Worin besteht bei Nagelbettentzündung die Behandlung?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer akuten Nagelbettentzündung erfolgt die Behandlung mit desinfizierenden und antimikrobiellen (den Krankheitserreger bekämpfenden) Mitteln, beispielsweise in Form von Fingerbädern oder feuchten Verbänden. Alternativ kann ein Antibiotikum (zum Beispiel mit dem Wirkstoff Fusidinsäure) örtlich angewendet werden.

Sollte die Entzündung bereits weiter fortgeschritten sein, kann eine Antibiotika-Behandlung in Tablettenform – meist mit den Wirkstoffen Cefalexin oder Clindamycin – notwendig sein, um langfristige Folgeschäden an Nagelbett, Nagel oder sogar Sehnenscheide, Gelenk und Knochen zu verhindern.

Einen Eiterherd, der sich unter dem Nagel oder an der Seite des Nagels im Nagelfalz gebildet hat, kann der Arzt mit einer dünnen Nadel unter sterilen Bedingungen anstechen (Stichinzision), damit der Eiter abfließt und der Nagel druckentlastet wird.

Nagelbettentzündung mit Fingerbad behandeln
Ölbäder können bei der Behandlung einer akuten Nagelbettentzündung angewendet werden© Fotolia

Wenn die Ursache der Nagelbettentzündung eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus ist, wird meist eine antivirale – also eine Virus-abtötende – Behandlung durchgeführt. Gleichzeitig legt der Arzt auch hier feuchte, desinfizierende Verbände auf die betroffenen Stellen am Finger oder Zeh.

 

Pilzabtötende Salben und desinfizierende Verbände bei chronischer Nagelbettentzündung

Auch bei einer chronischen Nagelbettentzündung werden zunächst örtliche Maßnahmen wie die Behandlung mit pilzabtötenden (antimykotischen) Salben und desinfizierenden Verbänden durchgeführt. Sollten diese nicht den erwarteten Erfolg bringen, können die Pilzmittel und Antibiotika in Tablettenform eingenommen werden und wirken dann im ganzen Körper (systemisch). Bei einer sehr ausgeprägten Nagelbettentzündung kann es notwendig sein, den entzündeten Nagelfalz oder sogar den Nagel zu entfernen. Neben der medikamentösen Behandlung ist es bei einer chronischen Nagelbettentzündung wichtig, mögliche Risikofaktoren auszuschließen. Dies bedeutet, dass Frisöre beispielsweise Gummihandschuhe bei der Haarwäsche ihrer Kunden verwenden sollten. Außerdem sollte der Kontakt zu reizenden Chemikalien, beispielsweise Reinigungsmitteln, vermieden werden.

Sollte die Nagelbettentzündung auf tiefer gelegene Gewebe übergangen sein, wird der Arzt umgehend dafür sorgen, dass der Eiter abfließen kann. Dies wird zum Beispiel durch das Einsetzen einer Drainage, einem dünnen Rohr, ermöglicht. Außerdem beginnt er eine Behandlung mit Antibiotika. Wichtig ist zudem, dass der betroffene Finger oder Zeh ruhiggestellt wird und dass desinfizierende Umschläge aufgelegt werden.

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