Zähneknirschen: Eine Beißschiene lindert Rückenschmerzen

Aufbissschiene hilft gegen Zaehneknirschen
Eine Aufbiss-Schiene kann in vielen Fällen die Auswirkungen des Zähneknirschens mildern © Fotolia

Ein Hausarzt behandelte eine Patientin erfolglos wegen ihrer Rückenschmerzen. Als diese dann aber vom Ehemann erfahren hat, dass sie nachts mit den Zähnen knirscht, überwies der Arzt sie an die Oralchirurgie Kaiserberg Klinik in Duisburg. Dr. Richard J. Meissen konnte sie endlich von ihren Beschwerden befreien.

 

Interview mit Dr. Richard J. Meissen, Ärztlicher Direktor und Leiter Oralchirurgie Kaiserberg Klinik, Duisburg

Was haben denn meine Rückenschmerzen mit dem Zähneknirschen zu tun?

Das nächtliche Zähneknirschen ist der unterbewusste Versuch, durch Reiben Störstellen zu beseitigen. Stress oder eine Fehlstellung der Zähne sorgt gerade nachts dafür, dass sich die Kiefergelenke nicht entspannen können. Fehlbelastete Kiefergelenke aber können chronische Schmerzen verursachen. Sogar Bandscheibenvorfälle und Beckenschiefstände können Folgen solcher Fehlbelastungen sein. Außerdem können Kieferprobleme auch Tinnitus oder ständige Migräne hervorrufen.

Wie genau entstehen meine Schmerzen?

Die Gelenke unserer Kiefer sind einzigartig und die beweglichsten im Körper. Sie arbeiten synchron, können sich gleichzeitig drehen und gleiten. Wenn nun aber beide Gelenke nicht gleichmäßig arbeiten, liegt eine Funktionsstörung vor. Dann kommt es zu Verspannungen, die sich über die Kaumuskulatur auf die Kopfhaltung und die Nackenmuskulatur auswirken.

Ich wäre von selbst wegen dieser Schmerzen niemals zum Zahnarzt gegangen.

Viele Betroffene absolvieren einen regelrechten Arzt-Marathon, ohne dass die Krankheitsursachen gefunden werden. Es ist wichtig, ersten Anzeichen wie Kieferknacken sowie Schmerzen im Kopf-, Kiefer- und Nackenbereich auf den Grund zu gehen.

Wie finden wir jetzt heraus, ob wirklich meine Kiefer das Problem sind?

Dr. Richard Meissen, Oralchirurgie, Kaiserberg Klinik, Duisburg
Dr. Richard J. Meissen ist Ärztlicher Direktor und Leiter Oralchirurgie an der Kaiserberg Klinik in Duisburg© privat

Mit einer neuen Diagnosetechnik. Das Gerät macht die Bewegungen des Unterkiefers dreidimensional sichtbar. So können wir Gelenkprobleme sicher diagnostizieren.

Tut diese Untersuchung weh?

Nein. Die Messung wird berührungsfrei durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Sie beißen auf eine sogenannte Bissgabel, während Spezialkameras mit Infrarot die Gelenkbewegungen erfassen und auf den Computer übertragen.

Und wie sieht dann die weitere Behandlung aus?

Bei Ihnen gehe ich davon aus, dass Stress die Ursache für das nächtliche Zähneknirschen und damit für die Rückenschmerzen ist. Da kann eine einfache Aufbiss-Schiene, die Sie nachts tragen, Ihre Kiefer entlasten und Ihnen schnell helfen. Die Diagnosedaten helfen uns aber auch, mögliche Zahnfehlstellungen oder falsch angepasste Kronen und Brücken zu finden.

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