Zeitumstellung: Wie wirkt sie sich auf Kinder aus und was hilft?

Dr. med. Nadine Hess

Besonders die Eltern von Babys und Kleinkindern sind oft unsicher, welche Effekte eine Zeitumstellung auf den Nachwuchs hat. Kinderärztin Dr. Nadine Hess erklärt, welche Auswirkungen es gibt und wie sie sich vermindern lassen.

Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Kinderärztin Dr. Nadine Hess: „Um den Kindern die Zeitumstellung zu erleichtern, sollten die Schlafzeiten schon ein paar Tage vorher nach und nach angepasst werden.“ © Privat
 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Die Zeitumstellung macht vielen Menschen zu schaffen. Und Eltern sind oft besonders verunsichert, weil sich nur schwer einschätzen lässt, wie sich die Umstellung bei Babys und Kindern auswirkt. Tatsächlich bringt die Zeitumstellung nicht nur die „Innere Uhr“ von Erwachsenen durcheinander, sondern auch die von Kindern: Während die Eltern meist unter Kopfschmerzen und Schwindel leiden, werden Babys und Kleinkinder vor allem quengelig, weil sich ihr gewohnter Schlaf-Wach-Rhythmus so abrupt ändert. Das wiederum zehrt an den Nerven der Eltern und kann zu verstärkter Erschöpfung führen. Besonders unangenehm: Bis sich ein Baby an die Zeitumstellung gewöhnt hat und die Quengelei nachlässt, kann es bis zu einer Woche dauern.

 

Zeitumstellung: Die optimale Vorbereitung

Damit die Zeitumstellung für die Kleinen weniger schwierig wird, hilft es, ihre Schlafgewohnheiten etwa eine Woche vorher langsam anzupassen und die Umstellung nach und nach vorwegzunehmen. Das bedeutet: Wird die Uhr zur Winterzeit eine Stunde zurückgestellt, sollte man ein Baby jeden Tag etwa zehn Minuten später ins Bett bringen, bei der Umstellung zur Sommerzeit dagegen zehn Minuten früher. Bei Kleinkindern reicht es, mit der Umstellung drei bis vier Tage im Voraus zu beginnen und den Nachwuchs etwa 15 Minuten später oder eben früher ins Bett zu schicken. Extra-Tipp: Auch die Essenszeiten sollten in dieser Zeit entsprechend etwas nach vorne oder hinten verschoben werden, um die Umstellung zu erleichtern.

Zeitumstellung
Steht ein Langstreckenflug an, sollte der Tagesablauf ebenfalls im Voraus etwas angepasst werden – das reduziert den Jetlag und erspart unnötigen Stress© Fotolia
 

Jetlag bei Kindern

Doch nicht nur die Zeitumstellung kann für Kinder sehr anstrengend sein, auch Langstreckenflüge und ein damit oft verbundener Wechsel der Zeitzone stören den Schlafrhythmus. Hier sollte wenn möglich die ganze Familie ebenfalls eine Woche vor dem Flug damit beginnen, den Tagesablauf alle zwei Tage um eine Stunde vor oder zurück zu verschieben – je nachdem, ob man nach Osten oder Westen fliegt. Kommt man abends am Urlaubsort an, sollte das Schlafen auf dem Flug eher vermieden werden, damit man direkt müde genug ist, um vor Ort ins Bett zu gehen. Nehmen Sie sich außerdem die ersten ein, zwei Tage nach der Ankunft möglichst wenig vor, bis der Jetlag überwunden ist – dann können Sie den Urlaub auch ausgeschlafen genießen.

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