Xylometazolin: Vorsicht bei Nasenspray für Kleinkinder

Dr. med. Dierk Heimann Facharzt für Allgemeinmedizin

Die junge Mutter vor mir hat ihren zweijährigen Sohn auf dem Schoß. Seine Nase ist verstopft. Sie möchte ihm gerade ein Spray geben – doch ich halte sie davon ab. Der Blick auf das Etikett zeigt: Es ist zu hoch dosiert. Der Einsatz des falschen Nasensprays kann für Kleinkinder gefährlich sein!

Inhalt
  1. Vorsicht vor allzu achtlosem Umgang!
  2. Höchstens sieben Tage...
  3. Die Dosis muss stimmen
  4. Mit dem Arzt sprechen sollten...
 

Vorsicht vor allzu achtlosem Umgang!

Gerade in der kalten Jahreszeit gehen sie massenhaft über die Apotheker-Tresen: freiverkäufliche abschwellende Nasentropfen und – sprays. Was viele meiner Patienten nicht wissen: So zuverlässig sie wirken, so große Nebenwirkungen können sie leider auch haben.

 

Höchstens sieben Tage...

Substanzen wie das Xylometazolin haben eine tolle Wirkung: Sie verengen die Blutgefäße in der Nase – dadurch schwellen die Schleimhäute ab. Auch können sie wohl die Ausbreitung von Erkältungsviren bremsen.

Eine trockene Nasenschleimhaut kann vielfältige Ursachen haben.
Selbstbehandlung Trockene Nasenschleimhaut: Ursachen und was hilft

Aber Vorsicht: Werden sie zu lange eingesetzt, wird die Nasenschleimhaut regelrecht abhängig – ohne Spray keine freie Nase mehr. Schlimmer noch: Werden die Blutgefäße zu sehr verengt, bildet sich die Schleimhaut irgendwann zurück. Bakterien produzieren einen stinkenden Belag. Wir nennen das Stinknase.

 

Die Dosis muss stimmen

Bei Überdosierung kann der Blutdruck in die Höhe schnellen und einen Atemstillstand hervorrufen. Die Symptome sind sehr vielfältig. Daher genau auf die Dosierung achten! Generell gilt: je geringer das Alter, desto geringer die Dosis.

Nasensprays können viermal pro Tag angewendet werden. In den Sprays für Kleinkinder steckt meist die halbe Dosis. Manchmal sogar weniger. Die höher dosierten Nasentropfen für Erwachsene können für Kleinkinder gefährlich werden!

 

Mit dem Arzt sprechen sollten...

...Menschen, die unter einem erhöhten Augeninnendruck (Grüner Star) oder Herz-Kreislauferkrankungen leiden, oder Psychopharmaka einnehmen. Die können die Erhöhung des Blutdrucks zusätzlich befeuern.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.