Zika-Virus: WHO ruft globalen Gesundheitsnotstand aus

Mücke sticht zu
Gefahr Mücken © Corbis

Ein Notfall-Komitee der Weltgesundheitsorganisation WHO entscheidet am 1. Februar, auf die Zika-Pandemie mit einer besonderen Maßnahme zu reagieren, und verkündet einen globalen Gesundheitsnotstand. Viele Fragen bleiben dennoch offen...

Das gefürchtete Zika-Virus breitet sich immer weiter aus – vor allem in Südamerika. Es steht im Verdacht Fehlbildungen und neurologische Schäden bei Neugeborenen auszulösen. Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation WHO bereits am vergangenen Donnerstag eine Experten-Kommission eingesetzt, die jetzt nach ihrer ersten Sitzung in Genf einen globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat.

 

Was bedeutet "Globaler Gesundheitsnotstand"?

Zunächst hat die Verkündung keine unmittelbaren Folgen. Die WHO kann jedoch, solange der Notstand besteht, Mitgliedsstaaten auffordern, bestimmte Maßnahmen umzusetzen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Auch, wenn die Staaten nicht direkt betroffen sind. Zuletzt wurde ein globaler Gesundheitsnotstand im August 2014 aufgrund der Ebola-Epidemie in Westafrika erklärt.

 

Wie gefährlich ist das Zika-Virus?

Die WHO-Direktorin, Margaret Chan, warnte zuletzt vor einer "explosionsartigen" Ausbreitung in Südamerika. Experten der WHO rechneten mit drei bis vier Millionen Neuerkrankungen 2016. Erste Fälle von Infektionen sind mittlerweile auch in Nordamerika, Europa und in Indonesien bekannt geworden. Das Virus wird durch die asiatische und afrikanische Tigermücke der Gattung Aedes übertragen. In den meisten Fällen verläuft es ohne Symptome, bei etwa 20 Prozent löst es grippeähnliche Beschwerden aus. Schwangere können den Erreger jedoch auf ihre ungeborenen Kinder übertragen. Bei diesen soll es die sogenannte Mikrozephalie begünstigen. Eine Krankheit, bei der Babys mit einem viel zu kleinen Kopf auf die Welt kommen, häufig geistig behindert sind und unter neurologischen Störungen leiden. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür allerdings nicht.

Eine Frau hält ein Baby mit Mikroenzephalie auf dem Arm
Seit der Ausbreitung des Zika-Virus in Brasilien kam es dort vermehrt zu sogenannten Mikroenzephalien bei Neugeboreren – bei dieser Fehlbildung des Kopfes ist auch die geistige Entwicklung verzögert© gettyimages
 

Wie schützen wir uns am besten?

Mückenstiche vermeiden – vor allem in Asien, Afrika und Südamerika. Das gilt besonders für Schwangere. Hier erfahren Sie mehr dazu. Ein Impfstoff existiert bislang nicht, die Entwicklung soll laut WHO noch mindestens ein Jahr dauern. Bis der Impfstoff dann flächendeckend zur Verfügung steht, vergehen erfahrungsgemäß häufig noch mehrere Jahre.

Hamburg, 1. Februar 2016

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