Zeig mir deine Zunge und ich sage dir, wie es dir geht!

Redaktion PraxisVITA
Frau steckt Zunge raus
So sieht eine gesunde Zunge aus: glatte Oberfläche mit einer blass-rosa Färbung © Fotolia

Auf der Zunge spiegelt sich Ihr Gesundheitszustand wider. PraxisVITA sagt Ihnen, wie Sie aussehen sollte und welche Anzeichen auf eine Erkrankung hindeuten.

,,Mach mal Aaaaah!" Diesen Satz kennen wir noch aus Kindertagen. Und auch heute schauen Hausärzte ihren Patienten bei Untersuchungen häufig in den Mund. Das kommt nicht von ungefähr: Mit dieser altbewährten Methode lassen sich viele Krankheiten erkennen. Deren Anzeichen liegen uns buchstäblich auf der Zunge. Wir müssen sie bloß richtig zu deuten wissen.

 

Schauen Sie bei Ihrer Zunge genau hin

Es braucht nicht immer einen Arzt, um Ihre Zunge zu untersuchen. Das können Sie auch selbst. Die beste Zeit dafür ist morgens direkt nach dem Aufstehen, noch vor dem ersten Kaffee oder Zähneputzen. Stellen Sie sich bei Tageslicht vor den Spiegel, strecken Sie Ihre Zunge locker heraus und kontrollieren Sie diese auf Belag und Farbe. Je regelmäßiger Sie Ihre Zunge begutachten, desto eher werden Sie krankhafte Veränderungen erkennen. In dem Fall heißt es dann: Ab zum Arzt, um die Ursachen für Ihre Symptome zu klären.

Zunge
Die beste Tageszeit, um die eigene Zunge auf Krankheitssymptome zu untersuchen, ist direkt nach dem Aufstehen© iStock/oatawa
 

So sollte die Zunge aussehen

Die Zunge eines gesunden Menschen hat eine blassrosa Färbung. Die Zunge ist leicht feucht und glatt. Natürlich kann die Zunge gerade morgens nach dem Aufstehen schon mal mit einem weißlichen Belag überzogen sein. Solange dieser jedoch bei der täglichen Mundhygiene einfach verschwindet, gibt es keinen Anlass zur Beunruhigung.

 

Das will die Zunge Ihnen sagen

Hartnäckige Ablagerungen in verschiedenen Farben deuten auf unterschiedliche Krankheitsbilder hin. Erkennen Sie bei Ihrer Selbstkontrolle, dass die Zunge mit einem gelblichen Film überzogen ist, können Leber- oder Gallenleiden der Grund dafür sein. Auch für eine hochrote Lackzunge kommen Leberprobleme als Ursache infrage. Bei Darmbeschwerden ist die Zunge eher bräunlich verfärbt. Eine dicke, weiße Schicht wird häufig durch eine Erkältung oder eine Magen-Darm-Störung ausgelöst. Bei Scharlach ist die Zunge intensiv rot verfärbt und an kleinen Stellen geschwollen. Das wird im Volksmund als Himbeerzunge bezeichnet. Rote Flecken auf der Zunge werden hingegen häufig durch Asthma hervorgerufen.

 

Auch die Zunge kann erkranken

Die Zunge spiegelt nicht nur körperliche Beschwerden wider, auch sie selbst kann von Infektionen befallen werden. Insbesondere nach Antibiotika-Behandlungen, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dann kann es zu Pilzbefall kommen. Er macht sich durch weiß-belegte Flecken bemerkbar, die sich nicht beseitigen lassen. Auch Bakterien siedeln sich gerne auf der Zunge an. Sie können die sogenannte Haarzunge verursachen: Die Zunge ist grau verfärbt, sieht beinahe aus, als sei sie schimmelig. Bei diesen Symptomen sollten Sie schnell einen Arzt aufsuchen.

 

So pflegen Sie die Zunge richtig

Zungenschaber hilft bei Zungenbelag
Wenn der Belag auf der Zunge stört oder unangenehm riecht, kann ein Zungenschaber Abhilfe schaffen© shutterstock

Um Infektionen zu verhindern, ist Mundhygiene unerlässlich. Zähneputzen ist für uns zwar selbstverständlich, aber die Zunge vergessen wir gern. Dabei bietet gerade sie durch ihre Struktur einen idealen Nährboden für Bakterien. Besonders im hinteren Teil siedeln sie sich leicht an und verursachen unangenehmen Geschmack, schlechten Atem und Krankheiten. Mit einem Zungenschaber lässt sich das aber leicht verhindern. Ziehen Sie ihn sanft von hinten nach vorne. Um Ihre Geschmacksknospen dabei nicht zu verletzen, greifen Sie zu einem Schaber mit weichen Lamellen.

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