Zika – wann kommt der Impfstoff?

Eine Frau hält ein Baby mit Mikroenzephalie auf dem Arm
Seit der Ausbreitung des Zika-Virus in Brasilien kam es dort vermehrt zu sogenannten Mikroenzephalien bei Neugeboreren – bei dieser Fehlbildung des Kopfes ist auch die geistige Entwicklung verzögert © gettyimages

Das Zika-Virus breitet sich immer weiter aus – auch in Europa wurden bereits Fälle gemeldet. Forscher arbeiten derweil unter Hochdruck an einem Impfstoff. Wie lange wird es dauern, bis er erhältlich ist?

In sechs europäischen Ländern wurden bereits Fälle von Reisenden registriert, die das Zika-Virus mitbrachten. So meldeten Großbritannien, Schweden, die Niederlande, Dänemark und die Schweiz Krankheitsfälle bei Bürgern, die von Reisen aus Süd- oder Mittelamerika zurückgekehrt waren. In Deutschland wurden Medienberichten zufolge seit 2013 zehn Zika-Infektionen registriert.

 

Forscher entwickeln Zika-Impfstoff

Derweil läuft die Suche nach einem Impfschutz bereits auf Hochtouren. Verantwortlich für die Impfstoff-Forschung sind Wissenschaftler der University of Texas. In Hochsicherheitslaboren analysieren sie Zika-Proben, die in Brasilien gesammelt wurden. Dr. Shannan Rossi, die an den Laborarbeiten beteiligt ist, erzählt gegenüber BBC, welche Fragen sie zurzeit beschäftigen: „Welche Tiere können infiziert werden, wie lang bleibt es (das Virus) im Menschen, sind spezifische Moskitos, die wir hier halten, Zika-positiv oder negativ? Jetzt stehen wir wirklich noch am Anfang.“

Dennoch glauben die Forscher, dass schon im nächsten Jahr Tests mit einem Impfstoff beginnen könnten. Doch die Freigabe für den Einsatz in der Bevölkerung wird wohl noch viel länger dauern – die Studienleiter rechnen mit zehn bis zwölf Jahren.

 

Fehlbildungen bei Neugeborenen

Aufgrund vermehrter Fehlbildungen bei Neugeborenen seit dem Anstieg der Zika-Fälle in Süd- und Mittelamerika besteht der Verdacht, dass das Virus die sogenannte Mikroenzephalie auslösen kann. Betroffene Kinder haben einen deutlich kleineren Kopf und ein kleineres Gehirn als andere Neugeborene. Die Folge sind meist geistige Behinderungen unterschiedlicher Ausprägung.

Einen Beweis dafür, dass Zika der Auslöser der Fehlbildungen ist, gibt es bisher allerdings nicht. Zwar halten es Mediziner für wahrscheinlich, dass das Virus das Risiko einer Mikroenzephalie erhöht – doch um welchen Faktor, ist noch nicht geklärt. Dafür müssten zunächst groß angelegte Studien durchgeführt werden.

Interessant ist jedoch in diesem Zusammenhang das Beispiel Kolumbien: Dort wurden 16.400 Zika-Infektionen registriert, darunter waren 1.090 betroffene Schwangere. Dennoch wurde bisher bei keiner dieser Schwangeren eine Fehlbildung des Babys festgestellt.

Hamburg, 28. Januar 2016

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.