Zeit für Aufklärung: Häufige Irrtümer über Zecken

Redaktion PraxisVITA
Zecken sind auch in einem milden Winter aktiv
Zecken sind auch in einem milden Winter aktiv. Bei Temperaturen ab acht Grad sollten Sie mit Zecken rechnen © imago

Kein anderes Tier verursacht in Deutschland so viele Erkrankungen wie Zecken. Schützen Sie sich vor einer Borreliose, die von Zecken übertragen wird!

Allein die Vorstellung, dass sich so ein kleines Biest in unsere Haut bohrt, ist reichlich unangenehm. Das wirklich Schlimme ist aber, dass Zecken Krankheiten übertragen. Jede zehnte Zecke ist mit Bakterien infiziert, die eine Borreliose-Infektion auslösen können. Noch gefährlicher ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Sie wird durch Viren ausgelöst und kann zu Hirnhaut- oder Hirnentzündung führen. Es ist also wichtig, sich zu schützen – und bei einem Biss richtig zu reagieren. Leider gibt es viele Gerüchte:

 

Zecken sind nur im Sommer aktiv

Stimmt nicht ganz! Die Krabbler können auch in milden Wintern auftreten. Sie werden nämlich schon bei Temperaturen um acht Grad aktiv. Verlassen Sie sich deshalb bitte nicht allein auf die Jahreszeit.

 

Zecken lassen sich von Bäumen auf uns fallen

Stimmt nicht! Man findet Zecken selten in über einem Meter Höhe. Sie lauern auf niedrigen Pflanzen, Gräsern und im Unterholz.

 

Die richtige Kleidung bietet guten Schutz

Stimmt fast! Bedecken Sie beim Gang in die Natur möglichst viel Haut, daher lange Ärmel und lange Hosenbeine. Stecken Sie die Hose in die Socken. Außerdem sollten Sie beim Spaziergang helle Kleidung bevorzugen. Auf der können Sie Zecken gut erkennen und absammeln. Allerdings kann es sein, dass die Tierchen so lange auf Ihrem textilen Schutzschild herumkrabbeln, bis sie eine geeignete Hautstelle finden. Bitte suchen Sie sich also sehr gründlich ab, wenn Sie wieder zu Hause sind.

 

Festgesogene Zecken entfernt man mit Öl

Stimmt definitiv nicht! Öl, Zahnpasta, Klebstoff, Alkohol – all diese Hausmittel lassen die Tiere ersticken. Dann erbrechen Sie sich in die Wunde und entlassen so noch mehr Viren und Bakterien in Ihren Körper. Bitte greifen Sie zu einer speziellen Zeckenzange, die Naturfreunde in Ihrer Hausapotheke haben sollten. Fassen Sie das Tier damit hautnah an und drehen Sie es mit wenig Druck heraus. Übrigens: Je schneller das Biest entfernt wird, desto besser!

 

Mit dem Entfernen ist das Problem erledigt?

Stimmt nicht immer! Wenn ein Teil der Zecke in der Haut verbleibt, oder sich die Stelle entzündet, gehen Sie bitte zügig zum Arzt. Das gilt natürlich erst recht, wenn Krankheitssymptome auftreten. Seien Sie in den kommenden drei Wochen besonders aufmerksam: Schwillt die Wunde an oder juckt sie? Bildet sich ein roter Fleck? Bekommen Sie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden? Seien Sie ruhig übervorsichtig. Und sagen Sie dem Arzt wann und wo genau Sie gebissen wurden.

 

Es gibt eine Impfung, die vor Zeckenbefall schützt

Stimmt so nicht! Vor dem Zeckenbefall schützt die Impfung nicht. Wohl aber vor FSME. Besonders, wenn Sie in Zecken-Risikogebieten (z.B. Bayern, Baden-Württemberg) leben oder Urlaub machen, ist die Impfung unbedingt empfehlenswert. Informationen bekommen Sie bei Ihrem Hausarzt und beim Robert-Koch-Institut.

 

So schützen Sie Hund und Katze

Vierbeiner lieben Streifzüge durch die Natur. Begehrtes Souvenir: Zecken. Das ist meist nur lästig, kann aber auch gefährlich werden. Für das Tier – und für die menschlichen Mitbewohner. Sorgen Sie bitte rechtzeitig vor:

  • Ideal für Hunde sind Halsbänder mit „Pyrethroid". Das Mittel verteilt sich über den Körper des Tieres. Es reizt die Füße der Zecken und vertreibt sie so.
  • Für Katzen sind Tropfen mit „Fipronil" besser. Davon gibt man einen Tropfen auf den Nacken der Katze. Der Wirkstoff tötet Zecken.
  • Suchen Sie Ihr Tier nach Spaziergängen gründlich ab und entfernen Sie Zecken sofort mit einer Zeckenzange.
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