Wundpflaster zeigt Infektionen an

Wundpflaster
Ein von britischen Forschern entwickeltes Wundpflaster zeigt an, wenn sich die Wunde entzündet hat © University of Bath

Ein kleines Pflaster könnte Menschen mit Brandwunden vor gefährlichen Infektionen und bleibenden Narben bewahren: Es zeigt an, wenn sich die Wunde entzündet. Die neue Erfindung stammt von britischen Wissenschaftlern.

Um festzustellen, ob sich eine Brandwunde infiziert hat, musste bisher jedes Mal das Pflaster oder der Wundverband entfernt werden. Diese Prozedur ist nicht nur schmerzhaft, sie hat auch unangenehme Folgen: Der Heilungsprozess wird verlangsamst und die Bildung bleibender Narben gefördert.

Die neue Erfindung von Wissenschaftlern der Universität in Bath könnte das ändern: Denn auf dem von den britischen Forschern entwickelten Wundpflaster erscheinen farbige Punkte, wenn sich die Wunde infiziert hat. Diese Erfindung könnte laut den Studienleitern sogar Leben retten – denn je schneller Infektionen entdeckt und behandelt werden, desto besser lassen sich gefährliche Folgen wie Blutvergiftungen vermeiden.

 

So funktioniert das Wundpflaster

Das Pflaster ist mit kleinen Farbkapseln ausgestattet. Infiziert sich die Wunde, sondern die beteiligten Bakterien Giftstoffe ab. Diese wiederum veranlassen die Farbkapseln, Farbe freizusetzen. Das Pflaster kann dabei zwischen auf der gesunden Haut vorkommenden und schädlichen Bakterien unterscheiden.

Die Wissenschaftler verfolgen mit ihrer Entwicklung ein weiteres Ziel: Um gefährliche Infektionen zu vermeiden, wurden Patienten mit Brandwunden bisher häufig vorbeugend Antibiotika verabreicht. Dieser teils unnötige Einsatz der Medikamente fördert die Bildung von Antibiotikaresistenzen. Mit dem neuen Wundpflaster wollen die Forscher künftig die vorbeugende Gabe von Antibiotika verringern und so einen Teil zum Kampf gegen resistente Keime beitragen.

Nach ersten Laborversuchen erhielten die Studienleiter rund 1,4 Millionen Euro vom britischen Medical Research Council, um die Wirksamkeit des Pflasters an Proben der Wunden von Verbrennungsopfern zu testen. Verlaufen die Tests erfolgreich, soll das Pflaster in rund vier Jahren in Krankenhäusern angewendet werden.

Dr. Amber Young vom Bristol Children’s Burns Research Centre wird an den Versuchen beteiligt sein. Ihrer Meinung nach kann das neue Pflaster besonders Kindern helfen. In einer Pressemitteilung sagt sie: „Kinder haben ein besonders hohes Risiko, schon von einer kleinen Verbrennung eine ernsthafte Infektion zu bekommen. Doch mit den bisherigen Methoden können Mediziner nicht feststellen, ob ein krankes Kind eine erhöhte Temperatur hat aufgrund einer ernsthaften bakteriellen Brandwunden-Infektion oder nur von einer einfachen Erkältung.“

Hamburg, 18. November 2015 

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