Zitrusfrüchte: NOCH gesünder als Sie dachten!

Pflanzenfasern enthalten viele Antioxidantien
Orangensaft ist gesünder, wenn man ihn mit Fruchtfleisch trinkt – am besten frisch gepresst oder als Direktsaft aus dem Laden © Fotolia

Bei Zitrusfrüchten denken die meisten Menschen vor allem an eines: Vitamine. Doch Forscher fanden nun einen weiteren gesundheitsfördernden Stoff in Orangen, Zitronen und Co. – und das in tatsächlich ungeahntem Ausmaß. Praxisvita hat die Fakten.

Antioxidantien sind Stoffe – wie z.B. Vitamin C oder Carotin –, die dafür sorgen, dass sogenannte freie Radikale im Körper keinen Schaden anrichten können. Radikal-Teilchen wiederum sind Bruchstücke von Molekülen, die aufgrund eines ungebundenen Elektrons wichtige Prozesse im Menschen stören – und so biologisches Gewebe zerstören oder zu Zellentartungen (Krebs) führen können.

Dass solche antioxidativen Stoffe nicht nur in Karotten, Tomaten oder Süßkartoffeln stecken, sondern auch in Zitrusfrüchten, war zumindest Ernährungs- und Diätberatern bekannt. Was aber bisher niemand wusste: Sie enthalten riesige Mengen davon.

 

Neues Verfahren bestimmt Inhaltsstoffe besser

Forscher der Universität von Granada haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem die Konzentration von Antioxidantien in Lebensmitteln präziser als bisher ermittelt werden kann. Wichtigste Erweiterung der neuen Analysemethode ist die Beachtung von Wechselwirkungen zwischen menschlicher Verdauung und den antioxidativen Stoffen.

Die Forscher konnten so beweisen, dass der Magen-Darm-Trakt als Faktor für die Freisetzung von Antioxidantien aus Lebensmitteln unterschätzt worden war. Zudem wurde der antioxidative Wert von Orangen bisher vor allem an seinem Saft gemessen. Die in der Frucht vorkommenden Pflanzenfasern wurden dabei kaum berücksichtigt, da ihnen keine besondere Ernährungsrelevanz zugestanden wurde.

 

Pflanzenfasern enthalten viele Antioxidantien

Tatsächlich setzen die Pflanzenfasern – wie sie nicht nur in den Früchten selbst vorkommen, sondern auch in Saft mit Fruchtfleisch – von Zitrusfrüchten erheblich mehr Antioxidantien frei als z.B. der bloße Saft. Der Grund dafür liegt im Zusammenspiel von Verdauung und Zellulose. Für die Studie wurde das antioxidative Potential von Fruchtfasern bestimmt, indem die chemischen und metabolischen Vorgänge im Magen-Darm-Trakt künstlich nachgestellt wurden.

Die Analyse-Ergebnisse verblüfften die Forscher: Tatsächlich fanden sich in den Fasern von Zitrusfrüchten im Schnitt zehnmal mehr Antioxidantien als im Saft. Die gemessenen Werte sind so hoch, dass – nach Aussagen der Forscher – Lehrbücher und die bisherigen Nährwerttabellen für Zitrusfrüchte in Zukunft neu geschrieben werden müssen.

Hamburg, 9. Dezember 2014

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