Zahnprothese: Teilprothesen und dritte Zähne

Redaktion PraxisVITA

Was ist eine Zahnprothese? Was unterscheidet Teil- von Vollprothesen und welchen Kostenanteil übernimmt die Krankenkasse?

Ein Arzt hält ein Gebiss in den Händen
Eine Zahnprothese ist ein herausnehmbarer Zahnersatz Foto:  iStock/Obradovic
Inhalt
  1. Was ist eine Zahnprothese?
  2. Teilprothese: Vorteile und Nachteile
  3. Modellgussprothese, Kunststoffprothese oder Kombinationsprothese?
  4. Vollprothese: die dritten Zähne
  5. Zahnprothese: Reinigung ist essenziell
  6. Zahnersatz: Was zahlt die Krankenkasse?
 

Was ist eine Zahnprothese?

Bei der Zahnprothese handelt es sich um einen herausnehmbaren Zahnersatz. Er wird spätestens dann notwendig, wenn der Patient so viele Zähne verloren hat, dass ein festsitzender Zahnersatz (Brücke) nicht mehr ausreichend verankert werden kann.

Sind noch Zähne vorhanden, kommt eine Teilprothese zum Einsatz. Bei völliger Zahnlosigkeit wird eine Vollprothese angefertigt. Bei ihr ist landläufig die Rede vom „Gebiss” oder den „dritten Zähnen”. Als Materialien sind Kunststoff, Metall und Keramik gebräuchlich. Die Haltbarkeit liegt bei etwa acht bis zehn Jahren.

 

Teilprothese: Vorteile und Nachteile

Hat der Patient noch genügend Zähne und damit die Wahl zwischen Teilprothese und Brücke, gilt es, eine Reihe von Faktoren abzuwägen. 

Vorteile der Zahnprothese

  • Ausbaufähigkeit: Der herausnehmbare Zahnersatz lässt sich erweitern, wenn ein zusätzlicher Zahn entfernt werden muss. 
  • Finanzielle Ersparnis: Die Kosten sind teilweise erheblich geringer als bei Brücken oder Implantaten. 
  • Gute Sprachfunktion: Das Sprechen ist durch Prothesen meist nicht oder kaum beeinträchtigt (bei der Brücke allerdings noch weniger). 

Nachteile der Zahnprothese

  • Drohender Verlust weiterer Zähne: Die Teilprothese erhöht zum einen die Keimbelastung im Kiefer, mit Erkrankungen wie Karies und Parodontitis als mögliche Folge. Zum anderen kann der Zahnersatz auf das Zahnbett drücken, wodurch es geschädigt wird. 
  • Schlechterer Halt: Tragekomfort und Halt sind im Vergleich zur Brücke weniger gut. Dasselbe gilt auch für die optische Erscheinung. 
  • Geringere Haltbarkeit: Brücken können bis zu doppelt so lange halten (15 bis 20 Jahre) wie Zahnprothesen.
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Modellgussprothese, Kunststoffprothese oder Kombinationsprothese?

Bei der Teilprothese wird zwischen verschiedenen Modellen unterschieden.

Modellgussprothese: Dieser Zahnersatz wird auch als Stahlprothese oder Einstückgussprothese bezeichnet. Er ist heute der Standard. Die Modellgussprothese besteht aus einer Legierung aus Nicht-Edelmetallen. Sie wird in der Regel durch Klammern an den Restzähnen verankert. Die Klammern sind unter Umständen sichtbar. Sie ermöglichen, dass der Kaudruck von den eigenen Zähnen abgefangen und das Zahnfleisch geschützt wird. Unter Umständen werden die Klammerzähne überkront, um sie vor der Reibung durch die Prothese zu schützen. Die Kunstzähne sind im Oberkiefer durch einen sogenannten Gaumenbügel verbunden. Im Unterkiefer wird die entsprechende Verbindungsvorrichtung als Zungenbügel bezeichnet.

Kunststoffprothese: Einfache Kunststoffprothesen waren früher der Standard. Heute kommen diese Modelle meist nur noch als Provisorium zwischen dem Zahnziehen und dem Verheilen der Wunden zum Einsatz. Sie sinken durch den Kaudruck in die Kieferschleimhaut ein und zerstören auf lange Sicht das Zahnbett.

Kombinationsprothese: Dieses Modell soll die Vorteile des herausnehmbaren und des festen Zahnersatzes vereinen. Anstelle von Klammern werden unsichtbare Befestigungen in Form von Kronen, Brücken, Stegen oder Wurzelkappen verwendet. Diese Zahnprothese ist aber nur dann möglich, wenn genügend gesunde und stabile Zähne oder im Knochen verankerte Implantate vorhanden sind. Der feste und der herausnehmbare Teil werden durch Verbindungselemente zusammengehalten. Je nach Art der Verbindung wird unterschieden zwischen Teleskopprothesen, Geschiebeprothesen, Stegprothesen und Cover-Denture-Prothesen beziehungsweise Deckprothesen.

 

Vollprothese: die dritten Zähne

Sind im Ober- oder Unterkiefer oder im gesamten Mundraum keine eigenen Zähne mehr vorhanden, kommen Vollprothesen zum Einsatz. Sie bestehen meist aus einem rosafarbenen Kunststoff. Die Zähne werden aus Kunststoff oder – seltener – aus Keramik nachgebildet. Die Totalprothese hält in erster Linie dank der Saugwirkung. Eine perfekte Passform bildet die Voraussetzung für möglichst guten Halt. Der kann durch künstliche Haftmittel verbessert werden – diese sollten aber nicht auf Dauer zum Einsatz kommen.

 

Zahnprothese: Reinigung ist essenziell

Zahnprothesen müssen ähnlich wie die eigenen Zähne sorgfältig gepflegt werden. Das verlängert nicht nur die Haltbarkeit der Zahnprothese an sich, sondern schützt auch die restlichen Zähne vor Krankheiten. Die Prothese sollte nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser abgespült werden. Mindestens einmal täglich muss sie intensiv mit einer Zahnbürste gesäubert werden.

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Zahnersatz: Was zahlt die Krankenkasse?

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen einen Festzuschuss zur Zahnprothese. Dessen Höhe hängt vom Befund ab. Die verschiedenen Beträge werden jährlich angepasst. Die übrigen Kosten muss der Patient als Eigenanteil selbst tragen.

Versicherte mit einem geringen Einkommen können unter Umständen den doppelten Festzuschuss von der Krankenkasse erhalten. Die dafür nötigen monatlichen Bruttoeinnahmen liegen 2020 bei der AOK für Alleinstehende bei 1.274 Euro. Versicherte mit einem Angehörigen dürfen maximal rund 1.752 Euro verdienen, um bei der Zahnprothese höhere Zuschüsse zu erhalten.

Tipp: Wer regelmäßig zur Vorsorge geht, erhöht den Festzuschuss bei Zahnersatz um bis zu 30 Prozent. Der Nachweis erfolgt über das Bonusheft. Zahlt die Kasse beispielsweise für eine Krone ohne Bonus nur rund 162 Euro, kann der Festzuschuss mit Bonus auf bis zu 211 Euro steigen.

Quellen:

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