Zeckenzeit! Alles was Sie wissen müssen

Kontrollieren Sie nach einem Spaziergang in der Natur Achselhöhlen, Kniekehlen und Ihre Leistenregion.
Kontrollieren Sie nach einem Spaziergang in der Natur Achselhöhlen, Kniekehlen und Ihre Leistenregion. Zecken lieben Körperstellen, wo die Haut dünn und es tendenziell warm und feucht ist © shutterstock

Die Mini-Vampire lauern überall auf Beute. Zecken übertragen die gefährliche Krankheit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). So schützen Sie sich beim Picknicken, Baden und Spazierengehen vor den kleinen Blutsaugern.

Hat man Ihnen früher auch erzählt, Zecken würden auf Bäumen lauern und sich von oben auf ihre Opfer fallen lassen? Völliger Unsinn. Zecken lauern eher am Boden. Und leider gar kein Unsinn ist, dass die kleinen Biester schwere Krankheiten wie FSME übertragen können. Darum sollte man sich auskennen.

 

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Besonders zu nennen sind die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), eine Hirnhautentzündung, und die Infektion mit Borreliose, die Gelenkentzündungen und weitere Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann. Auch die Ehrlichiose, eine Bakterieninfektion, die Nieren und Leber schädigt, kann von Zecken übertragen werden.

 

Wo lauern sie am häufigsten?

Im Gras, Unterholz und Gebüsch halten sich die Spinnentiere in einer Höhe bis etwa anderthalb Meter auf.

 

Für wen ist die FSME-Impfung sinnvoll?

Für Menschen, die in Risikogebieten wie Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Hessen oder Rheinland-Pfalz leben oder dort einen Urlaub planen. Wer für die aktuelle Saison einen Schutz braucht, sollte nach einer Schnell-Immunisierung fragen. Die Schutzwirkung tritt frühestens 14 Tage nach der zweiten Impfdosis ein.

 

Warum gibt es keine Borreliose-Impfung?

Borreliose wird durch Bakterien verursacht. Von denen existieren diverse Untertypen. Es ist bisher noch nicht gelungen, einen Stoff zu entwickeln, der gegen alle diese Erreger schützt. Hier wird mit Antibiotika therapiert.

 

Wie entferne ich eine Zecke?

Anders als bei FSME gelangen Borreliose-Erreger erst nach längerem Saugen in die Blutbahn. Rasches Entfernen schützt also. Am besten mit einer Pinzette. Tief ansetzen und das Tier langsam und gerade herausziehen. Stelle danach desinfizieren.

 

Wie schütze ich mich am besten?

Tragen Sie beim Aufenthalt im Grünen lange Kleidung und cremen Sie sich mit Repellents ein. Auf hellen Stoffen entdecken Sie die Tiere gut. Suchen Sie die Haut hinterher genau ab.

 

Bin ich in der Stadt sicher?

Nein. In städtischen Parks und Grünanlagen sind Sie genauso gefährdet wie in Feld und Flur.

 

Woran erkenne ich eine Infektion?

Eine FSME-Infektion äußert sich wie eine Sommergrippe. Der Biss ist dann meist schon ein paar Tage her. Bei einer Borreliose-Infektion rötet sich in etwa 60 Prozent der Fälle die Haut rund um die Einstichstelle. Aber diese Rötung muss nicht auftreten. Experten raten daher: Alle, die im Sommer plötzliche Beschwerden wie Fieber, Schwindel oder Muskelschmerzen haben, sollten sich beim Arzt auch auf einen Zeckenbiss untersuchen lassen.

 

An welchen Körperstellen setzen sie sich gern fest?

Zecken lieben Hautfalten, Achselhöhlen, Kniekehlen oder die Leistenregion. Hier ist die Haut dünn und tendenziell warm und feucht.

 

Nachcremen nicht vergessen

Repellents halten die Zecken fern. Aber nicht den ganzen Tag. Nach ca. drei Stunden heißt es nachbehandeln.

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