Worin besteht die Rheuma-Behandlung?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Mit der Rheuma-Behandlung sollte möglichst früh begonnen werden – nach Möglichkeit schon innerhalb der ersten drei Monate nach dem Ausbruch der Erkrankung. Je früher die Behandlung einsetzt, desto geringer sind im weiteren Verlauf der rheumatoiden Arthritis die Gelenkschäden.

Die Rheuma-Behandlung besteht meist aus verschiedenen unterschiedlichen Bausteinen. Die möglichen Therapieoptionen werden durch einen Rheumatologen individuell für jeden Betroffenen zusammengestellt und individuell abgestimmt.

 

Medikamentöse Rheuma-Behandlung

Für die medikamentöse Rheuma-Behandlung stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Die sogenannten Basismedikamente sollen ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern, indem sie langfristig gegen die Entzündung und Zerstörung der Gelenke vorgehen. Als Standardwirkstoff der Rheuma-Behandlung gilt hierbei Methotrexat, alternativ können Leflunomid oder Sulfasalazin eingesetzt werden.

Diclofenac zur Rheuma-Behandlung
Gegen die Gelenkschmerzen werden spezielle Rheumaschmerzmittel, wie beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac, zur Rheuma-Behandlung eingesetzt© alamy

Eine schnelle Wirkung auf die Entzündungen bei Rheuma haben Glukokortikosteroide (Kortison). Aufgrund ihrer Nebenwirkungen sollten sie aber nicht langfristig, sondern nur bei einem schweren, akuten Schub eingesetzt werden. Sie können als Tablette gegeben, aber auch direkt in das betroffene Gelenk gespritzt werden. Gegen die Gelenkschmerzen werden spezielle Rheumaschmerzmittel, die sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), wie beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac, zur Rheuma-Behandlung eingesetzt. Neben ihrer schmerzstillenden Wirkung hemmen diese die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen, den Prostaglandinen, und können so die schädigenden Entzündungsprozesse an den Gelenken eindämmen.

Zudem gibt es noch Biologika zur Rheuma-Behandlung. Diese sind eine neue Gruppe von Medikamenten und richten sich gezielt gegen Entzündungsbotenstoffe, die Zytokine, oder gegen entzündungsfördernde Zellen des Immunsystems. Sie werden bei Rheuma eingesetzt, wenn nach sechs Monaten Therapie mit den Basismedikamenten keine Besserung erreicht ist.

 

Rhus toxicodendron in der Rheuma-Behandlung

Für Homöopathie-Interessierte: Als homöopathisches Mittel kann Rhus toxicodendron in Form von Globuli gegen Schmerzen des Bewegungsapparates eingesetzt werden und eignet sich somit auch zur Rheuma-Behandlung. Gewonnen wird der Wirkstoff aus frischen Blättern des Strauches „Giftsumach“. Bisher sind keine Nebenwirkungen von Rhus toxicodendron bekannt.

 

Mikronährstoffe zur Rheuma-Behandlung

Die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen kann zur Schmerzlinderung im Rahmen der Rheuma-Behandlung beitragen, da sie die bei der Entzündung entstehenden freien Radikale neutralisieren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie die Vitamine C und E und das Spurenelement Selen sind dabei sehr wichtig.

 

Rheuma-Behandlung mit Physiotherapie

Zu den konservativen (also nicht-operativen) Therapiemaßnahmen, die bei Rheuma durchgeführt werden können, gehört beispielsweise die Physiotherapie. Diese soll dabei helfen, die Gelenkfunktion, die Muskelkraft und die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke zu erhalten. Zudem fördert die Bewegung die Versorgung der Gelenke mit Nährstoffen. Verschiedene Anwendungen der physikalischen Therapie, wie z. B. die Kälte- oder Elektrotherapie, Ultraschall oder Infrarotbestrahlung, dienen vor allem der Schmerzlinderung. In der Ergotherapie lernen Betroffene, wie sie ihre Gelenke entlasten können oder welche Hilfsmittel ihnen für den Alltag zur Verfügung stehen.

Rheuma-Behandlung
Ein Baustein der Rheuma-Behandlung ist Physiotherapie© iStock
 

Rheuma-Behandlung: orthopädische Hilfsmittel

Die Orthopädie hält verschiedene Einlagen, Gehstützen und Schienen bereit, welche die Gelenkfunktion unterstützen. In sehr fortgeschrittenen Fällen können zur Rheuma-Behandlung Gelenkprothesen, die operativ eingesetzt werden, helfen.

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