Worin besteht bei der Angina pectoris die Behandlung?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer stabilen Angina pectoris sollte der erste Schritt der Behandlung darin liegen, sich ruhig hinzulegen oder zu hinzusetzen, damit die Beschwerden nachlassen. Langfristig ist das Ziel der Behandlung, die Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit zu reduzieren. Dazu zählt beispielsweise, sich gesünder zu ernähren, mit dem Rauchen aufzuhören sowie Blutfette, Blutzucker und Blutdruck auf einem normalen Wert zu halten.

Um eine Angina pectoris medikamentös zu behandeln, werden vor allem sogenannte Betarezeptorenblocker (kurz: Betablocker) eingesetzt. Sie vermindern den Sauerstoffbedarf der Herzmuskeln, indem sie die Herzfrequenz und den Blutdruck herabsetzen. Zwar kann durch sie eine Angina pectoris nicht vollständig verhindert werden, sie können aber die Anzahl und Dauer der Vorfälle vermindern. Wer Betablocker nicht verträgt, kann auf sogenannte Ionenkanalmodulatoren wie beispielsweise den Wirkstoff Ivabradin zurückgreifen. Blutverdünnende Wirkstoffe aus der Klasse der Thrombozyten-Aggregationshemmer, wie beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS), werden ebenfalls zur Angina-pectoris-Therapie eingesetzt. Bei einer ASS-Unverträglichkeit wird Ticlopidin gegeben. Kurzfristig – und vor allem bei einer instabilen Angina pectoris – wird Heparin zur Blutverdünnung verordnet.

 

Akute Behandlung einer Angina pectoris

Zur schnellen, akuten Behandlung einer Angina pectoris werden vor allem sogenannte organische Nitrate eingesetzt, die ebenfalls den Sauerstoffbedarf des Herzens reduzieren und gleichzeitig die Herzkranzgefäße kurzfristig erweitern, damit  mehr Blut durch sie fließen kann. Ein Beispiel für ein organisches Nitrat ist der Wirkstoff Nitroglycerin. Dieser wird meist als Tablette unter die Zunge gelegt oder als Spray (Nitro-Spray) angewendet. Sollten bei einer Angina pectoris die Schmerzen trotz Nitroglycerin nicht innerhalb kurzer Zeit abgeklungen sein, so sollte schnellstmöglich eine Notfallambulanz aufgesucht werden, um eine instabile Angina pectoris oder einen Herzinfarkt auszuschließen.

 

Operation bei Angina pectoris

Wenn die Symptome einer Koronaren Herzerkrankung nicht mehr medikamentös in den Griff zu bekommen sein, lassen sich vorhandene Verengungen in den Gefäßen durch einen kleinen Eingriff beseitigen. Bei der Koronarangioplastie wird durch einen kleinen Hautschnitt ein Ballonkatheter, ein dünner Schlauch, durch die Arterie bis zur Verengung geführt. An seiner Spitze befindet sich ein kleiner Ballon, der aufgeblasen wird und somit das Blutgefäß aufdehnt. Um das Gefäß offenzuhalten, kann anschließend ein Stent, das heißt ein kleines Röhrchen aus Metallgitter, in das Blutgefäß einsetzt werden. Sollte auch diese Angina-pectoris-Behandlung keinen Erfolg zeigen, ist eine Bypass-Operation möglich. Bei dieser OP wird unter Vollnarkose die Engstelle in der Arterie durch ein zusätzlich eingesetztes Blutgefäß umgangen. Dieses Blutgefäß kann entweder aus natürlichem Venenmaterial oder aus Kunststoff bestehen.

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