Zuckerfrei – diese Zuckerersatzstoffe stecken in Lebensmitteln

Mona Trautmann Medizinredakteurin
Zuckerfrei heißt nicht ohne Zucker
© iStock/Juanmonino
Inhalt
  1. Ohne Zuckerzusatz, zuckerarm, zuckerfrei – was heißt das?
  2. Heißt „Zuckerfrei?“ wirklich ohne Zucker?
  3. Light-Produkte – das steckt drin
  4. Das bedeutet „Zuckerarm“
  5. Was heißt „Ohne Zuckerzusatz“?
  6. Süßstoff zum Abnehmen?

Zuckerfrei, zuckerreduziert, ohne Zucker – was heißen diese Angaben auf Lebensmittelverpackungen eigentlich? Wer sich gesund ernähren und Zucker reduzieren will, sollte wissen, was in welchem Lebensmittel steckt. PraxisVITA erklärt, was die Bezeichnungen auf Produkten genau bedeuten.

 

Ohne Zuckerzusatz, zuckerarm, zuckerfrei – was heißt das?

Zuckerfeie Ernährung liegt im Trend – immer mehr Menschen streichen zuckerhaltige Lebensmittel von ihrem Speiseplan, um etwas für die Gesundheit zu tun und Übergewicht zu vermeiden. Doch für viele ist es gar nicht einfach, zuckerfreie Produkte beim Einkauf im Supermarkt zu finden. Vermeintlich gesunde Lebensmittel entpuppen sich oftmals als Zuckerfallen oder enthalten künstliche Süßstoffe. Zu den häufigsten Bezeichnungen auf der Verpackung gehören Begriffe wie:

  • Light
  • Ohne Zuckerzusatz
  • Zuckerarm
  • Zuckerfrei

Wir erklären, was diese Bezeichnungen bedeuten und was wirklich in den Produkten steckt.

 
 

Heißt „Zuckerfrei?“ wirklich ohne Zucker?

Die Bezeichnung „Zuckerfrei“ auf süßen Getränken und Lebensmitteln ist irreführend, denn Zucker dürfen diese Produkte trotzdem enthalten: Pro 100 Gramm sind höchstens 0,5 Gramm Zucker erlaubt. „Ohne Zucker“ oder „Kein Zucker“ sind weitere Bezeichnungen für diese Produkte.

Für den süßen Geschmack in diesen sogenannten zuckerfreien Lebensmitteln sorgen meist Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe. Im Gegensatz zu Süßstoffen, die nahezu kalorienfrei sind, haben Zuckeraustauschstoffe durchschnittlich etwa 2,4 Kalorien pro Gramm. Das erklärt, warum zuckerfreie Bonbons nicht immer kalorienfrei sind. Zuckeraustauschstoffe haben eine ähnliche Süßkraft wie Industriezucker, Süßstoffe dagegen haben eine stärkere Süßkraft als Industriezucker und Zuckeraustauschstoffe.

Diese Zuckeraustauschstoffe sind in der EU zugelassen:

  • Erythrit (968)
  • Isomalt (E 953)
  • Lactit (E966)
  • Maltit (E 965)
  • Maltitol-Sirup (E 965)
  • Mannit (E 421)
  • Sorbit (E 420)
  • Xylit (E 967)

Das sind die in der EU zugelassenen Süßstoffe:

  • Acesulfam (E 950)
  • Advantam (E 969)
  • Aspartam (E 951)
  • Aspartam-Acesulfam-Salz (E 962)
  • Cyclamat (E 952)
  • Neohesperidin (E 959)
  • Neotam (E 961)
  • Saccharin (E 954)
  • Sucralose (E 955)
  • Steviosid (E 960)
  • Thaumatin (E 957)
 

Light-Produkte – das steckt drin

In Light-Produkten muss der Gehalt von Fett oder Zucker mindestens 30% geringer sein als der des entsprechenden herkömmlichen Produktes. Das gleiche gilt für Lebensmittel mit den Bezeichnungen „leicht“ und „weniger Zucker“. In Light-Getränken sorgen meist die Süßstoffe Aspartam (E 951), Cyclamat (E 952) und Acesulfam-K (950) für Süße.

Produkte Bezeichnungen wie "Zuckerfrei" oder "Light" enthalten Süßstoffe, Zuckeraustauschstoffe oder Zucker
 

Das bedeutet „Zuckerarm“

„Zuckerarme“ Produkte dürfen maximal fünf Gramm Zucker auf 100 Gramm enthalten. Bei Getränken liegt die Grenze bei 2,5 Gramm pro 100 Milliliter. Andere Bezeichnungen mit derselben Bedeutung sind „geringer Zuckergehalt“ und „enthält kaum Zucker“.

 

Was heißt „Ohne Zuckerzusatz“?

Diese Bezeichnung sagt aus, dass dem Produkt bei der Verarbeitung kein Zucker zugesetzt wurde. Das heißt nicht, dass in diesem Lebensmittel kein Zucker enthalten ist. Schließlich gibt es auch Nahrungsmittel, in denen von Natur aus Zucker steckt. Darauf hinzuweisen ist allerdings nicht verpflichtend.

 

Süßstoff zum Abnehmen?

Allgemein sollten Sie möglichst wenig Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe zu sich nehmen, wenn Sie abnehmen wollen. Der süße Geschmack der künstlichen Stoffe kann Heißhunger verursachen und auch Verdauungsbeschwerden sind eine häufige Nebenwirkung. Zum Backen und zum Süßen anderen Speisen gibt es gesündere Alternativen zu Industriezucker. Naturbelassene, möglichst unbehandelte Lebensmittel sind allgemein vorzuziehen.

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