Woran erkenne ich vegane Süßigkeiten?

Michelle Kröger

Als Veganer auf Schokolade oder Gummibärchen verzichten? Unnötig. Heutzutage gibt es in den deutschen Supermärkten viele vegane Süßigkeiten. Doch woran genau erkenne ich vegane Süßigkeiten? Wir erklären, worauf Sie beim Naschen als Veganer achten sollten.

Frau steht vor Süßigkeitenauslage
Foto:  RapidEye/iStock
Inhalt
  1. Zutatenliste verstehen lernen: Vegan oder nicht vegan?
  2. Schwierigkeiten bei den Süßigkeiten
  3. Vegane Süßigkeiten – es gibt viele pflanzliche Optionen
  4. Tipps für vegane Süßigkeiten
 

Zutatenliste verstehen lernen: Vegan oder nicht vegan?

Als Veganer sollten Sie sich unbedingt mit den Zutaten Ihrer am häufigsten verzehrten Lebensmittel beschäftigen. Und vor allem: mit ihren Bestandteilen und den üblichen Fachbegriffen. Nur so können Sie vegane von nicht-veganen Lebensmitteln unterscheiden. Zumindest, wenn mal kein Vegan-Label auf dem jeweiligen Produkt zu finden ist.

Achtung: Die Lebensmittelindustrie führt die Verbraucher bei den Bezeichnungen für die Zutaten teilweise hinters Licht. Insbesondere bei den sogenannten E-Zusatzstoffen sollten Sie hellhörig werden. Dahinter verbergen sich häufig tierische Stoffe.

 

Schwierigkeiten bei den Zutaten vieler Süßigkeiten

Sie werden es vielleicht schon gemerkt haben: Das Erkennen von veganen Süßigkeiten ist gar nicht so leicht. Warum genau? Nun, Zutaten wie beispielsweise Kakaobutter oder Milchsäure sorgen bei Veganern für Verunsicherung. Einige hinterfragen sogar, ob Zucker überhaupt vegan ist. Schließlich nehmen viele Menschen an, dass dieser mit Tierkohle entfärbt wird. Jedoch soll das in deutschen Raffinerien laut offizieller Bestätigung nicht der Fall sein.

Zutaten: Sind Milchsäure und Kakaobutter vegan?

Was viele nicht wissen: Milchsäure ist nicht nur in Tiermilch enthalten. Zum Beispiel steckt auch in Sauerkraut oder anderen nicht-tierischen Produkten natürlicherweise Milchsäure. Aus diesem Grund können Süßigkeiten, auf deren Zutatenliste Milchsäure aufgeführt wird, dennoch vegan sein.

Kakaobutter – ist sie vegan? Ja. Es handelt sich um ein pflanzliches Produkt, das ausschließlich aus dem Fett der Kakaobohne besteht. Mit Kuhmilch hat Kakaobutter deshalb rein gar nichts zu tun. Vorsicht ist hingegen beim sogenannten Butterreinfett geboten. Dieses ist nicht vegan.

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Zutaten: Sind Mono- und Diglyceride vegan?

Die sogenannten “Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren” sind Mono- bzw. Diester des Glycerins. Diese Lebensmittelzusatzstoffe können Sie an der europäischen Zulassungsnummer E471 erkennen. Die Fettsäuren, die ihnen als Quelle dienen, sind zumeist pflanzlichen Ursprungs (zum Beispiel Sojaöl). Sie werden vor allem als Emulgatoren bei der Produktion von Süßwaren oder Backwaren eingesetzt.

Es gibt Ausnahmen: Bei der Gewinnung der Mono- und Diglyceride finden manchmal auch tierische Fette Verwendung, zum Beispiel Rinderfett, Milchfett oder Schweineschmalz.

Sie sagen „Nein“ zu Gentechnik? Dann sollten Sie vorsichtshalber auf Produkte mit E471 verzichten. Denn bei der Herstellung von Mono- und Diglyceriden dürfen gentechnisch veränderte (gv-)Sojabohnen verwendet werden. Sobald ein Produkt mehrere Produktionsschritte durchläuft, so müssen gentechnisch veränderte Sojabohnen nicht gekennzeichnet werden.

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Vegane Süßigkeiten – es gibt viele pflanzliche Optionen

Auf dem deutschen Lebensmittelmarkt gibt es mittlerweile sehr viele vegane Naschereien. Schließlich können tierische Bestandteile in der Regel recht einfach durch pflanzliche ersetzt werden. Zwar ist der Zuckergehalt bei veganen Süßigkeiten meistens genauso hoch wie bei nicht-veganen, doch ökologisch und ethisch gesehen sind sie die bessere Variante. Wenn Sie sich ausgewogen ernähren, können Sie also auch als Veganer ab und an zu Süßigkeiten greifen.

 

Tipps für vegane Süßigkeiten

  • Sie lieben Schokolade? Als Veganer können Sie bei Zartbitterschokolade mit bis zu 99 % Kakao zugreifen. Natürlich gibt es auch vegane Alternativen in zahlreichen anderen Geschmacksrichtungen, beispielsweise gibt es weiße Schokolade oder Schokolade mit Nougat, Nuss oder Kaffee. Als Grundlage dienen veganen Schokoladen meistens Kakaobutter, Kakao und Zucker. Der Unterschied zu nicht-veganen Produkten: es wird Lupinenmehl oder Sojaprotein hinzugefügt, für eine noch cremigere Konsistenz.
  • Gummibärchen-Fans aufgepasst: Wer Fruchtgummi liebt, wird vermutlich wissen, dass dieses zum größten Teil aus Gelatine besteht. Und diese ist bekanntlich rein tierischen Ursprungs, also nicht vegan. Viele Hersteller verwenden heute jedoch pflanzliche Geliermittel wie zum Beispiel Agar-Agar (aus getrockneten Meeresalgen).
  • Vegane Eiscreme: Es gibt fast keinen Supermarkt mehr, der keine vegane Eiscreme anbietet. Die Basis von veganen Eissorten? Meistens Sojabohnen, Lupinen, Mandeln oder Kokosmilch. Ob Frucht- oder Schokoladeneis: Veganer müssen fast auf keine Sorte verzichten. 

Wer gerne Bonbons lutscht, sollte auch hier die Zutatenliste genau studieren. In nicht-veganen Lutschern, Kaugummis oder Bonbons sind in der Regel tierische Zutaten wie Bienenwachs, Honig oder Gelatine enthalten. Mittlerweile gibt es aber viele vegane Alternativen. Süßigkeiten kommen heute auch ohne Kristallzucker oder Aspartam aus. Diese Zutaten werden zunehmend durch Xylit (auch: Xylitol) ersetzt. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Zuckeralkohol, der in Obst, Gemüse und Pilzen vorkommt.

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