Wundbehandlung Blutung schnell stoppen - so geht's

Redaktion PraxisVITA
Blutung stoppen am Arm
Starke Blutungen stoppen Sie am besten mit einem Druckverband © iStock/Wellphoto

Ob im Straßenverkehr, im Haushalt oder bei der Arbeit - eine Sekunde nicht aufgepasst, ein Missgeschick oder Unfall passiert und es kann zur blutenden Verletzung kommen. Der Schreck ist meist groß und trotzdem sollten Sie schnell handeln, wenn Sie Blut verlieren – denn jede Sekunde zählt. Experten ist es nun gelungen, ein Super-Pflaster zu entwickeln, das eine Blutung in 120 Sekunden statt in zehn Minuten stillen soll. Doch welche Methoden gibt es noch, um Blutungen zu stoppen?

 

Neues Superpflaster stoppt Blutungen

Die Nanopartikel auf dem neuartigen Pflaster beeinflussen den Gerinnungsprozess des Blutes. Es entsteht ein Kapillardruck, der das austretende Blut in die röhrchenförmigen Strukturen der Wundauflage zieht. Es soll in der Unfallchirurgie und Notfallversorgung angewendet werden. Gerade Menschen, die unter einer gestörten Blutgerinnung leiden oder blutverdünnende Medikamente einnehmen, könnten von dem Pflaster profitieren. Mitte nächsten Jahres soll die Neuheit unter dem Namen Heal Care in den Handel kommen – bis dahin gibt PraxisVITA Ihnen Tipps, wie Sie Blutungen schnell stillen.

Pflaster auf Finger
Bei kleinen Verletzungen genügt ein Pflaster, um die Blutung zu stoppen © iStock/temmuzcan
 

Kleine Schnittwunden feucht halten

Kleine Wunden (kleiner als eine 2-Euro-Münze), die nicht klaffen oder spritzend bluten, können Sie selbst versorgen:

1.    Wunde mit lauwarmem Wasser abspülen, um Schmutz zu entfernen.
2.    Fremdkörper (Steinchen, Holzsplitter) mit einer sauberen Pinzette entfernen.
3.    Desinfizieren Sie die Wunde mit einem alkoholfreien Wunddesinfektionsmittel.
4.    Pflaster auf die Wunde kleben. Noch immer sind viele Menschen der Meinung, dass Wunden an der frischen Luft am besten heilen - inzwischen gibt es jedoch spezielle Pflaster mit Feuchtigkeitsbestandteilen, die die Wundheilung fördern. Durch die permanente Befeuchtung werden Bakterien hinausgespült und für die Heilung benötigte Immunzellen gelangen zur Wunde.

Tritt länger als zehn Minuten lang Blut aus der Wunde aus oder blutet das Pflaster durch, kann ein größeres Blutgefäß verletzt sein und Sie sollten einen Arzt aufsuchen.

 

Blutungen bei großen Wunden stillen

Starker Blutverlust kann zu Kreislaufversagen, Schock und Verbluten führen und ist deshalb potentiell lebensbedrohlich. Kritisch sehen Ärzte einen Blutverlust von mehr als 0,75 Litern bei einem Erwachsenen. Bei stark blutenden Wunden sollten Sie die Blutung deshalb schnellstmöglich mithilfe eines Druckverbandes stillen, während Sie auf den gerufenen Notarzt (112) warten: 

1.    Legen Sie dazu eine saubere Wundauflage auf die Verletzung. 
2.    Fixieren Sie die Wundabdeckung mit einem Verband. 
3.    Legen Sie eine gerollte Mullbinde auf die Verletzung und wickeln Sie den Verband fest darüber. 
4.    Sollte der Druckverband die Blutung nicht stillen, nehmen Sie ihn nicht ab, sondern wickeln einen neuen darüber.
Der Verband sollte fest genug sein, um die Blutung zu stoppen, jedoch die Durchblutung nicht komplett unterbrechen. Halten Sie das betroffenen Körperteil hoch, um die Blutung zu verringern.

 

Blutung stoppen bei abgetrennten Körperteilen

Ein abgetrennter Finger ist immer ein Notfall. Daher gilt: Sofort den Notarzt rufen - denn es droht Lebensgefahr! Bis zur Ankunft des Arztes sollten Sie die Blutung, soweit möglich, mit einem Druckverband stillen. Üben Sie bei einer Handverletzung Druck auf die beiden sichtbaren Arterien im Unterarm aus.
Den Finger sollten Sie in einem sauberen Plastikbeutel aufbewahren, den Sie in einen weiteren mit Eis gefüllten Beutel legen. 

 

Blutende Verletzung - wann zum Arzt?

Stark blutenden Wunden wie Biss-, Stich- und Platzwunden sowie klaffende Wunden sollte ein Arzt behandeln. Wenn die Wunde spritzend blutet oder der Druckverband die Blutung nicht stoppt, kann das ein Anzeichen für eine verletzte Arterie sein - auch dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. 
Je nach Größe und Tiefe der Verletzung entscheidet der, ob er die Wunde tackert, klebt oder näht. Sie sollten beim Arzt außerdem prüfen lassen, ob Ihr Impfschutz gegen Tetanus noch besteht.

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