Wunde desinfizieren: So machen Sie es richtig

Redaktion PraxisVITA
Eine Frau ist vom Fahrrad gestürzt
Kleine Wunden, etwa nach einem Sturz, heilen ohne herkömmliche Pflaster in der Regel besser © AndreyPopov/iStock

Die Haut ist unser Schutzschild. Ist sie verletzt, funktioniert diese Abwehr nicht mehr. Keime können nun in den Körper eindringen und Infektionen auslösen. Daher ist es wichtig, großflächige Wunden zu desinfizieren und professionell zu versorgen. Wie das am besten funktioniert, erfahren Sie bei PraxisVITA.

 

Wunde desinfizieren

Eine großflächige Wunde
Tiefreichende Wunden sollten desinfiziert und mit einem Feuchtigkeitspflaster versorgt werden© NatchaS/iStock

 

Schritt Eins: Spülen Sie verschmutzte Wunden mit klarem Wasser (möglichst lauwarm) aus. Behandeln Sie die Wunde anschließend mit einem antispetischen Spray, um eine Infektion zu vermeiden.

Schritt Zwei: Tragen Sie ein hydroaktives Lipogel (Apotheke, rezeptfrei) auf die Wunde auf. Darüber ein Pflaster oder einen Verband anlegen. Das Lipogel hält die Wunde feucht, sodass sie schneller und mit möglichst geringer Narbenbildung abheilen kann.

 

Achten Sie bei der Wundversorgung auch auf ihren eigenen Schutz

Ein Knie mit einer Wunde
Schorf behindert den Heilungsprozess. Daher sollten stärkere Wunden nicht nur desinfiziert, sondern vor der Abdeckung auch mit einem hydroaktiven Gel behandelt werden © vladans/iStock

Wenn Sie eine Wunde versorgen, sollten Sie einige Regeln beachten:

Tragen Sie Einmalhandschuhe: Damit verhindern Sie einerseits, dass Erreger in die Wunde gelangen und schützen sich andererseits selbst vor Infektionen.

Sprechen Sie bei der Wundversorgung nicht: Denn im Mundraum befinden sich Keime, die beim Sprechen auf die verletzte Person übertragen werden können. Lässt sich das Sprechen nicht vermeiden, beispielsweise weil sie die betroffene Person beruhigen möchten, drehen Sie ihren Kopf zur Seite.

Fremdkörper werden mit einer Pinzette entfernt: Mit dieser können Sie gezielt kleine Steinchen, Glas- oder Holzsplitter aus dem Gewebe entfernen.

Feuchte Wundheilung: Verletzungen sollten nach der Desinfektion mit einem Pflaster abgedeckt werden. Zuvor sollte jedoch ein Hydrogel aufgetragen werden, dass die Wunde feucht hält. So kann sie schneller und mit weniger Narbenbildung heilen. Außerdem verhindert das Gel ein (beim Ablösen schmerzhaftes und schädliches) Verkleben von Pflaster und Wunde.

Beobachten Sie den Heilungsprozess: Sollte die Wunde nicht innerhalb von vier bis fünf Tagen erste Heilungsanzeichen zeigen, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen.  

Ein Arzt sollte u.a. immer dann hinzugezogen werden, wenn:

  • die Blutung nicht stoppt
  • es sich um eine Bisswunde handelt (Impfschutz beachten)
  • die Wunde nicht heilt (ab acht Wochen gilt eine Wunde als chronisch)
 

 

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