Zähne bleichen: Bleaching gegen Verfärbungen?

Michelle Kröger

Viele Menschen träumen von einem weißen Hollywood-Lächeln. Doch die wenigsten sind mit einem gesegnet. Was da helfen kann, ist ein Bleaching. Aber was bringen Bleaching-Treatments wirklich? Und wie laufen sie ab?

Zähne bleichen beim Zahnarzt
Ein professionelles Bleaching wird in der Regel vom Zahnarzt durchgeführt Foto:  istock/ljubaphoto
Inhalt
  1. Zahnverfärbungen: so entstehen sie
  2. Bleaching – was ist das?
  3. Wie funktioniert das Zähnebleichen?
  4. Welche Bleaching-Methoden gibt es und was sind die Vorteile?
  5. Wie lange hält der Bleaching-Effekt an?
  6. Welche Risiken und Nebenwirkungen birgt ein Bleaching?
  7. Wer sollte lieber auf das Bleichen der Zähne verzichten?
  8. Wie viel kostet ein Bleaching in etwa?
  9. Eigenanwendung mit Bleaching-Strips und Co. – gut oder schlecht?
  10. Zähne bleichen – ausschließlich ein Fall für den Zahnarzt?
 

Zahnverfärbungen: so entstehen sie

“Farbstoffe bleiben im Schmelz haften und lassen sich selbst durch intensive Reinigung nicht entfernen”, sagt Zahnärztin Vivien Amberg. Zu den Farbpartikeln, die ihre Spuren an der Zahnoberfläche hinterlassen können, zählen etwa Nahrungs- und Genussmittel wie Kaffee, Tee, Rotwein oder Tabak. Im Laufe der Zeit können diese Partikel in den Zahnschmelz der Menschen eindringen. Das Resultat sind unschöne Zahnverfärbungen – meistens gelblich-braun. Selbst durch eine gute Zahnpflege lassen sich diese meist nicht entfernen. Doch auch gewisse Medikamente und Präparate können die Zähne verfärben, etwa auch der antibakterielle Wirkstoff Chlorhexidin (in vielen Mundspülungen enthalten).

 

Bleaching – was ist das?

„Man versteht unter Bleaching die schonende Aufhellung von Zähnen”, sagt Amberg. Viele Menschen wünschen sich ein weißeres Lächeln, empfinden ihre Zähne als zu dunkel. Mögliche Gründe für die Zahnverfärbungen? „Zum Beispiel genetische Faktoren oder äußere Einflüsse wie Kaffee, Tee, Gewürze und Nikotin, die die Zähne mit der Zeit verfärben.” Doch durch ein medizinisches Bleaching – oder auch Bleichen der Zähne genannt – lässt sich dieser Zustand verbessern. Hier gibt es unterschiedliche Methoden und Techniken. 

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Wie funktioniert das Zähnebleichen?

“Beim Bleaching werden die Zähne durch eine chemische Verbindung von Carbamid-Peroxid schonend aufgehellt”, sagt Amberg. Dabei bestimme die Konzentration des Wasserstoffperoxids die Intensität des Effekts. Wichtig: “Beim Bleaching sollten die Zähne zunächst im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung (kurz: PZR) gereinigt werden, um Verfärbungen, harte und weiche Beläge zu entfernen.”

Beim Zähne bleichen bzw. Bleaching handelt es sich um einen chemischen Prozess, der die Farbe der Zähne aufhellen kann. Zu diesem Zweck wird ein Bleichmittel auf die Zahnoberfläche aufgetragen. Meistens kommen Peroxide mit niedrigem Molekulargewicht zum Einsatz (oft Wasserstoffperoxid) – sie durchdringen den Zahnschmelz und das Dentin. Dabei kommt es zur Oxidation frei werdender Radikale und die verfärbten Moleküle werden zu farblosen Molekülen. Die verwendeten Stoffe wirken also oxidierend auf die Farbpigmente im Zahn. Die Folge: hellere Zähne.

 

Welche Bleaching-Methoden gibt es und was sind die Vorteile?

Generell unterscheidet man zwischen dem internen und dem externen Bleaching. “Beim internen Bleaching werden Zähne, die sich aufgrund eines abgestorbenen Nervens und nach einer Wurzelbehandlung dunkel verfärbt haben, behandelt. Das externe Bleaching umfasst das Aufhellen der Zähne von außen”, sagt die Zahnmedizinerin. Meistens stehen die zwei folgenden Techniken zur Auswahl:

  • Home-Bleaching: Bei dieser Variante werden individuell auf den Patienten angepasste Schienen angefertigt. “Danach wird der Patient instruiert und bekommt das Kit bestehend aus Schienen, Bleaching-Material (Carbamid-Peroxid) in Form von Einbringspritzen sowie eine Anleitung mit nach Hause. Der Patient trägt die Schienen mitsamt dem Material dann für 1 bis 3 Stunden täglich oder über Nacht für einen maximalen Zeitraum von zwei Wochen und kann dabei individuell entscheiden, wann ihm das Ergebnis genügt”, so Amberg. Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, müssen Patienten meistens mehrere Behandlungen einplanen.
  • In-Office-Bleaching: Der Bleichvorgang erfolgt – wie es der Name bereits verrät – vollständig in der Zahnarztpraxis. Bei diesem Verfahren wird ein wesentlich höher konzentriertes Material verwendet, sodass neben dem Bleaching-Gel ein Material zum Schutz des Zahnfleisches aufgebracht wird und der Zahnarzt stets anwesend ist. “Diese Prozedur dauert 2 bis 3 Stunden und kann gegebenenfalls wiederholt werden, sollte beim ersten Termin nicht das gewünschte Ergebnis erzielt werden.” In der Regel lässt sich innerhalb von nur zwei Sitzungen das gewünschte Ergebnis erzielen. 
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Wie lange hält der Bleaching-Effekt an?

