Yerba Santa: Kalifornische Heilpflanze gegen Alzheimer?

Verena Elson Medizinredakteurin

Yerba Santa gehört zur Gattung Eriodictyon und heißt auf spanisch „Heiliges Kraut“. Die Blütenpflanze, die Ureinwohner Nordamerikas seit Jahrhunderten als Heilmittel nutzen, hat jetzt auch die Schulmedizin für sich entdeckt. Das Vorhaben der Forscher: die Entwicklung einer neuen Alzheimer-Therapie.  

Die Blütenpflanze Yerba Santa enthält einen Wirkstoff, der schützend auf Nervenzellen wirkt
Die Blütenpflanze Yerba Santa enthält einen Wirkstoff, der schützend auf Nervenzellen wirkt Foto:  Andrei Stanescu/iStock

Pflanzen liefern die Wirkstoffe für viele unserer Medikamente – so wurde etwa Aspirin ursprünglich aus Weidenrinde entwickelt und der Anti-Malaria-Wirkstoff Artemisinin stammt aus den Blüten des Einjährigen Beifuß. Eine Blütenpflanze aus dem Südwesten der USA und Nordwest-Mexiko könnte nun zur Entwicklung einer neuen Arznei gegen Alzheimer beitragen: „Yerba Santa“ wurde bisher vor allem von den Ureinwohnern Kaliforniens medizinisch genutzt, und zwar zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, Fieber und Kopfschmerzen.

Wissenschaftler des Salk Institute for Biological Studies in San Diego überprüften bereits rund 400 Pflanzenstoffe auf ihre Wirkung auf Nervenzellen. In  ihrer aktuellen Studie untersuchten sie nun Yerba Santa mit dem Ziel neue Therapien gegen Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen zu finden.

 

Suche nach neuen Alzheimer-Therapien

Im Labor identifizierten die Wissenschaftler ein Molekül namens Sterubin als aktivste Komponente in Yerba Santa. Sie stellten fest, dass Sterubin entnommene Nervenzellen von Mäusen im Labor vor dem Zelltod schützt. Es hat eine entzündungshemmende Wirkung und außerdem die Eigenschaft, potenziell schädliches Eisen aus den Nervenzellen abzutransportieren. Diese Charakteristiken machen die Substanz zu einem Wirkstoffkandidaten gegen Alzheimer, so die Studienautoren.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher Sterubin an lebenden Tieren mit Alzheimer testen. Sollten diese Experimente erfolgreich verlaufen, könnten entsprechende Studien mit Menschen folgen.

Vorangegenagene Studien wiesen bereits auf die zellschützende Wirkung hin. So fanden japanische Forscher heraus, dass Sterubin das Ergrauen der Haare verzögern kann.

Quelle:
Fischer, W. et al. (2019): Old age-associated phenotypic screening for Alzheimer's disease drug candidates identifies sterubin as a potent neuroprotective compound from Yerba santa, in: Redox biology.

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