Zeckenschutz: Wie Sie Zeckenstichen vorbeugen

Redaktion PraxisVITA

Früher sind wir barfuß über Wiesen gelaufen, lagen stundenlang unter Bäumen – und das ganz ohne Angst. Doch seit einigen Jahren gilt die Zecke als Nummer-1-Gefahr im Sommer. Und das zu Recht, denn wenn die Temperaturen im Frühjahr an drei aufeinanderfolgenden Tagen 10 °C erreichen, werden Zecken wieder aktiv.

Die kleinen Spinnentiere können Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und auch die der Borreliose übertragen. Vor der FSME schützt eine Impfung. Borreliose kann nur durch richtige Maßnahmen vorgebeugt werden.

 

Borreliose – die wichtigsten Infos

Borreliose ist eine bakterielle Infektion mit sogenannten Borrelien. Weitergegeben werden sie über den Speichel der Zecke, allerdings erst nach 12–16 Stunden. Da sich die Borrelien von der Einstichstelle ringförmig ausbreiten, bildet sich bei 50–70 Prozent der Infizierten nach ein bis drei Wochen eine kreisförmige Hautrötung, die Wanderröte. Häufig ist auch ein tiefroter Ring um die Einstichstelle zu erkennen. In einigen Fällen treten nach ein bis sieben Monaten weitere Symptome auf: starkes Fieber, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen. Einige Menschen entwickeln Monate oder Jahre nach dem Zeckenstich chronische Beschwerden: Gelenkschmerzen, bläulich verfärbte, geschwollene Hautpartien, in sehr seltenen Fällen eine Gehirnhautentzündung. Auch wenn die Erkrankung von allein abheilen kann: In der Regel ist eine Antibiotika-Behandlung notwendig. Grundsätzlich gilt: Wer den Zeckenstich erst spät entdeckt und eine Infektion fürchtet, sollte sofort zum Arzt gehen.

 

FSME – die wichtigsten Infos

Die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung. Die Infektion erfolgt direkt nach dem Stich. Aber: Die Erkrankung bricht nur bei einem von drei Infizierten aus. Ist das der Fall, treten ein bis drei Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Symptome auf. Nach wenigen Tagen klingen diese wieder ab. Jeder 10. erleidet kurze Zeit später eine erneute Krankheitsphase, bei der es zu einer Hirnhautentzündung mit Schwindel, hohem Fieber und Kopfschmerzen kommen kann. Diese Entzündung geht bei einigen Erkrankten auf die Gehirnsubstanz über (Symptome: Lähmungen, Sprach- und Bewusstseinsstörungen), bei ca. jedem 11. ist auch das Rückenmark betroffen (ebenfalls Lähmungen, Schluckstörungen). Bei sehr wenigen Menschen nimmt die Erkrankung einen schweren Verlauf mit bleibenden Schäden des Nervensystems. Gegen die FSME gibt es kein Medikament, aber eine Impfung. Empfohlen wird diese vor allem Menschen in Risikogebieten.

 

Zeckenschutz: So einfach geht’s

Auf Waldwegen und querfeldein ist das Tragen von langen Hosen, langärmliger Oberbekleidung und geschlossenen Schuhen der beste Zeckenschutz. Die Strümpfe sollten über die Hosenbeine gezogen werden. Schütteln Sie die Kleidung nach dem Ausflug gut aus. Tipp: Helle Kleidung erleichtert es, Zecken zu entdecken. Einen guten Zeckenschutz bieten auch zeckenabweisende Sprays (Repellents). Allerdings ist die Wirkdauer begrenzt: Spätestens nach drei Stunden muss nachgesprüht werden.

 

Gründliche Kontrolle

Nach einem Ausflug in die Natur sollten Sie zu Hause Ihre Haut nach Zecken absuchen. Beim Duschen kann man diese auch gut an nicht einsehbaren Körperstellen ertasten – vor allem, wenn die Haut mit Duschgel benetzt und deshalb sehr glatt ist.

 

Bei Befall

Je eher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, dass sie Erreger abgibt. Am besten dafür geeignet ist eine Zecken-Pinzette (Apotheke): Damit setzt man möglichst nah an der Haut an und zieht das Tier langsam gerade heraus. Nicht drehen und die Zecke nicht quetschen.

 

Was macht die Zecke so gefährlich?

Zecken sind extrem widerstandsfähig: Haben wir sie etwa in unserer Kleidung, sterben sie in der Waschmaschine oder im Trockner erst bei Temperaturen ab 60 Grad ab. Auch Kälte kann Zecken so leicht nichts anhaben: Um sicherzustellen, dass sie nicht überleben, müssen sie für mindestens 24 Stunden bei minus 20 Grad eingefroren werden.

 

Was tun mit einer entfernten Zecke?

Ist die Zecke aus der Haut, muss sie sicher abgetötet werden. Am effektivsten ist das Zerdrücken mit einem festen Gegenstand. Dazu die Zecke in ein zusammengefaltetes Papier einklappen und ein Wasserglas mit Druck über das Papier rollen. Eine Entsorgung der Zecke im Waschbecken oder in der Toilette ist nicht zu empfehlen: Zecken können eine gewisse Zeit im Wasser überleben.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.