Bis wann ein Patient sich an den gebleichten Zähnen erfreuen kann, hängt stark von seinem Putzverhalten und seinen Nahrungsgewohnheiten ab. “Wer raucht, viel Rotwein oder Kaffee trinkt, tendiert zu stärkeren Verfärbungen als jemand, der in der Hinsicht Abstinenz lebt”, sagt Amberg. Außerdem habe laut der Expertin auch die Genetik einen Einfluss auf die Zahnfarbe, sodass nicht jeder das gleiche Ziel erreichen kann oder sich schon von vorneherein die Grundfarbe deutlich unterscheidet. “Daher erstreckt sich der Zeitrahmen durchschnittlich von 1 bis hin zu 5 Jahren. Wobei erfahrungsgemäß das Home-Bleaching einen langfristigeren Effekt aufweist, als das In-Office-Bleaching.”

 

Welche Risiken und Nebenwirkungen birgt ein Bleaching?

Wenn die Behandlung fachgerecht und professionell vom Zahnarzt durchgeführt wird, besteht für die gesunde Mundhöhle kein Risiko. „Da durch die Verbindung Carbamid-Peroxid mit geringerer Konzentration nur nach und nach das Wasserstoffperoxid abgegeben wird, ist oftmals mit keiner Nebenwirkung zu rechnen”, erklärt die Zahnärztin. Hin und wieder komme es in den nachfolgenden Tagen zu erhöhter Sensibilität der Zähne: „In diesem Fall sollte man die Anwendung unterbrechen und Flourid-Maßnahmen ergreifen.” Ein Fluorid-Gel aus der Apotheke kann relativ schnell helfen.

Weniger ist auch beim Bleichen der Zähne mehr. Laut Vivien Amberg wurde wissenschaftlich erwiesen, dass die Widerstandsfähigkeit der Zähne ein bis zwei Wochen nach dem Bleaching herabgesetzt ist. “Deshalb wird aus medizinischer Sicht empfohlen, nicht dauerhaft zu bleichen und dies auch nur unter ärztlicher Aufsicht zu tun”, sagt sie. Außerdem müsse vor jedem Bleaching eine gründliche Inspektion seitens des Zahnarztes erfolgen, um Defekte im Vorfeld zu eliminieren, die zur Reizung des Nervs führen könnten. 

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Wer sollte lieber auf das Bleichen der Zähne verzichten?

“Generell sollte man immer auf das Bleaching verzichten, wenn das Zahnfleisch Entzündungen aufweist. Dies gilt im Besonderen für Schwangere, da diese oftmals durch hormonelle Veränderungen unter Gingivitiden leiden”, so Amberg. Zudem muss darauf geachtet werden, dass nur Zähne gebleicht werden können, die weder durch Zahnersatz (Kronen, Brücken, Veneers) oder Kunststofffüllungen versorgt sind. Die Letzteren müssen oder können gegebenenfalls erneuert werden. „Wenn die Verfärbungen zu tief infiltriert sind, was zumeist bei älteren Patienten der Fall ist, dann empfehlen sich nur Veneers. Das sind hauchdünne Keramikverblendscherben, die auf der Zahnoberfläche aufgebracht werden”, erklärt sie weiter.

 

Wie viel kostet ein Bleaching in etwa?

Die Bleaching-Preise variieren stark – je nach Standort der Praxen fallen sie mal höher, mal niedriger aus. Außerdem richten sich die Kosten auch nach der bevorzugten Methode und dem individuellen Aufwand. „Man sollte aber ungefähr 300 Euro im Durchschnitt für eine natürliche Zahnaufhellung einplanen”, sagt Amberg.

 

Eigenanwendung mit Bleaching-Strips und Co. – gut oder schlecht?

In den Drogeriemärkten oder im Internet gibt es viele verschiedene Methoden, die dem zahnärztlichen Bleaching Konkurrenz machen wollen. Beispielsweise Aufhellungsstrips, Schienen und Zahnpasten. Doch sind sie tatsächlich eine gute Alternative? „Dabei sollte man beachten, dass diese viel niedrigere Dosierungen enthalten und daher über einen viel längeren Zeitraum angewandt werden müssen, bis ein vergleichsweise schwaches Ergebnis eintritt”, erklärt Amberg. „Zudem enthalten aufhellende Zahncremes sogenannte Abrasionspartikel, die den Zahnschmelz reduzieren, aufrauen und reizen, sodass man eher die Finger von dieser Methode lassen sollte.” 

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Zähne bleichen – ausschließlich ein Fall für den Zahnarzt?

Zahnärztin Vivien Amberg sagt: „Der Effekt dieser Mittel fällt eher gering aus. Bedenkt man den Kosten-Nutzen-Faktor, ist die Behandlung in der Zahnarztpraxis günstiger, effektiver, sicherer – und intensiver.” Und wenn Sie sich doch anders entscheiden sollten: Lassen Sie den Zustand Ihrer Zähne vor dem DIY-Bleaching beim Zahnarzt untersuchen.

Quelle:

Unsere Expertin

Zahnärztin Vivien Amberg, Zahnarztpraxis Dr. Amberg in Bad Schwartau.

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