Lebensmittel", warnt der Arzt. Das kann lebensbedrohlich werden, wenn unwissentlich etwas Falsches gegessen wird.

 

Spezialisten aufsuchen

Treten Beschwerden auf, nehmen viele Betroffene freiverkäufliche Präparate. Davon rät Prof. Fuchs ab: „Sie sind nicht richtig dosiert, machen nur müde." Heuschnupfen-Geplagte sollten zum Spezialisten gehen. „Entweder direkt zum Allergologen, einem HNO- oder Hautarzt", sagt der Mediziner. Denn mit der richtigen Behandlung, wie der Hyposensibilisierung mit Tabletten, kommen die Patienten auch ohne große Einschränkung der Lebensqualität durch die Pollensaison.

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