Zehn Jahre Verstopfung

Ein Mann hält sich den Bauch
Eine jahrelange chronische Verstopfung führte bei einem Mann in China dazu, dass sich sein Darm zu seiner doppelten Größe ausdehnte © Fotolia

Nachdem ein Mann in China ein Jahrzehnt lang an ungeklärten Bauchschmerzen gelitten hatte, fanden Ärzte den Grund dafür: Rund fünf Kilogramm Stuhl hatten sich in seinem Darm festgesetzt.

Als ein 27-jähriger Mann mit starken Bauchschmerzen in ein Krankenhaus im chinesischen Chengdu eingeliefert wurde, hatte er bereits zehn Jahre mit chronischen Schmerzen und zahlreichen Arztbesuchen hinter sich. Die Ursache seiner Beschwerden hatte bis dahin jedoch niemand finden können.

Dieses Mal offenbarten Röntgenbilder die Ursache: Der Darm des Patienten war auf seine doppelte Größe ausgedehnt. Der Grund dafür war eine rund fünf Kilogramm schwere Stuhlansammlung, die sich in dem Organ festgesetzt hatte.

 

Megakolon durch chronische Verstopfung

Die Diagnose lautete Megakolon – eine durch chronische Verstopfung ausgelöste Erweiterung des Darms. Ein Megakolon kann – wie im Fall des chinesischen Patienten – angeboren, oder die Folge anderer Erkrankungen wie Colitis ulcerosa sein. Die angeborene Form des Megakolons, auch als Morbus Hirschsprung bezeichnet, tritt bei einem von 5.000 Kindern auf – Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Aufgrund einer Fehlbildung der Nervenstrukturen in der Darmwand zieht sich der entsprechende Darmabschnitt dauerhaft zusammen. Der Darm kann daraufhin nicht mehr richtig entleert werden und es bilden sich Stuhlansammlungen, die schließlich zur Darmerweiterung führen. Meist wird das Syndrom bereits in der Kindheit diagnostiziert. Hinweise darauf sind Symptome wie Verstopfung, ein dauerhaft aufgeblähter Bauch und Erbrechen.

Zur Behandlung eines angeborenen Megakolons wird der betroffene Darmanschnitt entfernt. Laut einem Bericht der britischen Zeitung Daily Mail wurde bei dem Patienten aus China zunächst der angesammelte Stuhl entfernt – vermutlich folgt eine weitere Operation des Darms, um erneute Stuhlansammlungen zu verhindern.

 

Chronische Verstopfung kann tödlich enden

Der Mann hatte Glück – seine Erkrankung hätte auch tödlich enden können. Das zeigt der Fall einer 16-Jährigen in England, deren Darm so stark erweitert war, dass er andere Organe verschob und schließlich einen Herzinfarkt auslöste – daran verstarb das Mädchen. Bei ihr hatte jedoch eine Toilettenphobie das Megakolon ausgelöst – wegen einer Toilettenphobie hatte sie rund zwei Monate lang keinen Stuhlgang.

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