Entwicklungsstörung: Welche Anzeichen gibt es?

Dr. med. Nadine McGowan Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin

Entwicklungsstörungen zeigen sich bei einigen Kindern erst im Laufe der Zeit. Sie entwickeln sich in einigen Bereichen langsamer als Gleichaltrige. Kinderärztin Dr. Nadine McGowan erklärt, wann eine Entwicklungsstörung bei Kindern oder einem Baby behandelt werden muss und was Eltern noch wissen sollten.

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Was ist eine Entwicklungsstörung?

Zunächst einmal sollte immer klar sein, dass jedes Kind einzigartig ist und sich in seinem eigenen Tempo entwickelt. Trotzdem kommen oft besorgte Eltern in meine Praxis, weil ihr Kind beispielsweise im achten Lebensmonat noch nicht krabbeln kann, obwohl andere Babys im Bekanntenkreis schon im sechsten Monat damit angefangen haben. Dabei gibt es auch Fälle, in denen ein Baby erst mit zehn Monaten krabbelt – und trotzdem kerngesund ist

Natürlich gibt es gerade für das erste Lebensjahr diverse Richtwerte, an denen sich Eltern orientieren können. Aber genau diese machen es oft schwer, zu entscheiden, ob sich das Kind einfach in seinem eigenen Tempo entwickelt oder ob wirklich eine Entwicklungsstörung beim Baby vorliegt. Sprechen Sie Ihren Kinderarzt gern bei Unsicherheiten an – er kann Ihnen erklären, ab wann die verzögerte Entwicklung einer Behandlung bedarf.

Ein Baby krabbelt auf einem Bett
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Worauf sollten Eltern bei einer Entwicklungsstörung achten?

Eine Entwicklungsstörung beim Kind kann verschiedene Ursachen haben: Beispielsweise kann sich eine Hör- oder Sehschwäche auch auf die geistige Entwicklung des Kindes auswirken. Auch genetische Ursachen oder organische Schäden können das Lerntempo beeinflussen. Hat der Nachwuchs also bereits eine Beeinträchtigung wie eine Hörschwäche, ist es sinnvoll, das Kind genauer zu beobachten und eventuelle weitere Probleme frühzeitig beim Kinderarzt anzusprechen

Typische Symptome einer Entwicklungsverzögerung beim Baby sind:

• Verzögerungen in der Bewegungs- und Sprachentwicklung
• Erhöhte Ängstlichkeit, insbesondere Trennungsangst
• Ein- und Durchschlafstörungen
• Gesteigerte Bewegungsunruhe

Hand eines Babys fasst um den Daumen eines Erwachsenen
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Anzeichen für eine Entwicklungsstörung bei älteren Kindern sind:

• Gelerntes wird schnell wieder vergessen
• Das Kind lässt sich leicht ablenken und ist unkonzentriert
• Undeutliche Aussprache
• Verdrehen von Buchstaben beim Lesen oder Schreiben
• Fehlerhaftes Abschreiben von der Tafel
• Schwierigkeiten beim Rechnen
• Haltungsfehler (Rundrücken oder Skoliose)

Entdecken Eltern solche Symptome einer Entwicklungsstörung bei ihrem Kind, sollten sie sich mit dem Kinderarzt beraten. Denn: Je früher eine Entwicklungsstörung erkannt und behandelt wird, desto größter ist die Chance, dass mögliche spätere Folgen verhindert oder gemindert werden können.

Junge arbeitet am Laptop, hört nebenbei Musik und schreibt etwas mit einem Stift
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Welche Möglichkeiten der Förderung gibt es bei einer Entwicklungsstörung bei Kindern?

Auch wenn die letztendliche Diagnose einer Entwicklungsstörung beim eigenen Kind oder Baby für Eltern oft zunächst einmal ein Schock ist, empfinden viele nach kurzer Zeit auch eine gewisse Erleichterung. Denn wenn feststeht, in welchem Bereich ein Kind Unterstützung benötigt, kann diese durch Fachkräfte auch gezielt erfolgen und oft kann die Entwicklungsverzögerung dadurch wieder aufgeholt werden. Der Austausch mit Ärzten und Therapeuten hilft auch den Eltern beispielsweise dabei, vergangene Beobachtungen, die sie als beunruhigend empfanden, einzuordnen und besser zu verstehen. Daher sollten sie Anzeichen für eine Entwicklungsstörung beim Baby immer ernst nehmen.

 

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