Xylit: Der Süßstoff für Diabetiker

Alexander Scherb

Xylit oder auch Birkenzucker ist einer der teuersten Zuckerersatzstoffe auf dem Markt. Allerdings besitzt das weiße Pulver auch zahlreiche positive Eigenschaften. Neben dem niedrigen glykämischen Index, ist Xylit gerade in der Zahnpflege gefragt. PraxisVITA stellt den Zuckerersatz vor und nennt die Vorteile.

Xylit, oder auch Birkenzucker genannt, werden zahlreiche positive Eigenschaften zugesprochen
Xylit, oder auch Birkenzucker genannt, ist ein Zuckerersatzstoff, dem zahlreiche positive Eigenschaften zugesprochen werden Foto:  morisfoto
Inhalt
  1. Wie wird Xylit gewonnen?
  2. Enthält Xylit eigentlich Vitamine und Nährstoffe?
  3. Wie wirkt Xylit auf den Körper?
  4. Wie schmeckt Xylit?
  5. Alternativen zu Xylit
 

Wie wird Xylit gewonnen?

Entdeckt wurde Xylit 1890 vom deutschen Forscher Emil Fischer. Er konnte den Süßstoff aus Buchenspänen isolieren. In den nachfolgenden Jahren wurde Xylit hauptsächlich aus der Rinde der Birke gewonnen, was ihm den alternativen Namen Birkenzucker einbrachte. Heutzutage wird Xylit aber nicht mehr aus dem Holz der Birke hergestellt, sondern aus Stroh oder Getreidekleie. Xylit ist aber auch in vielen anderen Gemüse- und Obstsorten enthalten, wie zum Beispiel in Blumenkohl, Pflaumen, Himbeeren und Erdbeeren.

 

Enthält Xylit eigentlich Vitamine und Nährstoffe?

Wie bei vielen Süßungsmitteln hält sich auch bei Xylit der Anteil an Nährstoffen und Vitaminen in engen Grenzen. Der positive Effekt des Xylits wird eher durch die geringere Menge an Kalorien und den niedrigen glykämischen Index erreicht. Der glykämische Index beschreibt, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Durch den geringen Wert, ist Xylit auch für Diabetiker geeignet. Zudem besitzt Xylit eine um 40 Prozent verringerte Menge an Kalorien im Gegensatz zu herkömmlichem Haushaltszucker.

 

Wie wirkt Xylit auf den Körper?

Der Grund, warum Xylit als ein gesunder Zuckerersatzstoff gilt, liegt an der kariogenen Wirkung. Xylit beugt Karies vor. Daher wird er auch oft in der Zahnpflege-Industrie genutzt. In Zahnpasta, Kaugummis und Mundwasser ist Xylit fast immer anzutreffen. Zudem wurde in Studien festgestellt, dass der Süßstoff die Bildung von Pneumokokken im Nasen-Rachen-Raum hemmt. Dadurch kann einer akuten Mittelohrentzündung vorgebeugt werden. Hierfür muss die Dosis jedoch so hoch sein, dass man sie nicht durch eine normale Ernährung zu sich nehmen kann. Allerdings fehlen momentan noch bestätigende Studien, so dass die Wirkung bisher nicht eindeutig belegt ist.

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Wie schmeckt Xylit?

Ein Nachteil von Xylit kann der minzige Geschmack sein. Auch deshalb wird Birkenzucker gerne in der Zahnpflege eingesetzt. Im normalen Alltag kann sich diese Geschmacksnote allerdings als störend herausstellen. Was bei Cocktails und Longdrinks vielleicht noch akzeptabel ist, wird spätestens beim Backen von Schokomuffins oder ähnlichen Leckereien sehr lästig. Deshalb bieten viele Hersteller Xylit mittlerweile auch mit neutralem Geschmack an. Hier wurden die Stoffe, die für den Minzgeschmack verantwortlich sind, entfernt. Allerdings muss beim Kauf von Xylit darauf geachtet werden.

Wie verhält sich Xylit beim Backen?

Ohne die minzige Geschmacksnote kann Xylit im Haushalt eins zu eins gegen Zucker ausgetauscht werden. Die Süßkraft von Xylit ist nämlich ähnlich hoch. Das Problem beim Backen ist die Unverträglichkeit mit Hefe. Brote und andere Backwaren, die auf Hefe angewiesen sind, können nicht mit Xylit hergestellt werden. Allerdings gibt es ja genügend andere Naschwerke, die auch ohne Hefe Genuss bieten.

Rezept: Schoko-Cookies mit Xylit

Zutaten (für 25 Cookies)
220 g Mehl
120 g Xylit
100 g Butter
150 g dunkle Schokolade (auch hier gibt es Alternativen mit Xylit)
1 Ei
Etwas Salz

Zubereitung
Butter, Ei und das Xylit in einer Schüssel zusammen mischen und ein paar Minuten kräftig umrühren. Danach das Mehl und eine Prise Salz unterrühren. So lange rühren, bis ein homogener Teig entsteht. Anschließend die dunkle Schokolade als kleine Stücke hinzufügen. Den Teig mit der Hand in kleine Bällchen oder kreisförmige Teile kneten, auf ein mit Backpapier vorbereitetes Backblech platzieren und plattdrücken. Anschließend für 15 Minuten in den Ofen schieben, der auf 175 (Heißluft) bis 190° C vorgeheizt wurde. Viel Spaß beim Knabbern!

Warum Sie nicht zu viel Xylit essen sollten

Xylit kann zu Beginn bei erhöhtem Konsum zu Durchfall führen. Deshalb steht auf Kaugummipackungen oder bei Lutschpastillen auch oftmals der Satz „Kann bei übermäßigen Verzehr abführend wirken“. Nach einiger Zeit gewöhnt sich der Körper allerdings daran und der Durchfall verschwindet. Für Hunde ist Xylit giftig.

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Alternativen zu Xylit

So gut sich Xylit jetzt liest, ist dessen Herstellung doch alles andere als einfach und umweltschonend. Xylit wird mit Schwefelsäure und anderen Chemikalien vom Getreide gespalten. Besonders umweltfreundlich ist das nicht. Als Alternativen bieten sich verschiedene Süßstoffe an. Wem der glykämische Index wichtig ist, kann als Ersatz auch zu Stevia oder Aspartam greifen. Wer lieber eine umweltschonendere Alternative nutzen möchte greift zu Bio-Ahornsirup oder Bio-Honig. Beide Süßstoffe besitzen ungefähr die gleiche Süßkraft und bieten einen angenehmeren Beigeschmack, der gerade zum Backen geeignet ist.

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