Yoga bei einer Depression: sanfte Unterstützung der Behandlung

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Yoga wird bei Depression oft als Unterstützung zur klassischen Therapie empfohlen. Erste kleinere Studien lassen darauf schließen, dass Yoga in Kombination mit einer kontrollierten Atmung Depressionen lindern könnte.

Eine Frau in meditativer Haltung
Yoga kann die Behandlung von Depressionen unterstützend ergänzen Foto:  istock_goo.gl/73nyq6
Inhalt
  1. Yoga und Depressionen
  2. Wie hilft Yoga bei einer Depression?
  3. Kann Yoga helfen, einer Depression vorzubeugen?
  4. Welche Yoga-Übungen sind bei einer Depression empfehlenswert?
 

Yoga und Depressionen

Depressionen gehören mit zu den häufigsten Erkrankungen der Psyche. Es handelt sich um eine schwerwiegende Erkrankung, deren Ausprägung in leicht, mittelgradig und schwer eingeteilt ist. Wenn der Stress überhandnimmt, mehrere Wochen anhält, Lust- und Antriebslosigkeit hinzukommen, sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Yoga allein reicht zur Behandlung einer beginnenden Depression nicht aus und ist lediglich eine ergänzende Maßnahme. Der Gang zum Arzt ist unverzichtbar. Er wird in der Regel eine Psychotherapie und gegebenenfalls Medikamente (Antidepressiva) verschreiben.

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Wie hilft Yoga bei einer Depression?

Insbesondere ruhige Yogastile, wie das Yin Yoga, könnten bei Depressionen zur Linderung beitragen. Die Betroffenen können über diese Form der Entspannung lernen, sich selbst und ihre Bedürfnisse wieder besser wahrzunehmen. Außerdem kann Yoga, ähnlich wie Meditation, dabei helfen, die Gedanken zu fokussieren und sich von Gedankenschleifen als typisches Symptom einer Depression zu lösen.

Erste kleinere Studien haben gezeigt, dass Yoga vor allem in Kombination mit Atemübungen eine Depression lindern kann. Das gilt auch für dynamische Yoga-Formen, wie etwa Ashtanga, das auf einer festgelegten Abfolge von Übungen beruht. Es soll aktivierend und entspannend wirken.

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Kann Yoga helfen, einer Depression vorzubeugen?

Die Gründe für klinische Depressionen oder leichtere depressive Verstimmungen sind vielfältig. Gerade beim Burn-out, der einer Depressionen vorausgeht, tragen äußere Umstände in der Regel zur Erkrankung bei. Im Beruf wird immer mehr verlangt: mehr Leistung, mehr Flexibilität, mehr Einsatzbereitschaft. Hinzu kommt Reizüberflutung im Alltag. Das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen, geht im wahrsten Sinn des Wortes „auf die Nerven“.

Umso wichtiger ist es, die Freizeit erholsam zu gestalten. Nicht erst, wenn sich die Depression schon manifestiert hat. Die Entspannungsübungen beim Yoga sollen bei regelmäßiger Ausführung dabei helfen, einen Ausgleich zu Stress und übermäßiger Belastung zu schaffen und dadurch die Entstehung einer Depression zu verhindern.

 

Welche Yoga-Übungen sind bei einer Depression empfehlenswert?

Um zu verstehen, welche Yoga-Übungen bei Depression helfen können, muss man sich von der Vorstellung freimachen, dass Yoga nur aus den klassischen Asanas, also den einzelnen Körperstellungen, besteht. Bei den positiven Effekten von Yoga nehmen Atemübungen (Pranayama) und die Meditation ebenso eine wichtige Rolle ein.

Welche Übungen letztlich bei Depression eine Wirkung zeigen, hängt individuell von der Problematik des Patienten ab. Manchem helfen die dynamischen Bewegungen mit hoher Konzentration beim Ashtanga-Yoga, andere können Stress abbauen, indem sie meditieren. Wieder andere können durch Vorstellungs- und Affirmationsarbeit Angstzustände abbauen. Yoga kann somit bei Depressionen auf verschiedene Weise Linderung verschaffen.

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Quellen:

Trökes, Anna (2017): Yoga bei Depression, Freiburg: Herder Verlag

Menger, Marion (2019): Yin Yoga: Wie Du die sanfte Form des Yoga in Deinen Alltag integrierst – 20 Asanas zum Entspannen und Abschalten, Nürnberg: Edition Liberu

Wolff, Christiane und Annabelle Starck (2018): Heilen mit Yoga: Die Seele stärken bei Burnout, Depression und Ängsten, Stuttgart: Trias Verlag

Was ist eine Depression?, in: deutsche-depressionshilfe.de 

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