Wundheilung fördern: 5 geheime Fakten

Redaktion PraxisVITA
20 Minuten Entspannung fördern die Wundheilung
Wundheilung fördern mit Entspannung: Bei kleinen Hautverletzungen reichen 20 Minuten aus, um die Zellerneuerung zu beschleunigen © Fotolia

Kleine Verletzungen gehören zum Alltag. Forscher haben jetzt herausgefunden, wie Sie die Wundheilung fördern können. Außerdem: Vier Fakten zum Thema Wundheilung, von denen Sie garantiert noch nichts gehört haben.

 

Wundheilung fördern mit Honig

Seit der Antike wird vermutet, dass Honig die Wundheilung fördern kann. Tatsächlich zeigten medizinische Studien, dass Honig antibakteriell wirksame Stoffe sowie ein Enzym enthält, das die Wunde desinfiziert.

 

Wie Entspannung die Wundheilung fördern kann

Wissenschaftler haben jetzt aber eine weitere Methode gefunden, die Wundheilung zu fördern: Demnach reichen 20 Minuten Entspannung  aus, um die Zellerneuerung der Haut zu beschleunigen und die Schmerzen kleinerer Verletzungen zu lindern. Ihr Ergebnis veröffentlichten die Wissenschaftler aus Neuseeland im Fachmagazin "Psychosomatic Medicine".

Für die Studie teilten die Forscher 100 gesunde Erwachsene im Alter von 21 Jahren in drei Gruppen: Die ersten Teilnehmer hatten sich direkt vor der Verletzung entspannt, die zweite Gruppe danach und die Probanden der dritten Kontrollgruppe hatten sich gar nicht ausgeruht. Hauptbestandteil der Entspannung war eine geführte Meditation. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass 20 Minuten Erholung eine positive Wirkung auf die Schutz- und Barrierefunktion der Haut haben und somit die Wundheilung fördern kann.

Wundheilung fördern mit Honig
Seit der Antike wird Honig eingesetzt, um die Wundheilung zu fördern© istock/martin-dm
 

Wie funktioniert die Wundheilung im Körper? 4 interessante Fakten

Ob Schnitt- oder Brandverletzung: Die Wundheilung der Haut ist ein einzigartiges Phänomen. So funktioniert der geheime Heil-Code unseres Körpers:

 

Blutplättchen schließen die Wunde

Der menschliche Körper kann in kürzester Zeit Wunden notdürftig stopfen – selbsttätig und ganz nebenbei. Doch wie gelingt es dem Körper, sich so schnell und effektiv zu versorgen?

Er spult ein komplexes Programm an Reparaturarbeiten ab, die jede medizinische Technik in den Schatten stellt: "Wir Ärzte tun nichts anderes, als den Chirurgen im Innern zu unterstützen. Jede Heilung ist Selbstheilung", sagt die Medizinerin Sara Rankin.

Die Werkzeuge dafür liegen im Blut selbst. Es enthält Stoffe, die die Wunde abdichten und den Blutstrom stoppen. Eine 0,3 Zentimeter tiefe Schnittverletzung mit einem Küchenmesser etwa versiegelt der Körper innerhalb von fünf Minuten provisorisch.

Allerdings hat auch der Körper sein Leistungslimit: Sind Hauptschlagadern oder besonders viele Blutgefäße zerstört, kommt er mit den Reparaturarbeiten nicht schnell genug nach. Dann verliert er zu viel Blut, bevor sich die Wunden schließen können – ab etwa zwei Litern Blutverlust droht einem Erwachsenen Lebensgefahr.

 

Stammzellen bilden neue Hautzellen

Wenn unser Körper es schafft, seine Wunden zu schließen, kann er mit dem Wiederaufbau beginnen. Für diese Aufgabe hält er spezielle Kraftwerke parat: adulte Stammzellen – sein Ersatzteilreservoir. Diese Zellen besitzen eine einzigartige Fähigkeit, denn sie können sich unbegrenzt teilen und neue Zellen hervorbringen.

Hautzellen
Die Hautstammzellen erschaffen täglich fast eine Milliarde neue Hautzellen. So erneuert der Körper in etwa zwei Wochen die Haut© istock

Mit ihrer Hilfe bildet der menschliche Körper im Laufe seines Lebens tausendmal mehr neue Zellen, als die Milchstraße Sterne hat. Und die treten dann an die Stelle des zerstörten Gewebes. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Die adulten Stammzellen sind spezialisiert – Hautstammzellen können lediglich neue Hautzellen bilden.

 

Der Körper erneuert die Haut in zwei Wochen

Knochenstammzellen teilen sich zu neuen Knochenzellen. Mit diesen Bausteinen schafft der Körper es sogar, Knochenbrüche zu reparieren: Das heißt, er kann die beiden Knochenstücke wieder zusammenwachsen lassen.

Dabei dient ein Verband oder Gips lediglich als Stütze – die Heilung übernimmt der Körper selbst, und das relativ schnell: Für die Wiederherstellung nach einem Schlüsselbeinbruch benötigt er selten mehr als sechs Wochen, dank der Stammzellen.

Die Hautstammzellen sind ebenso leistungsstark: Pro Tag erschaffen sie fast eine Milliarde neue Hautzellen. So erneuert der Körper in etwa zwei Wochen die Haut. Dieser Mechanismus ist es auch, der zerstörtes Gewebe regeneriert. Von der schweren Verwüstung ist dann kaum noch etwas zu sehen.

 

Im Mutterleib werden Wunden noch ohne Narbenbildung repariert

Das Einzige, was von tiefen Fleisch- und Platzwunden bleibt, sind Narben – steifes, unvollkommenes Gewebe: Der neuen Haut fehlen Nervenzellen, weshalb der Mensch an Narben keine Berührungen wahrnehmen kann. Doch warum heilt unsere Haut trotz ihrer regenerativen Fähigkeiten so fehlerhaft?

Der Körper muss ganz einfach wählen: zwischen Schnelligkeit und Präzision. Für sein Überleben spielt hauptsächlich die Geschwindigkeit eine Rolle, schließlich liefert sich der Regenerationsmechanismus einen Wettlauf mit dem hinausströmenden Blut.

Außerdem muss der Mensch schnell wieder einsatzbereit sein, um auf Nahrungssuche zu gehen oder Feinde abzuwehren. Und der einzige Nachteil der rasanten Heilung ist die Narbenbildung.

Doch dies ist nicht immer so: Als Fötus im Mutterleib besitzen wir noch die Fähigkeit, Wunden schnell und gleichzeitig ohne Narben zu reparieren. Forscher fanden heraus, dass dies nicht am schützenden Mutterleib liegt, sondern an den Eigenschaften der fetalen Zellen: Die sogenannten Fibroblasten, bewegliche Gewebezellen, etwa verfügen über deutlich mehr vom Enzym Prolyl-4-Hydroxylase, das die Produktion von neuen Zellen in Gang setzt.

Zusätzlich enthalten sie die dreifache Menge an Hyaluronsäure. Auch die organisiert das Nachwachsen von neuen Zellen in der Wunde. Der Heilungsmechanismus des Fötus ist so effizient, dass Ärzte notwendige Operationen (zum Beispiel bei Missbildungen) häufig am Ungeborenen vornehmen statt am Säugling.

 
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