Zahnpasta, Seife und Lotion: Gefahr für Schwangere?

In zahlreichen Hygiene-Mitteln verbergen sich chemische Stoffe, die v.a. für Schwangere und deren Ungeborene gefährliche Gesundheitsschäden hervorrufen können

Die meisten Hygiene-Produkte sind für Schwangere und deren Ungeborene eine große gesundheitliche Gefahr. Das zeigt eine aktuelle Studie. Demnach finden sich die potentiell giftigen chemischen Verbindungen der Hygiene-Produkte in beinahe allen Produkten mit antibakterieller Wirkung. In den USA sind diese Produkte bereits in einigen Staaten verboten.

Die kürzlich veröffentlichte Studie der American Chemical Society (ACS) zeigt, dass es sich bei den beanstandeten Produkten nicht nur um spezielle oder besonders aggressive Reinigungslösungen handelt, sondern um beinahe alle Hygiene-Produkte – wie Seifen, Zahnpasta, Waschmittel und Desinfektionsmittel. Alle diese Produkte seien frei verkäuflich und finden sich in verschiedenen Ausführungen in jedem Haushalt.

 

Besonders Schwangere und Föten betroffen

Bei den gefährlichen chemischen Verbindungen handelt es sich um die Stoffe Triclosan und Triclocarban, die Entwicklungsfehler, Fortpflanzungsschäden und Antibiotikaresistenzen auslösen können. Die Studie zeigt, dass besonders Schwangere und deren Ungeborene von den Substanzen betroffen sind.

Studienautor Professor Benny Pycke erklärt, dass „Triclosan und Triclocarban zwei der am häufigsten verwendeten Keimkiller in Seifen und anderen Produkten des täglichen Lebens" seien – und das obgleich seit Längerem vermutet wird, dass die chemischen Stoffe erhebliche Gesundheitsgefahren bergen.

 

Alle getesteten Schwangeren betroffen

Professor Pycke berichtet weiter, dass im Zuge der Studie „in den Urinproben von allen untersuchten Schwangeren Triclosan und Triclocarban nachgewiesen wurden.“ Zudem fanden sich die Stoffe in beinahe 50 Prozent der Nabelschnurblutproben – was bedeutet, dass diese Stoffe direkt auf die Föten übetragen wurden.

Triclosan und Triclocarban finden sich nach Aussagen der Forscher in mindestens 2.000 alltäglichen Produkten. Neben Hygienemitteln werden die Substanzen auch in Teppichen, Farben, Schulmaterialen und Spielzeugen verwendet. Vor dem Hintergrund der großen gesundheitlichen Risiken dieser Stoffe bereiten einige US-amerikanische Staaten bereits Verbotsverfahren vor.

Hamburg, 11. August 2014

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