Zu viel Eisen im Blut: Symptome, Ursachen und Folgen

Michelle Kröger

Ist der Eisenwert zu hoch, können verschiedene Ursachen dahinterstecken. Bei frühzeitiger Diagnose können der Eisenüberschuss ausgeglichen und die gesundheitlichen Folgen minimal gehalten werden. An diesen Symptomen können Betroffene erkennen, dass sie zu viel Eisen im Blut haben.

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Inhalt
  1. Eisenwert im Blut: Wie viel Eisen braucht der Körper?
  2. Eisen zu hoch: Wodurch kann ein zu hoher Eisenwert entstehen?
  3. Zu viel Eisen im Blut: Symptome und Anzeichen
  4. Eisenwert zu hoch: Was sind die Folgen?
  5. Die richtige Ernährung bei zu viel Eisen im Blut
 

Eisenwert im Blut: Wie viel Eisen braucht der Körper?

Eisen ist lebensnotwendig für den menschlichen Organismus, doch zu viel Eisen im Blut kann ebenso schädlich sein. Als essentielles Spurenelement kann der Körper Eisen nicht selber produzieren, sondern lediglich über die Nahrung aufnehmen. Hauptaufgabe des Eisens ist es, Sauerstoff als Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin zu transportieren und in der Muskulatur zu speichern. Außerdem ist das Spurenelement für die Funktionsfähigkeit verschiedener Enzyme verantwortlich und an weiteren bedeutenden Stoffwechselprozessen beteiligt.

Da Eisen in nur sehr geringer Konzentration im Blut vorkommt, besteht ein schmaler Grad zwischen zu wenig und zu viel. Fehlt es dem Körper an Eisen, wird von einem Eisenmangel oder in extremen Fällen von einer Anämie gesprochen. Ein zu hoher Eisenwert bedeutet eine Überdosierung, die gesundheitsschädlich sein kann. Beide Szenarien können gesundheitliche Folgen nach sich ziehen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Eine Ernährungsumstellung sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln unter ärztlicher Aufsicht können bei zu wenig bzw. zu viel Eisen im Blut helfen.

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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer Dosis von zirka zehn bis 15 Milligramm Eisen pro Tag. „Denn nur zehn bis 15 Prozent können vom Körper absorbiert werden”, erklärt Dr. Riedl die hohe Menge. Stillende und Schwangere sollten ihrem Körper täglich sogar 20 bis 30 Milligramm zuführen, um den erhöhten Eisenbedarf innerhalb dieser besonderen Lebensphasen zu decken.

 

Eisen zu hoch: Wodurch kann ein zu hoher Eisenwert entstehen?

Der Eisenwert im Blut wird durch die individuelle Eisenaufnahme reguliert. Die Ursache für einen zu hohen Eisenwert lässt sich demnach häufig auf die eigene Nahrungsaufnahme zurückführen. „Zum einen können sehr fisch- und fleischlastige Ernährungsmuster erhöhte Eisenwerte verursachen. Zum anderen kann zu hohe Supplementierung, die ergänzende Aufnahme von Nährstoffen, ein Grund für zu viel Eisen im Blut sein”, führt Dr. Riedl aus. Auch Bluttransfusionen zum Beispiel bei einer Anämie, die einen Eisenmangel ausgleichen sollen, können bei zu häufiger Anwendung zu einem Überschuss führen.

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Doch in den meisten Fällen ist die Ursache bereits in den Erbanlagen verankert. Die Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose sorgt für eine gestörte Eisenaufnahme im Darm, sodass mehr von dem Spurenelement aufgenommen wird als der Körper benötigt. Dieser Überschuss bringt den Eisenhaushalt ins Ungleichgewicht und kann gesundheitliche Folgen haben.

 

Zu viel Eisen im Blut: Symptome und Anzeichen

Mangelt es dem Körper an bestimmten Nährstoffen, treten Warnsignale auf. Das gleiche kann auch bei einer Überdosierung passieren. Dr. Riedl nennt typische Anzeichen und Symptome für einen Eisenüberschuss:

  • Magen-Darm-Probleme
  • Bauchkrämpfe
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Dunkelfärbung der Haut
  • Gelenkschmerzen
  • Eingeschränkte Libido

Außerdem können die Eisenwerte laborchemisch kontrolliert werden, wie der Mediziner erklärtt. „Bei einer Untersuchung im Labor werden der Eisenspiegel im Serum, die Konzentration des Eisenspeichers Ferritin und die Transferrinsättigung gemessen”.

 

Eisenwert zu hoch: Was sind die Folgen?

Eisen zu hoch? Kurzfristig erhöhte Eisenwerte geben keinen Grund zur Sorge. Allerdings wird bei zu viel Eisen im Blut eine regelmäßige Kontrolle empfohlen, um zu prüfen, ob die Werte mit der Zeit wieder auf ein angemessenes Niveau fallen. Pendelt sich der Eisenwert nicht ein, kann dies negative Folgen auf die Gesundheit haben. „Die Ablagerungen von Eisen in Organen und der Haut sowie Veränderungen der Hautpigmentierung wie zum Beispiel Morbus Addison, auch als Bronzehautkrankheit bekannt, sind keine seltenen Folgen”, berichtet Dr. Riedl.

Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählen unter anderem Leberschäden bis hin zur Leberzirrhose oder einem Leberzellkarzinom sowie Diabetes, Herzinsuffizienz oder eine Schilddrüsenfehlfunktion. Auch Gelenkbeschwerden und Arthritis können infolge zu hoher Eisenwerte auftreten.

 

Die richtige Ernährung bei zu viel Eisen im Blut

Um einen zu hohen Eisenwert auf natürliche Weise zu senken, kann eine Ernährungsumstellung helfen. „Weniger Fleisch, Wurst und Innereien”, lautet Dr. Riedls Rat. Er empfiehlt eine pflanzlich basierte Ernährung bei der schwarzer Tee zu den Mahlzeiten die Eisenaufnahme zusätzlich verringern kann. Im Prinzip wird Menschen mit zu viel Eisen im Blut geraten, genau das zu tun, was Patienten mit Eisenmangel meiden sollen. 

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Unser Experte: Dr. Matthias Riedl, Diabetologe, Ernährungsmediziner, Internist, Geschäftsführer, ärztlicher Direktor – und Bestsellerautor. Das Medicum Hamburg ist Europas größtes und ältestes Zentrum für Diabetes und Ernährungsmedizin. 2019 feierte die Diabetesabteilung 75-jähriges Jubiläum.

Quellen:

Eisenpräparate: zu viel Eisen kann schaden, in: UGBforum vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung.

Referenzwerte Eisen, in: dge.de von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.

Zu viel Eisen im Körper macht krank: Die Hämochromatose – eine häufige Stoffwechselerkrankung, in: Paracelsus Magazin Ausgabe 06/2018.

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