Wo liegt der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?

Stephanie Pingel
Alzheimer
Viele Menschen verwenden die Begriffe Alzheimer und Demenz synonym. Das ist allerdings nicht korrekt! PraxisVITA erklärt, was die Begriffe wirklich bedeuten © iStock

Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz? Ja – dennoch werden die beiden Begriffe oft durcheinander gebracht. PraxisVITA erklärt, wie Alzheimer und Demenz definiert werden und was Sie noch darüber wissen sollten.

Häufig werden die Begriffe Alzheimer und Demenz synonym verwendet, wenn man davon spricht, dass jemand krankheitsbedingt an Vergesslichkeit leidet. Meist ist dabei von älteren Personen die Rede. Und die Beschreibung des Krankheitsbildes ist an sich auch korrekt – die meisten Menschen wissen also, was generell mit den Begriffen gemeint ist. Wir erklären, worin der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz genau liegt.

 

Der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz

Demenz (vom lateinischen „Demens“, was soviel wie „ohne Geist“ bedeutet) ist der Überbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die sich alle auf den Verlust von kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten in Folge einer Gehirnschädigung beziehen. Alzheimer bezeichnet eine spezielle Form der Demenz – bei der degenerativen Erkrankung sterben im Gehirn nach und nach immer mehr Nervenzellen ab. Die Folge: Es kann um bis zu 20 Prozent schrumpfen und es treten Symptome wie starke Gedächtnisprobleme, Desorientiertheit, Verwirrtheit und Sprachstörungen auf.

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Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz? Alzheimer ist eine Form der degenerativen Krankheit Demenz, die mit dem Verlust von kognitiven und sozialen Fähigkeiten eingehrgeht© iStock

Vermutlich wird der Begriff Alzheimer auch deshalb so häufig als Synonym für Demenz verwendet, weil es die häufigste Form der Erkrankung ist. Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz ­– etwa eine Million davon an Alzheimer. Je älter man wird, desto mehr steigt auch das Risiko, zu erkranken: Zwischen 65 und 69 Jahren hat etwa jeder 20. eine Form der Demenz, zwischen 80 und 90 ist es dann fast schon jeder Dritte. Da unsere Gesellschaft immer älter wird, ist davon auszugehen, dass die Zahl der Demenzerkrankungen weiter steigen wird.

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Dr. Alois Alzheimer entdeckte 1906 als erster die alzheimertypischen Eiweißablagerungen im Gehirn einer verstorbenen Patientin© gettyImages
 

Wer war Dr. Alois Alzheimer?

Um den Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz deutlich zu machen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte. Entdeckt wurde die Krankheit von Dr. Alois Alzheimer, der nach dem Tod seiner verwirrten und desorientiert wirkenden Patientin Auguste Deter im Jahr 1906 ihr Gehirn untersuchte und die alzheimertypischen Eiweißablagerungen in der Hirnrinde fand. Bemerkenswert war der Fall besonders deshalb, weil die Patientin erst 51 Jahre alt war, als sie 1901 in die  „Städtische Heilanstalt für Irre und Epileptische“ in Frankfurt am Main eingeliefert wurde, in der Dr. Alzheimer arbeitete. Für die typische Altersvergesslichkeit (der Begriff „Demenz“ kam später) war sie schlicht zu jung. Als Dr. Alzheimer den Fall einige Monate später vor einem Kongress erläuterte, schlug sein Chef, der Psychiater Emil Kraepelin, daher den Namen „Alzheimersche Krankheit“ vor.

 

Lässt sich Alzheimer heilen?

Nach wie vor gibt es keine Heilung von Alzheimer – verschiedene Behandlungsansätze können das Fortschreiten der Erkrankung aber Studien zufolge verzögern. Beispielsweise soll  Kokosöl die Eiweißablagerung im Gehirn verhindern können – wodurch die kognitiven Fähigkeiten des Patienten länger erhalten bleiben. Alle Ergebnisse der Studie können Sie im Artikel „Kampf um das Ich – Kann Kokosöl Alzheimer mildern?“ nachlesen.

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