Zahnfleischentzündung: Diese Hausmittel helfen wirklich

Mona Eichler

Einer Zahnfleischentzündung kann man mit Hausmitteln beikommen. Wichtig ist deren antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung.

Frau hält sich die schmerzende Wange
Eine Zahnfleischentzündung kann man mit verschiedenen Hausmitteln lindern Foto:  istock/tommaso79
Inhalt
  1. Wie entsteht eine Zahnfleischentzündung?
  2. Gingivitis und Parodontitis sind nicht das Gleiche!
  3. Welche Hausmittel helfen gegen eine Zahnfleischentzündung?

Eine Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt, ist nicht nur schmerzhaft, sondern schädlich: US-Forscher haben herausgefunden, dass Entzündungen am Zahnfleisch sich auf die Gefäße ausbreiten und dort über die Zeit hinweg zu Arterienverkalkung führen können. In der Folge steigt das Herzinfarkt-Risiko.

Auch während der Schwangerschaft müssen Frauen ganz besonders auf ihre Zahngesundheit achten.

 

Wie entsteht eine Zahnfleischentzündung?

Häufig ist mangelnde Mundhygiene als Ursache einer Zahnfleischentzündung auszumachen: Wie bei Karies werden nicht beseitigte Nahrungsreste zum idealen Futter für Bakterien im Mund, wodurch diese sich stark vermehren und Giftstoffe abgeben. So entsteht eine akute oder chronische Infektion des Zahnfleisches.

Eine Gingivitis kann allerdings auch nach einer Verletzung des Zahnfleisches oder durch Medikamente auftreten. Haben Sie ein bestimmtes Medikament in Verdacht, ziehen Sie bitte Ihren Zahnarzt zu Rate. 

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Gingivitis und Parodontitis sind nicht das Gleiche!

Sowohl die Gingivitis als auch die Parodontitis beginnen mit einer Zahnfleischentzündung. Im Verlauf nehmen die beiden Krankheitsbilder jedoch sehr unterschiedliche Formen an. Während sich die Entzündungsprozesse einer Gingivitis auf das Zahnfleisch beschränken und reversibel sind, breiten sie sich bei einer Parodontitis auf den gesamten Zahnapparat aus und können nicht mehr geheilt, sondern lediglich gelindert werden.

 

Welche Hausmittel helfen gegen eine Zahnfleischentzündung?

Einer gemäßigten Zahnfleischentzündung kann man ohne Probleme mit dem richtigen Hausmittel zu Leibe rücken. Wichtig ist allerdings: Klingt die Gingivitis nicht innerhalb einer Woche ab, muss der Zahnarzt nachhelfen. Bei Nichtbehandlung kann im schlimmsten Fall eine irreversible Parodontitis entstehen. 

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Diese Hausmittel helfen bei Zahnfleischentzündungen:

  • Mundspülungen mit Kamille & Co.: Es gibt zahlreiche Kräuter, die entzündungshemmend und antibakteriell wirken und damit unerwünschte Keime im Mund bekämpfen. Dazu gehören Kamille, Salbei, Lavendel, Weihrauch, Salzwasser und Apfelessig. Verdünnen Sie die Kräuter (zum Beispiel in Ölform) mit lauwarmem Wasser und spülen Sie Ihren Mund mehrmals am Tag gründlich durch.
  • Ingwertee: Auch Tees helfen dabei, Bakterien im Mund fortzuspülen. Neben Kamillen- und Salbeitee hat Ingwer eine besonders entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung.
  • Teebeutel: Die aufgegossenen Teebeutel sollten Sie im Kampf gegen die Zahnfleischentzündung nicht einfach entsorgen: Lassen Sie sie nach dem Aufbrühen kurz abkühlen und legen Sie sie dann auf die entzündete Stelle im Mund. Fünf Minuten Einwirkzeit sind genug.
  • KnoblauchKnoblauch hat bekanntermaßen antibakterielle und antimykotische Wirkung und hilft auch gegen eine Gingivitis. Wer sich den Knoblauch nicht roh in den Mund legen möchte, würzt seine Speisen damit.
  • Kokosnussöl: Mit Sicherheit angenehmer als Knoblauch im Mund ist Kokosnussöl. Durch eine sanfte Massage kann das Öl seine entzündungshemmende Wirkung entfalten. Wer den Geschmack von Kokosnuss nicht mag, kann mit einer sehr weichen Zahnbürste massieren. So wird die Durchblutung im Zahnfleisch angeregt und die Entzündung kann schneller verheilen.
Mundhygiene anpassen

Eine Zahnfleischentzündung ist meist ein Zeichen dafür, dass die Mundhygiene gründlicher werden muss. Setzen Sie deswegen nicht nur auf Hausmittel, sondern optimieren Sie Ihre Zahnputzrituale. Während der Gingivitis sollen Sie zu einer sehr weichen Zahnbürste greifen – einfach, um das entzündete Zahnfleisch nicht weiter zu reizen. Zusätzlich sollten Sie mindestens jeden zweiten Abend Zahnseide benutzen und so die Essensreste in den Zahnzwischenräumen entfernen. Ebenso wichtig: Minimieren Sie die schädlichen Bakterien im Mund, indem Sie allabendlich Ihre Zunge sanft mit einem Zungenreiniger säubern.

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