Zehennagel eingewachsen? - Ursachen, Behandlung, Vorbeugung

Redaktion PraxisVITA
Frau schneidet Mann die Fußnägel gegen eingewachsene Fußnägel
Wer eingewachsene Zehennägel vermeiden will, sollte auf richtiges Fußnägelschneiden achten © iStock/AndreyPopov

Es spannt, drückt und pocht – ein eingewachsener Zehennagel ist sehr schmerzhaft. PraxisVITA erklärt, woher das Problem kommt, wie Sie es behandeln und wie sie vorbeugen können.

 

Was ist ein eingewachsener Zehennagel?

Bei einem eingewachsenen Nagel (Unguis incarnatus) drückt der Nagel in die umliegende Haut, den Nagelfalz. In den meisten Fällen tritt das Einwachsen an den großen Zehen auf. Es kommt zu Schmerzen, Rötungen, Schwellung und Eiteraustritt. Falsches Nägelschneiden und das Tragen enger Schuhe sind die häufigsten Ursachen.

 

Ursachen für eingewachsene Zehennägel

Wer seine Fußnägel an den Seiten zu kurz schneidet (ovale Form), erhöht damit das Risiko des Einwachsens. Auch Verletzungen oder genetische Veranlagung können dazu führen, dass ein Nagel in die Haut einwächst. So ist bei einigen Patienten genetisch bedingt zu wenig Platz im Nagelbett.   

 

Das sind Symptome eines eingewachsenen Fußnagels

Wenn sich die Nagelplatte in den Nagelwall schiebt, wird es unangenehm spürbar, dass der Zehennagel eingewachsen ist. Das umliegende Gewebe entzündet sich und schwillt an. Bakterien können eindringen und die betroffene Stelle eitert. Im Verlauf kommt es zu starken, pochenden Schmerzen und der Zeh fühlt sich heiß an.

Während der Körper versucht, die Wunde zu heilen, kann sich zudem Granulationsgewebe bilden. Diese Wucherungen werden im Volksmund auch als "wildes Fleisch" bezeichnet. Der Nagel hat immer weniger Platz, was ein Fortschreiten oder Wiederauftreten der Entzündung begünstigen kann. Einen eingewachsenen Zehennagel sollten Sie deshalb frühzeitig behandeln, um Komplikationen wie eine Nagelbettentzündung zu vermeiden.

 

Behandlung - vom Fußbad bis zu Operation

Füße in Wanne mit Wasser
Ist der Nagel nur leicht eingewachsen, hwlfen Fußbäder © iStock/invizbk

Macht der eingewachsene Zehennagel nur leichte Beschwerden, können Sie sich selbst behandeln: ein Fußbad mit Kamille weicht das Gewebe und den Nagel auf und wirkt entzündungshemmend. Geben Sie dazu einen gehäuften Esslöffel Kamillenblüten in 150 Milliliter kochendes Wasser, lassen den Sud fünf bis zehn Minuten ziehen und geben ihn in das warme Wasser des Fußbades.
Stellen Sie Ihre Füße für etwa 20 Minuten hinein. Anschließend können Sie das wilde Fleisch mit einem Silbernitrat-Stift betupfen. Tragen Sie anschließend bequeme Schuhe, die keinen Druck auf die Stelle am Nagel ausüben.

Verheilt der eingewachsene Fußnagel nicht, kann Ihnen eine medizinische Fußpflegekraft (Podologe) helfen. Mithilfe einer kleinen Tamponade, die er unter den Nagel schiebt, verringert er den Druck auf den entzündeten Nagelfalz. Häufig reicht diese einfache, aber wirkungsvolle Behandlung bereits aus. Kehrt die Problematik wieder, bringt der Podolge eine sogenannte Nagelkorrekturspange an und korrigiert so die Wuchsrichtung des Nagels. Diese Behandlungsmethode kann bis zu mehrere Monate andauern und wird in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

 

Wann zum Arzt?

Bei einer eitrigen Entzündung mit starken Schmerzen sollten Sie jedoch einen Hautarzt oder einen Allgemeinmediziner aufsuchen. Der Arzt entfernt wucherndes Fleisch unter örtlicher Betäubung mithilfe von Kälte (Kyrotherapie), Hitze (Elektrokaustik) oder mit dem Skalpell.

Ein Arztbesuch lässt sich auch nicht vermeiden, wenn ein Zehennagel immer wieder aufs Neue einwächst. Dann kann es notwendig sein, dass der Arzt bei einem chirurgischen Eingriff das Nagelbett verkleinert

Um Komplikationen oder einen chirurgischen Eingriff zu vermeiden, sollten Sie einen eingewachsenen Zehennagel so früh wie möglich behandeln lassen.

 

So beugen Sie einem eingewachsenen Zehennagel vor

Frau hält sich den schmerzenden Zeh
Um eingewachsenen Zehennägeln vorzubeugen, sollten Sie auf spitz zulaufende Schuhe verzichten, da diese die Zehen zusammendrücken © iStock/RyanKing999
  • Bequeme Schuhe tragen: Tragen Sie bequeme und atmungsaktive Schuhe. Wenn die Zehen in den Schuhen eingezwängt werden, kann der dauerhafte Druck die Wachstumsrichtung der Nagelplatte beeinflussen und den Nagel in das umliegende Gewebe schieben - und der Zehennagel ist eingewachsen. Kommt zusätzlich ein feuchtes Mikroklima hinzu, schwächt die aufgeweichte Haut das Gewebe und fördert Fußpilz und Entzündungen.
  • Fußbäder machen: Gönnen Sie sich zwei- bis viermal die Woche ein 15-minütiges Fußbad. Das weicht die Haut auf und verhindert eingewachsene Fußnägel.
  • Fußnägel richtig schneiden: Da die häufigste Ursache eine falsche Schneidetechnik ist, sollten Sie darauf achten, die Zehennägel nicht zu kurz zu schneiden. Schneiden Sie die Fußnägel immer gerade ab. Scharfen Ecken können Sie anschließend mit einer Feile leicht abrunden. Im Zweifel kann ihnen eine professionelle Fachkraft Tipps zur richtigen Fußpflege geben.
Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.