Zahnimplantate: Alles über Kosten, Material und Herstellung

Redaktion PraxisVITA

Zahnimplantate werden immer beliebter, wenn es um den Ersatz eines Zahnes geht. Alles rund um die Vorteile, Nachteile und Kosten. 

Ein Zahnarzt setzt in ein künstliches Gebiss ein Zahnimplantat
Zahnimplantate haben gegenüber herkömmlichen Zahnersatz-Methoden viele Vorteile Foto:  istock_marvinh
Inhalt
  1. Was sind Zahnimplantate?
  2. Daraus besteht ein Zahnimplantat
  3. Vorteile und Nachteile eines Zahnimplantats
  4. Was kostet ein Implantat?

Bei immer mehr Menschen ersetzt ein Implantat einen Zahn. Vor 20 Jahren wurden Zahnimplantate in Deutschland geschätzt lediglich rund 380.000 mal pro Jahr eingesetzt. Mittlerweile sind es laut der Deutschen Gesellschaft für Implantologie jährlich schon 1,3 Millionen Stück. Diese Art von Zahnersatz wird also immer alltäglicher. Zahnimplantate bieten viele Vorzüge der modernen Dentaltechnik, können aber auch Nachteile mit sich bringen.

 

Was sind Zahnimplantate?

Zahnimplantate werden auch als künstliche Zahnwurzeln bezeichnet. Denn die dentalen Implantate werden in den Kieferknochen gedreht oder gesteckt. Sie bestehen meist aus Titan und fungieren entweder als künstlicher Zahn oder als Träger für den sicheren Halt bei einer Zahnbrücke sowie bei Teil- und Vollprothesen.

Meist werden sogenannte Schraubenimplantate verwendet, die in ein in den Kiefer gefrästes Loch geschraubt werden. Seltener sind Zylinderimplantate. Sie werden mithilfe von sanften Hammerschlägen in den Knochen getrieben. Die früher weit verbreiteten Blattimplantate sind wegen des höheren Infektionsrisikos heute die Ausnahme.

 

Daraus besteht ein Zahnimplantat

Beim dentalen Implantat handelt es sich fast ausschließlich um sogenannte enossale Implantate, die mit dem Kieferknochen verbunden werden. Sie bestehen meistens aus drei Teilen:

1. Implantatkörper:
Mit ihm wird der Zahnersatz fest im Knochen verankert. Das geschieht, indem das Implantat etwa drei bis acht Monate nach dem Einsetzen vollständig mit dem Kieferknochen verwachsen ist.

2. Halsteil:
Der Halsteil ist der Abschnitt des Zahnimplantats, der von der Mundschleimhaut umschlossen wird. Seine Oberfläche muss besonders glatt sein. Auf diese Weise kann die Schleimhaut sehr dicht anliegen. Das verhindert, dass Bakterien am Zahnersatz entlang zum Kieferknochen vordringen und eine Entzündung verursachen. Außerdem lässt sich ein glatter Halsteil leichter reinigen.

3. Kopfteil:
Das Kopfteil wird mit dem Implantatkörper und dem Halsteil verschraubt oder verklebt. Auf ihm sitzt gegebenenfalls die künstliche Zahnkrone. Sie wird per Schraube oder mithilfe von Zement mit dem Kopfteil des Implantats verbunden.

Illustration von Zähnen mit Inlays
Service Inlay: Die ästhetische Art der Zahnfüllung

 

Vorteile und Nachteile eines Zahnimplantats

Der implantatgestützte Zahnersatz hat viele Vorzüge:

  • Bei einer konventionellen Brücke müssen die gesunden Nachbarzähne geschliffen werden. Sie verlieren dabei rund ein Drittel ihrer Substanz. Das Abschleifen erhöht zudem das Risiko, dass die Zähne von Karies befallen werden. Zahnimplantate helfen hingegen beim Erhalt der verbliebenen Zähne.
  • Da das Implantat fest mit dem Kieferknochen verwächst, bietet es beim Kauen und Abbeißen ein sicheres Gefühl.
  • Ein Einzelzahnimplantat sieht sehr natürlich aus.
  • Das Zahnimplantat ist direkt mit dem Knochen verbunden und stimuliert dessen Versorgung mit Nährstoffen. Es kann auf diese Weise verhindern, dass sich Kiefer und Zahnfleisch zurückbilden.
  • Das für Implantate meist verwendete Titan ist sehr gut verträglich und belastbar. Hersteller versprechen, dass ein Implantat in mehr als 95 Prozent der Fälle mindestens zehn Jahre hält.

Zahnimplantate können aber auch Nachteile haben. Die Bioverträglichkeit des Titans sorgt dafür, dass sich an dem Implantat leicht Bakterien ansiedeln können. Patienten müssen deshalb besonders gut auf ihre Mundhygiene achten, um Karies oder Plaque zu vermeiden. Komplikationen mit Implantaten und ein daraus resultierender Implantatverlust können noch Jahre nach dem Einsetzen auftreten. Werden dadurch Narbenbildung und Knochenschwund verursacht, verschlechtern sich die Bedingungen für einen neuen Zahnersatz.

Beim Einsetzen ist zudem ein chirurgischer Eingriff notwendig, meist unter örtlicher Betäubung. Außerdem ist nicht jeder Patient für diese Art von Zahnersatz geeignet. Stark fortgeschrittene Paradontitis schließt Implantate aus. Dasselbe kann für chronische Krankheiten, wie Diabetes und Rheuma, oder bei der regelmäßigen Einnahme von Kortison gelten.

Mindestens zweimal am Tag fünf Minuten die Zähne zu putzen, beugt einer Parodontitis effektiv vor
Krankheiten & Behandlung Parodontitis: So vermeiden Sie den Zahnausfall

 

Was kostet ein Implantat?

Zahnimplantate können teuer werden. Patienten tragen die vollen Kosten für das Einsetzen und das Implantat selbst, da die gesetzliche Krankenversicherung sogenannte implantologische Leistungen nicht übernimmt. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen die Kosten erstattet werden, etwa nach Tumoroperationen oder Unfällen.

Beim Zahnersatz, der auf dem Implantat befestigt wird, gelten dann die Festzuschüsse für Zahnersatz. Wie hoch dieser ausfällt, hängt vom jeweiligen Befund ab. Der Krankenkasse muss ein Kostenvoranschlag vom Zahnarzt oder Kieferchirurgen vorgelegt werden. Genehmigt die Kasse die Behandlung, informiert sie über die Höhe der Festzuschüsse für die Zahnimplantate.

Quellen:

In Deutschland werden jährlich 1,3 Millionen Implantate gesetzt, in: ZWP Online

Implantate, in: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Zähne und Kieferorthopädie, in: Techniker Krankenkasse

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.