Zu dieser Tageszeit verbrennen wir die meisten Kalorien

Verena Elson Medizinredakteurin

Wie viele Kalorien wir zu einem bestimmten Zeitpunkt verbrennen, hängt nicht nur davon ab, was wir gerade tun – sondern auch davon, wie viel Uhr es ist.

Am späten NAchmittag und frühen Abend läuft unser Stoffwechsel auf Hochtouren
Am späten Nachmittag und frühen Abend läuft unser Stoffwechsel auf Hochtouren Foto:  AleksandarNakic/iStock

Nachmittags können wir uns Pfannkuchen und belegte Brötchen mit einem besseren Gewissen schmecken lassen als zum Frühstück – denn am späten Nachmittag und frühen Abend ist unser Energieverbrauch am höchsten, zeigt eine Harvard-Studie.

 „Die Tatsache, dass man durch die gleiche Aktivität zu einer Tageszeit so viel mehr Kalorien verbrennt als zu einer anderen Tageszeit, überraschte uns“, so Studienleiterin Kirsi-Marja Zitting. Gemeinsam mit ihrem Team am Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School in Boston ging sie der Frage auf den Grund, wie unsere innere Uhr sich auf unseren Stoffwechsel auswirkt – und zwar unabhängig von Aktivitätslevel, Schlaf- und Essgewohnheiten.

Dafür rekrutierten sie sieben Freiwillige, die für etwa einen Monat in einem Labor ohne Fenster, Uhren und Zugang zu Telefonen oder Internet lebten. Schlafen und essen durften die Probanden nur, wenn sie von den Forschern die Anweisung dazu erhielten.

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Biorhythmus bestimmt Stoffwechsel

Die Forscher „verwirrten“ den Organismus der Probanden, indem sie sie jeden Abend vier Stunden später ins Bett schickten als am Abend zuvor – und das drei Wochen lang. „Weil das für sie so war, als würden sie jede Woche einmal um die Welt reisen, konnten ihre biologischen Uhren nicht mithalten“, erklärt Studienautorin Jeanne Duffy. Ohne äußere Hinweise auf die tatsächliche Tageszeit seien ihre inneren Uhren gezwungen gewesen, in ihrem eigenen Takt zu schlagen. „Das erlaubte es uns, den Grundumsatz zu allen verschiedenen ‚biologischen‘ Tageszeiten zu ermitteln“, so Duffy.

Unter den sogenannten Grundumsatz fällt die Energie, die der Körper zur Aufrechterhaltung seiner Funktionen benötigt – also etwa für Herzschlag, Atmung und Verdauung. Der Grundumsatz besagt also, wie viele Kalorien wir verbrennen, wenn wir uns ausruhen und keiner körperlichen Aktivität nachgehen. Wie sich bei der Auswertung der Daten herausstellte, ist dieser Wert nicht immer gleich, sondern unterscheidet sich von Tageszeit zu Tageszeit.

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Höchster Energieverbrauch am späten Nachmittag

Am geringsten war der Energieverbrauch bei den Probanden in ihrer „biologischen Nacht“, wenn ihre Körpertemperatur abfiel. Am späten Nachmittag und frühen Abend war der Grundumsatz dagegen am höchsten – ganze zehn Prozent höher als am frühen Morgen. „Es könnte sein, dass Essen zu Zeiten, in denen unser Energieverbrauch geringer ist, uns zunehmen lässt“, so Duffy. Die Wissenschaftler raten daher dazu, regelmäßige Essenszeiten einzuplanen – und idealerweise sollte eine Hauptmahlzeit in das Zeitfenster des größten Kalorienverbrauchs fallen.

Das Fazit der Forscher: Unser Biorhythmus hat einen größeren Einfluss auf unseren Stoffwechsel als bisher angenommen. Gerät er aus dem Takt, kann sich das auch auf das Gewicht auswirken. Das könnte beispielsweise erklären, warum Menschen in Schichtarbeit im Schnitt häufiger von Übergewicht betroffen sind.

„Wie viel Energie wir verbrennen oder als Fett abspeichern, wird nicht nur dadurch beeinflusst, was wir essen, sondern auch dadurch, wann wir essen – und ruhen“, so Duffy. „Eine Regelmäßigkeit in unseren Ess- und Schlafgewohnheiten ist sehr wichtig für die gesamte Gesundheit.“
 

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