Zahnschmerzen haben viele Ursachen

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Symptome
  3. 3. Ursachen
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Zahnschmerzen haben unterschiedlichste Ursachen. Grundsätzlich können die Schmerzen vom Zahn selbst, dem Zahnfleisch und dem Kiefer ausgehen. Häufige Auslöser sind Karies („Zahnfäule“), Entzündungen von Zahnfleisch (Gingivitis) und dem Gewebe (Zahnhaltapparat), welches die Zähne im Kiefer hält (Parodontitis).

 

Mögliche Ursachen von Zahnschmerzen

Sowohl Entzündungen als auch frei liegende Nervenenden – wenn Zahnschmelz fehlt oder die Zahnhälse frei liegen – reizen die Nerven und lösen Schmerzen aus.

Auch können Zahnschmerzen entstehen, wenn die Zähne und das Zahnfleisch gesund sind, aber größere Nervenäste gereizt oder entzündet sind. Manchmal lässt sich Schmerz zwar an den Zähnen wahrnehmen, doch die Ursachen liegen woanders. Dann spricht der Arzt von ausstrahlenden Schmerzen, zum Beispiel vom Kiefergelenk, den Nasennebenhöhlen oder in sehr seltenen Fällen auch vom Herzen.

 

Direkt vom Zahn ausgehend

  • Karies:
    Ein Bakterienfilm (Plaque) überzieht den Zahnschmelz. Bakterien setzen Zucker zu Säure um. Zunächst entstehen kleine Defekte am Zahnschmelz, dann ist das empfindliche Zahnbein betroffen.
  • Schmelzdefekte:
    Säure-„Angriffe“ lösen Zahnschmelz und Zahnbein auf. Starke Säuren sind etwa in Getränken wie Cola, Fruchtsaft und Wein enthalten. Sodbrennen (Reflux) und häufiges Erbrechen, etwa bei Essstörungen wie Bulimie, sind weitere Ursachen.
  • Frei liegende Zahnhälse:
    Zahnfleischentzündungen, z. B. durch Zahnstein oder eine falsche Zahnputztechnik sind mögliche Ursachen dafür, dass Zahnfleisch zurückweicht und sich Zahntaschen bilden. Dadurch liegen die empfindlichen Zahnhälse frei.
  • Wurzelentzündung, Pulpitis:
    Sowohl von einer Karies als auch von Entzündungen nahe der Zahnwurzel ausgehend, können Bakterien in das Innere das Zahn eindringen – und dort eine Entzündung auslösen.
  • „Zahnen“ bei Babys oder Durchbrechen von Weisheitszähnen:
    Die ersten Zähne verursachen meist Schmerzen. Wenn die Weisheitszähne kommen, sind ebenfalls Zahnschmerzen möglich.
  • Zahnfehlstellungen:
    Stehen Zähne nicht regelgerecht im Gebiss, kann dies Zahnschmerzen auslösen.
  • Unfälle:
    Durch einen Unfall, Schlag oder auch sehr heftiges Zubeißen können Zähne beschädigt werden, ganz oder teilweise brechen. Auch umliegendes Gewebe kann in Mitleidenschaft gezogen werden und Zahnschmerzen verursachen.
  • Mundtrockenheit:
    Durch Medikamente (etwa Antidepressiva) oder im Alter kann die Speichelproduktion nachlassen. Damit entfällt ein wichtiger Schutz für die Zähne; das Risiko von Zahnerkrankungen wie Karies erhöht sich.
 

Vom Zahnfleisch oder Zahnhalteapparat ausgehend

  • Parodontitis / Parodontose:
    Bei einer Parodontitis oder Parodontose verändert sich der Zahnhalteapparat. Als Spätfolge geht auch der Kieferknochen zurück; betroffene Zähne lockern sich, Zahnschmerzen sind möglich.
  • Gingivitis:
    Eine Zahnfleischentzündung wird häufig ausgelöst durch Bakterien (Plaques, Zahnstein). Das Zahnfleisch ist gerötet, blutet leicht und schmerzt. Weicht es zurück, liegen die Zahnhälse frei; dies kann zu Zahnschmerzen führen.
 

Von den Nerven ausgehend

  • Kälte, Wärme, Druck:
    Physikalische Auslöser bewirken meist akute Zahnschmerzen, die sehr schnell wieder abklingen.
  • Phantomschmerz, nachdem ein Zahn gezogen wurde:
    Nach dem Ziehen eines Zahns (Extraktion) kann ein Schmerz bestehen bleiben.
  • Nervenentzündungen im Gesichts- und Kieferbereich:
    Ober- und Unterkiefer werden von verschiedenen Nerven versorgt; der Hauptnerv ist der Trigeminusnerv. Jede Reizung oder Entzündung kann Zahnschmerzen auslösen, selbst bei einem gesunden Gebiss.
  • Gürtelrose (Herpes zoster):
    Herpes zoster ist eine Viruserkrankung, bei der sich Nerven schmerzhaft entzünden. Tritt die Gürtelrose im Gesicht auf, sind auch Zahnschmerzen möglich.
 

Ausstrahlende Schmerzen

Röntgenaufnahme der Zähne hilft dem Zahnarzt bei der Diagnose von Zahnschmerzen
Röntgen hilft dem Zahnarzt bei der Diagnose von Zahnschmerzen© iStock
  • Kieferprobleme:
    Entzündungen (Kieferabszess) oder „Abnutzung“ des Kiefergelenks (Arthrose) können zu Schmerzen führen, die auf die Zähne ausstrahlen.
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis):
    Hinter diffusen Zahnschmerzen kann sich auch eine Entzündung der Nasennebenhöhlen verbergen.
  • Herzinfarkt:
    Selten steckt ein Herzinfarkt hinter Zahnschmerzen. Die Schmerzen strahlen meist in die Brust und Schultern aus, manchmal in den Bauch und Kieferregion. Bei solchen – meist extrem starken – Schmerzen handelt es sich um einen Notfall!
 

Zahnbehandlung

  • Ob „Bohren“ bei der Kariesbehandlung, eine Zahnreinigung oder Bleaching – nach einem Zahnarztbesuch sind Zähne und Zahnfleisch häufig durch die Behandlung gereizt. Die Beschwerden klingen meist schnell wieder ab.
 

Mechanische Ursachen

  • Zahnprothesen:
    Schlecht sitzende Prothesen sind häufig Ursache von Zahnschmerzen.
  • Stress / Zähneknirschen:
    Unter Stress beißen viele Menschen mit starkem Druck die Zähne zusammen – eine Belastung für die Zähne. Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) kann ebenso deutliche Zahndefekte bewirken.
  • Zahnspangen: Schmerzen durch eine kieferorthopädische Behandlung können bis zu einem gewissen Grad normal sein. Ist eine schlecht sitzend Spange der Auslöser, sollte sie neu eingestellt werden.
  • Flug oder Tauchen:
    Durch Karies unter Füllungen oder andere Auslöser können sich kleine Hohlräume in den Zähnen ausbilden. Überdruck oder Unterdruck lösen dann plötzliche starke Zahnschmerzen aus.
Diagnose
Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.