Zeitumstellung – eine Stunde extra für die Gesundheit

Frau streckt sich im Bett
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr eine Stunde zurückgestellt – in der gewonnenen Stunde können Sie viel für Ihre Gesundheit tun © Fotolia

Gute Nachrichten: Dieses Wochenende dauert eine Stunde länger als gewöhnlich – denn in der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr eine Stunde zurückgestellt. So nutzen Sie die geschenkte Stunde optimal für Ihre Gesundheit.

 

Ausschlafen

Wer die Extrastunde im Bett liegen bleibt, tut seinem Körper gleich in mehrfacher Hinsicht etwas Gutes: Eine US-Studie zeigte kürzlich, dass eine zusätzliche Stunde Schlaf pro Nacht das Erkältungsrisiko um rund 75 Prozent senkt. Konkret waren Probanden, die weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht bekamen, 4,2 mal anfälliger für Erkältungen als Probanden, die mindestens sieben Stunden schliefen.

Doch die Extrastunde Schlaf hat noch einen weiteren positiven Effekt: US-Wissenschaftler fanden heraus, dass eine zusätzliche Stunde Schlaf pro Nacht bei Frauen die Lust auf Sex im Schnitt um 14 Prozent steigert – und Sex ist gesund: Er wirkt entspannend, schützt vor Stress, stärkt das Immunsystem und ist ein natürliches Schmerzmittel.

 

Kuscheln

Nutzen Sie die geschenkte Zeit, um mit Ihrer Liebsten oder Ihrem Liebsten noch eine Stunde im Bett zu kuscheln. Das ist nicht nur schön, sondern auch unglaublich gesund. Schon intuitiv wissen wir, wie wichtig Berührungen für unseren Körper sind: Wenn uns etwas wehtut, legen wir automatisch eine Hand auf die schmerzende Stelle.

Der Tastsinn ist der erste Sinn, der sich beim Embryo entwickelt. Schon mit acht Wochen spürt das ungeborene Kind Berührungsreize und reagiert darauf – Augen und Ohren fehlen zu diesem Zeitpunkt noch. Nach der Geburt beruhigt sich das Baby, wenn es auf den Bauch der Mutter gelegt wird.

Verantwortlich dafür ist das Hormon Oxytocin. Der Körper bildet es beim Kuscheln, Stillen oder auch beim Sex. Es gilt als Bindungshormon. Oxytocin lässt den Blutdruck und die Herzfrequenz sinken, auch das Stresshormon Cortisol wird abgebaut. Geist und Muskeln entspannen. Das Immunsystem wird gestärkt: Glückliche Menschen fangen sich seltener einen Infekt ein und erholen sich schneller. Schon leichte Berührungen der Haut fördern die Ausschüttung.

 

Ausgiebig frühstücken

Das Frühstück galt schon immer als die wichtigste Mahlzeit des Tages. Doch die Realität sieht anders aus: Immer mehr Menschen lassen aus Zeitgründen das Frühstück ausfallen oder begnügen sich nur mit einer schnellen Tasse Kaffee.

Dass der Verzicht auf die morgendliche Mahlzeit aber gesundheitliche Folgen haben kann, zeigt eine US-Studie. Demnach haben diejenigen Personen, die auf das Frühstück verzichten, ein um 30 Prozent höheres Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden als diejenigen, die morgens Müsli oder ein Brot aßen.

Grund genug die geschenkte Stunde in etwas Sinnvolles zu investieren: Frühstücken Sie ausgiebig. Nehmen Sie sich Zeit, um sich beispielsweise ein Müsli selbst zu machen. Denn ein Müsli (ohne Zucker) zum Frühstück hält das Herz fit: Ballaststoffe im Getreide, Fettsäuren in den Nüssen, Vitamine im Obst und Kalzium in der Milch schützen die Gefäße, senken die Gefahr einer Herzerkrankung deutlich.

 

Sport treiben

Bewegung bringt den Körper wieder in Schwung und steigert das Wohlbefinden. Außerdem ist Sport gesund – auch in der kalten Jahreszeit. Er sorgt dafür, dass das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet wird. Und das brauchen wir jetzt ganz besonders, um der Winterdepression zu begegnen. Bei Sonnenschein sollte man sein Trainingsprogramm erst recht nach draußen verlegen: Unter Sonneneinstrahlung produziert unsere Haut das für unser Immunsystem unentbehrliche Vitamin D. Es stärkt die Knochen und verringert neuesten Studien zufolge sogar das Krebswachstum. Grund genug die geschenkte Stunde zum Beispiel für einen langen Spaziergang zu nutzen. Diese Form der Bewegung ist auch für sonst eher unsportliche Personen bestens geeignet. Und noch ein Vorteil bietet Sport im Freien in den Herbst- und Wintermonaten: Unser Immunsystem wird mehr gefordert. Das führt zu einer Art Impfeffekt, sodass unsere Abwehrkräfte gestärkt werden und wir gegen Erkältungen gewappnet sind. Wer sich sportlich betätigt, schützt sein Herz. Tägliches Radfahren oder Gehen für mindestens 20 Minuten senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 21 Prozent. Wenn Sie bereits viel Sport machen, nutzen Sie die geschenkte Stunde doch für Übungen oder Sportarten, die sonst nicht Bestandteil Ihres Trainingsprogramms sind. Denn machen Sie eine Stunde lang etwas anderes als sonst, entstehen neue Vernetzungen im Gehirn – der beste Schutz vor Demenz. Denn das Gehirn braucht Abwechslung. Wenn wir es täglich fordern, halten wir es fit und schützen uns vor Demenz.

Und hätten Sie gewusst, dass Sport das Sexleben verbessern kann? Wissenschaftliche Studien belegen, dass Sport nicht nur die sexuelle Leistungsfähigkeit sondern auch den Spaß beim Sex steigert.

 

Musik hören

Nutzen Sie die gewonnene Stunde, um ein klassisches Stück anzuhören. Studien belegen, dass Musik zu einer erhöhten Ausschüttung körpereigener Glückshormone führt. Diese haben eine motivierende Wirkung, reduzieren Ängste und stärken das Immunsystem.

Schon vor Jahrhunderten benutzen die Schamanen der Urvölker Trommeln und Gesang, um psychische und körperliche Leiden zu lindern – und im Mittelalter mussten angehende Ärzte nebenbei Musik studieren. Der positive Einfluss von Musik auf den Puls, das Herz, den Blutdruck, die Atmung und weitere wichtige Körperfunktionen wird in der Medizin auch heute noch zur Unterstützung der Heilung eingesetzt.

Instrumentalmusik besitzt die stärkste Wirkung, denn diese steigert zusätzlich Konzentration, Gedächtnis und Kreativität. Tun Sie Ihrem Körper etwas Gutes, lehnen Sie sich zurück, schließen Sie die Augen und folgen dem Klang der Musik.

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