Wurzelspitzenresektion: Ursachen, Verfahren, Kosten

Mona Eichler

Eine Wurzelspitzenresektion bezeichnet das Entfernen der Zahnwurzel mit dem Ziel, einen entzündeten Zahn zu erhalten, sodass er nicht entfernt werden muss. Dabei nimmt der Zahnarzt einen operativen Eingriff vor, bei dem er die Zahnwurzel über Zahnfleisch, Knochenhaut und Knochen freilegt und schließlich reseziert, also abschneidet.

Frau bekommt Wurzelspitzenresektion
Bei einer Wurzelspitzenresektion wird die Zahnwurzel entfernt, um einen entzündeten Zahn zu erhalten Foto:  iStock/Bojan89
Inhalt
  1. Wann ist eine Wurzelspitzenresektion notwendig?
  2. Ablauf: Was passiert bei einer Wurzelspitzenresektion?
  3. Welche Risiken entstehen bei der WSR?
  4. Essen, rauchen & Co.: Worauf ist nach einer Wurzelspitzenresektion zu achten?
  5. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Eingriff?
 

Wann ist eine Wurzelspitzenresektion notwendig?

Eine Wurzelspitzenresektion, abgekürzt WSR, wird dann nötig, wenn sich eine Entzündung im Bereich der Wurzelspitze eines Zahnes festgesetzt hat, die sich nicht durch eine herkömmliche Wurzelbehandlung beseitigen lässt.

Zu Zahnwurzelentzündungen kommt es unter anderem durch Karies oder Verletzungen. Weitere Indikationen sind abnorme Wurzelverhältnisse (wie sie bei Weisheitszähnen häufig auftreten), Zysten, Verdacht auf Tumor(e) oder andere Zahnverletzungen, bei denen eine Wurzelbehandlung nicht helfen würde.  

 

Ablauf: Was passiert bei einer Wurzelspitzenresektion?

Der Zahnarzt führt eine Wurzelspitzenresektion dann durch, wenn der betroffene Zahn als "erhaltungswürdig" eingestuft wird und nach dem Eingriff beispielsweise durch Füllungen oder Überkronungen dauerhaft erhalten werden kann.

Im Schnitt dauert der Eingriff zwischen 15 und 30 Minuten und wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt.  

Schritt 1:

Zunächst legt der Arzt den Knochen frei, indem er das Zahnfleisch und sich darunter befindende Knochenhaut und das Weichgewebe durchtrennt.

Schritt 2:

Mit einem Knochenfräser wird der Knochen abgetragen. Dabei beschränkt sich der Arzt auf den Bereich der Wurzelspitze, die später entfernt werden soll.

Schritt 3:

Nun wird die Wurzelspitze entfernt. Meist werden dabei nur rund 2 bis 3 Millimeter mit einer Fräse abgetragen. Zusätzlich entfernt der Arzt natürlich auch entzündetes Gewebe um die Zahnwurzel herum.

Schritt 4:

Anschließend erweitert, desinfiziert, trocknet und füllt der Arzt den Wurzelkanal. Meist wird dieser Schritt von der Zahnkrone aus durchgeführt.

Schritt 5:

Abschließend wird das gesamte betroffene Gewebe desinfiziert und das Weichgewebe sowie das Zahnfleisch wieder vernäht.

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Welche Risiken entstehen bei der WSR?

Die Wurzelspitzenresektion ist anders als die Wurzelbehandlung ein operativer Eingriff und birgt mehrere Risiken.

Zu den klassischen zählen Blutungen, Schwellungen und Wundinfektionen.

Zu den spezifischeren gehören die (versehentliche) Schädigung benachbarter Zähne, das Zurückbleiben unentdeckter Entzündungsherde sowie das Entstehen neue Entzündungen. Auch Nerven können bei dem Eingriff geschädigt werden.

 

Essen, rauchen & Co.: Worauf ist nach einer Wurzelspitzenresektion zu achten?

Die WSR ist ein operativer Eingriff unter örtlicher Betäubung. In der Zeit nach dem Eingriff gilt:

  • 24 Stunden Ruhe halten.
  • 24 Stunden nicht rauchen, keinen schwarzen Tee oder Kaffee trinken.
  • Grundsätzlich auf sehr heiße und sehr kalte Getränke und Speisen verzichten.
  • Die wunde, geschwollene Stelle von außen kühlen.
  • Gründliche, aber auch vorsichtige Mundhygiene (ggfs. in den ersten Tagen eine weichere Zahnbürste verwenden; auf scharfe Mundspülungen verzichten).
  • Nach sieben bis zehn Tagen werden die Fäden in der Regel gezogen.
  • Nach drei bis sechs Monaten sollte eine Nachkontrolle per Röntgenaufnahme erfolgen.
 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Eingriff?

Wie bei der Wurzelkanalbehandlung und unterschiedlichen Füllungen muss der Zahnarzt den betroffenen Zahn als "erhaltungswürdig" einstufen, damit die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt. Kosten für Behandlungen mit unklaren Erfolgsaussichten werden in der Regel nicht übernommen.

Von "erhaltungswürdig" spricht man unter anderem, wenn einer der Frontzähne betroffen ist, aber auch in Einzelfällen im vorderen Seitenbereich des Gebisses.

Ist einer der hinteren Backenzähne betroffen, gestaltet sich die Kostenübernahme schwieriger. Hier springt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel ein, wenn:

  • Der betroffene Backenzahn in einer vollständigen Zahnreihe ohne Lücke steht.
  • Die Zahnreihe ohne Behandlung einseitig nach hinten verkürzt würde.
  • Vorhandener Zahnersatz durch den Eingriff erhalten werden kann.

Wie bei allen größeren Eingriffen ist es ratsam, die eigene Krankenkasse im Vorfeld der Behandlung zu kontaktieren, um final zu klären, welche Kosten übernommen werden und welche nicht.

Quellen:

Wurzelspitzenresektion (WSR): Ziel und Ablauf einer Wurzelspitzenresektion, in: zahn.de

Wann ist eine Wurzelspitzenresektion erforderlich?, in: kzbv.de

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