Wird Nervosität vererbt?

Nervös bei einer Prüfung
Wie nervös sind wir vor einer Prüfung? Die Antwort steckt vermutlich in unseren Genen © Fotolia

Wissenschaftler haben untersucht, warum manche Menschen nervöser als andere sind. Sie verdächtigen einige Hirnregionen. Betroffenen kann das bei der Therapie helfen.

Jeder Mensch ist manchmal unruhig oder nervös. Das ist etwas ganz natürliches. Egal, ob vor einem öffentlichen Vortrag, dem ersten Date oder einem Vorstellungsgespräch. Jedoch unterscheiden sich Menschen sehr stark darin, wie sehr sie auf eine vergleichbare Situation mit Nervosität reagieren. Eine neue Studie hat jetzt herausgefunden: Die Ursache dafür steckt in den Genen.

Um herauszufinden, ob Nervosität vererbt wird, hat der Studienleiter Dr. Ned Kalin zusammen mit seinem Team 600 Rhesusaffen untersucht. Sie alle wurden der gleichen, leichten Stresssituation ausgesetzt: Der Begegnung mit einem Fremden, der den Blickkontakt vermeidet. Dabei maßen die Wissenschaftler die Hirnaktivität der Affen.

Es zeigte sich, dass bei sehr nervösen Affen drei Hirnregionen besonders aktiv waren: Der Hirnstamm, die Amygdala und der präfrontale Cortex. „Hyperaktivität in diesen drei Hirnregionen sind vererbte Veränderungen, die direkt mit einem erhöhten Risiko einer Nervositätsstörung in Verbindung stehen“, so Kalin. Er schätzt, dass die Stärke einer Stressreaktion zumindest zu einem Drittel durch unsere Gene bestimmt wird. Bei einigen Menschen, zum Beispiel solchen mit Stress-Störungen, sei der Anteil der Gene vermutlich aber noch weit größer, so Kalin.

„Das ist ein wichtiger Schritt, um die neuronalen Hintergründe von Angststörungen zu verstehen“, so der Studienleiter. Wichtig ist dieses Wissen, um neue Therapien zu entwickeln und bestehende zu verbessern. Betroffenen kann das Wissen helfen, ihr Leiden zu akzeptieren und sich auf die Behandlung der Symptome zu konzentrieren.

 

Sanfte Mittel für starke Nerven

Schlafstörungen: Leiden Sie vor allem an Schlafstörungen, können Sie 14 Tage lang je drei bis vier Datteln vor dem Schlafengehen essen. Das bringt tiefen, erholsamen Schlaf, bestätigt eine schwedische Studie. Sie enthalten die Aminosäure Tryptophan, die im Körper in das Hormon Serotonin umgewandelt wird. Dessen Aufgabe ist es, den Schlaf einzuleiten und aufrechtzuerhalten. Wichtig zu wissen: Datteln enthalten Tyramin. Bei Menschen, die unter Migräne leiden, kann es die Beschwerden auslösen oder verschlimmern.

Innere Unruhe: Lavendelöl löst innere Unruhe. Studien belegen die beruhigende und angstlösende Wirkung der Heilpflanze. Als besonders effektiv haben sich in Studien Naturpräparate erwiesen, die das Lavendelöl Silexan enthalten (Prüfpräparat: Lasea, Apotheke). Im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Mitteln macht Lavendel weder abhängig noch tagsüber müde.

Nervosität: Die ätherischen Öle und Pflanzenfarbstoffe in Melissenblättern beruhigen und entspannen. Besonders wirksam als Tee: Einen Teelöffel Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, sieben Minuten ziehen lassen. Durchseihen. Lauwarm mit etwas Honig trinken.

Hamburg, 9. Juni 2015

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