Wundheilung beschleunigen: Tipps von Experten

Silvia Pucyk Medizinredakteurin
Kapitel
  1. 1. Wundheilung
  2. 2. Wundheilungsphasen
  3. 3. Wundheilung beschleunigen
  4. 4. Wundheilungsstörung

Nach jeder Verletzung kann eine Narbe zurückbleiben. Im schlimmsten Fall infiziert sich die Hautläsion, weil Bakterien in den Körper eingedrungen sind. Die Wundheilung zu beschleunigen, kann daher Komplikationen verhindern. Welche Tipps Experten hierfür geben, lesen Sie hier.

Eine Verletzung am Finger
Damit nach einer Verletzung möglichst keine Narbe zurückbleibt, sollte die Wunde feucht gehalten werden © worac/iStock

Es gibt viele verschiedene Verletzungen der Haut: Schnittwunden, Brandwunden, Quetschwunden, Schürfwunden etc. Für alle gilt: Je schneller die Verletzungen heilen, desto kürzer sind wir einem Infektionsrisiko ausgesetzt. Die Wundheilung zu beschleunigen, ist daher aus medizinischer Sicht durchaus sinnvoll.

 

Wundheilung beschleunigen: Denken Sie an die richtige Wundversorgung

Für die überwiegende Zahl der Verletzungen gilt: Unbedingt feucht halten. Das funktioniert am besten mit einem speziellen Wundgel aus der Apotheke. Ein Pflaster darüber ist häufig ebenfalls ratsam, damit keine Fremdkörper und Keime in die Wunde eindringen. Das Pflaster allein hält die Wunde allerdings nicht feucht – sofern es sich nicht um ein Wundpflaster mit Geleinlage handelt.

Warum das Feuchthalten der Wunde so wichtig ist? So kann sie schneller ausheilen, da Nährstoffe besser an die Wunde gelangen. Es bildet sich weniger Schorf und Vernarbungen fallen kleiner aus.

Gesundes Essen hilft bei der Wundheilung
Gemüse und Obst versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen, die er braucht, damit die Wunde schnell heilt© yulkapopkova/iStock

Um die Wundheilung zu beschleunigen, geben Experten folgende Tipps:

Wunde nicht berühren: Kratzen Sie gebildeten Schorf möglichst nicht ab, da die Wunde sich sonst nicht verschließen kann. Wenn die betroffene Stelle jucken sollte, versuchen Sie, die Körperpartie mit Pads vorsichtig zu kühlen. Ein Feuchtigkeitsgel verhindert Schorfbildung im Ansatz.

Richtiger Umgang mit dem Verband: Einige Ärzte raten davon ab, den Verband täglich zu wechseln. Frisch gebildetes Gewebe könnte auf diese Weise zerstört werden. Ihr Arzt sollte Sie daher genau darüber aufklären, wie oft Sie ihren Verband erneuern sollten. Außerdem darf dieser nicht zu festgespannt werden, da der hohe Druck verhindert, dass die Verletzung abheilen kann.

Rauchen Sie möglichst nicht: Tabak verschlechtert den Wundheilungsprozess. Die Haut ist weniger elastisch und wird schlecht durchblutet. Es kann leichter zu Infektionen kommen als bei Nichtrauchern.

Proteine und Vitamine: Versorgen Sie Ihren Körper mit gesunden Lebensmitteln, damit er die darin enthaltenen Nährstoffe zur Wundheilung nutzen kann. Um die Wundheilung zu beschleunigen, eignen sich vor allem Proteine (Milch, Fisch, Fleisch) sowie reichlich Vitamine (Äpfel, Beeren, Paprika, Brokkoli etc.).

Hydroaktive Gele: Sie schaffen ein Mikroklima an der Wunde, dass die Heilung fördert und darüber hinaus die Infektionsgefahr senkt. Grund: Das Wundmilieu wird leicht sauer und damit zu einer keimunfreundlichen Umgebung.

Sport: Eine Mischung aus Radfahren, Joggen und Krafttraining kann heilsam auf Verletzungen wirken, so das Fazit einer Studie. Bevor Sie sich ihre Sportschuhe anziehen, sollten Sie allerdings unbedingt Ihren Arzt fragen, ob und wenn ja welche sportliche Bewegung für Sie infrage kommt. Bei tiefreichenden oder schlecht verheilenden Wunden wird der Arzt eher zum Ruhigstellen der Verletzung raten.

 
Wundheilungsstörung
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