Wunden heilen am besten an der Luft? 5 Mythen über Wundheilung

Gaby Scheib

Kleine Wunden sind schnell passiert. Und sie heilen auch bald wieder, wenn man sie entsprechend versorgt. Aber wie das geht eigentlich genau? Es ranken sich einige Legenden um die Wundheilung. Die 5 größten Mythen und ihr Wahrheitsgehalt.

Großaufnahme eines Knies mit blutigen Hautabschürfungen
Dass Wunden am besten an der Luft heilen, gehört zu den 5 bekanntesten Mythen über Wundheilung. Aber ist es auch wirklich wahr? Foto:  iStock-803311476 Saran_Poroong

Ob Kinder oder Erwachsene: Jeder verletzt sich hin und wieder mal beim Spielen, im Haushalt oder beim Sport. Größere Wunden müssen natürlich ärztlich behandelt werden. Doch meist handelt es sich nur um Hautabschürfungen oder kleine Schnittwunden – man muss sie einfach nur richtig versorgen und dann sind sie auch bald wieder vergessen. 

Beim Thema Wundversorgung sind viele Menschen allerdings unsicher: Heilen Wunden wirklich am besten an der Luft? Oder wie geht das richtig? Höchste Zeit, dass mit den 5 meist verbreiteten Mythen über die Wundheilung aufgeräumt wird!

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1. Mythos: Am besten heilen Wunden an der Luft

Das stimmt nicht! Wunden heilen viel schneller ab, wenn sie einer feuchtwarmen Umgebung ausgesetzt sind. Der Grund: Es bildet sich Wundsekret – Antikörper oder wichtige Nährstoffe gelangen so zur Wunde, während Bakterien abgetragen werden. Lässt man die Wunde offen, trocknet sie oberflächlich aus und das Wundsekret wird in seinem Abfluss gestoppt: Die schlechten Stoffe können nicht mehr abtransportiert werden und der Heilungsprozess stockt. Deshalb gilt bei kleineren Wunden: auswaschen oder desinfizieren und Pflaster drauf, solange die Wunde nässt!

 

2. Mythos: Pflaster – eine echte Brutstätte für Keime

Auch das ist nicht wahr. Im Gegenteil: Pflaster sind steril, sie schützen die Wunde vor Schmutz und Bakterien, die von außen eindringen und sie infizieren könnten. Wichtig ist es, die Wunde vor dem Aufbringen des Pflasters zu säubern und das Pflaster regelmäßig zu wechseln.

Foto: iStock
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3. Mythos: Juckt eine Wunde, dann heilt sie

Das kommt darauf an. Wenn es ein wenig juckt, kann dies wirklich zum Heilungsprozess gehören – aber Vorsicht: Man sollte nicht kratzen! Ist der Juckreiz allerdings stärker, könnte das auch auf eine Entzündung hindeuten. Rötet sich die Wunde zusätzlich oder pocht schmerzhaft, ist dies ein Alarmsignal: Dann sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 

4. Mythos: Bessere Wundversorgung, kleinere Narbe

Das ist richtig – aber es kommt auch auf die Beschaffenheit der Wunde selbst an und darauf, wie der eigene Körper mit der Narbenbildung umgeht. Es gibt Menschen, bei denen sich Narben von Geburt an übermäßig stark ausprägen. Auch können Wunden mit unregelmäßigen Rändern nicht so gut verheilen wie solche mit glatten. Wichtig ist es aber immer, die Wunde zu reinigen und gut zu versorgen und damit einer Infektion vorzubeugen: So minimiert man das Risiko, dass sich eine unschöne Narbe bildet.

 

5. Mythos: Eine Wunde, die schlecht heilt, weist auf eine ernste Erkrankung hin

Dieser Mythos ist wahr: Normalerweise setzt der Wundheilungsprozess bei kleinen Wunden sehr schnell ein – und nach spätestens vier bis sechs Wochen sollte sie völlig ausgeheilt sein. Ist dieser Prozess gestört, deutet das auf schlecht funktionierende Selbstheilungskräfte hin. In diesem Fall sollte ein Arzt abklären, was dahinter steckt, etwa eine Venenschwäche, Diabetes oder Durchblutungsstörungen.

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Quellen:

Mythen der Wundheilung in: WundKompetenzZentrum
Mythen der Wundheilung in: oberschwabenklinik.de

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