Wissenschaftlich bewiesen: Kleinkinder sind Viren-Schleudern

Rasmus Cloes
Kinder essen gemeinsam
Kinder sind süß – kümmern sich aber noch wenig um Hygiene © Fotolia

Eigentlich haben wir es schon immer geahnt: So süß Kleinkinder sind – in Erkältungszeiten sollte man ihnen nicht zu nahe kommen. Eine neue Studie hat das jetzt bestätigt und noch etwas Wichtiges herausgefunden.

Forscher der University of Utah haben untersucht, wie jedes Kind die Viren-Last in einem Haushalt erhöht. Die Ergebnisse der Studie haben sie jetzt in der Fachzeitschrift Clinical Infectious Diseases veröffentlicht.

Bei ihrer Untersuchung haben die Wissenschaftler 26 Haushalte mit insgesamt 108 Personen über einen Zeitraum von einem Jahr intensiv beobachtet. Wöchentlich notierten sie, ob die Familienmitglieder Anzeichen einer Grippe oder Erkältung zeigten, und nahmen Proben an ihren Nasenschleimhäuten, um die Virenlast zu prüfen. Der von ihnen genutzte Test ist in der Lage, 16 unterschiedliche Virenarten zu erkennen, die verschiedene Atemwegserkrankungen auslösen können. Insgesamt analysierten sie 4166 Proben.

 

Je mehr Kinder, desto mehr Viren

Zwischen 7 und 87 Prozent des Jahres finden sich Erkältungs- und Grippeviren in den Haushalten
Zwischen 7 und 87 Prozent des Jahres finden sich Erkältungs- und Grippeviren in den Haushalten© University of Utah - privat

In Haushalten ohne Kinder fanden die Wissenschaftler im Schnitt an drei bis vier Wochen im Jahr Viren in den Nasenschleimhäuten der Bewohner. Schon ein Kind lässt diese Zahl auf 18 Wochen in die Höhe schnellen. Am heftigsten traf es Haushalte mit sechs Kindern: Dort fanden sich an 45 Wochen im Jahr Viren.Das heißt aber nicht, dass in allen diesen Wochen auch wirklich eine oder mehre Personen krank das Bett hüten musste. Nur in etwa der Hälfte der Fälle führten die Viren dazu, dass eine Krankheit ausbrach. Am stärksten trifft es Familien mit Kleinkindern unter fünf Jahren: Bei ihnen konnte das halbe Jahr Viren in der Nase nachgewiesen werden - auch wenn nur ein Kind im Haushalt lebt.  

 

Wie kann man sich schützen?

„Schützen kann man sich vor Grippe- und Erkältungsviren nur bedingt“, sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess aus Hamburg. „Besuchen Sie keine Freunde, die gerade akut erkrankt sind – oder nur kurz, um ein paar „Schnellwiedergesundwerdutensilien“ vorbeizubringen –, teilen Sie in der Haupterkältungszeit keine Getränke oder Speisen.“ Auch helfe es, die Schleimhäute feucht zu halten, indem man viel trinkt. Spaziergänge an der frischen Luft und eine vitaminreiche Ernährung könnten helfen, das Immunsystem zu stärken. Sie betont aber: „Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung eines grippalen Infekts ist und bleibt regelmäßiges Händewaschen.“ Wie das geht, können Sie hier nachlesen!

Hamburg, 07. August 2015

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