Zittern: Wie sieht die Therapie aus?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Zittern orientiert sich die Therapie grundsätzlich an der Ursache. Wird das Zittern als Nebenwirkung eines Medikaments ausgelöst, beispielsweise durch ein bestimmtes Medikament gegen Depressionen, so kann der behandelnde Arzt alternative Medikamente empfehlen oder die Dosis des bestehenden Medikaments in Abstimmung mit dem Betroffenen verringern.

Löst eine Erkrankung das Zittern aus, so wird die wirksame Behandlung der Grunderkrankung, beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion oder eines Diabetes mellitus (sog. Zuckerkrankheit), auch das begleitende Zittern verringern oder gänzlich verschwinden lassen.

Das physiologische, nicht krankhafte Zittern bedarf nur dann einer Therapie, wenn Betroffene durch das Zittern einen gesteigerten Leidensdruck und eine Einschränkung ihres Alltags verspüren und ausdrücklich eine Behandlung wünschen. Hier setzt der Arzt den Betablocker Propranolol ein, der bei vielen Betroffenen die Beschwerden lindert. Tritt das Zittern nur bei bestimmten Tätigkeiten auf, zum Beispiel beim Schreiben, so handelt es sich um einen aufgabenspezifischen Tremor. In der Behandlung dieser Form des Zitterns können gezielte und dosierte Botulinum-Injektionen eingesetzt werden, meist in Kombination mit einem Bewegungstraining. Das Zusammenspiel beider Behandlungsformen verringert das Zittern in der Regel deutlich.

Altersbedingt häuft sich das Zittern ohne eine erkennbare Ursache (essentielles Zittern). In der Altersgruppe der über 65-Jährigen sind knapp fünf Prozent von dieser Form des Zitterns betroffen. Charakteristisch ist das symmetrische Auftreten, beispielsweise in beiden Händen oder beiden Beinen. Das Zittern zeigt sich vor allem bei Bewegungen und bei Haltevorgängen. Für diese Form von Zittern stehen in der Therapie diese Medikamente zur Verfügung:

  • sogenannte Betablocker, die unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet werden (z. B. Propanolol, Atenolol)
  • Medikamente gegen Epilepsie (z. B. Primidon, Gabapentin)
  • Wirkstoffe für die Behandlung von Angst- und Panikstörungen (z. B. Aprazolam, Clonazepam)
  • Medikamente gegen Psychosen (z. B. Clozapin)

Erzielt die medikamentöse Zittern-Therapie keinen Erfolg und/oder sind die Betroffenen durch die Störung stark eingeschränkt, so kann die sogenannte tiefe Hirnstimulation – umgangssprachlich etwas irreführend als Hirnschrittmacher bezeichnet – die Beschwerden lindern. Der Neurochirurg setzt Betroffenen dazu Elektroden in bestimmte Regionen im Gehirn ein. Sie sind mit einem Impulsgeber im Bereich der Brust oder des Oberbauchs verbunden. Dieser sendet entsprechende Reize, die die Nervenzellaktivität regulieren.

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